Was macht eigentlich… Manfred Sander?

Als Sportreferent und studentische Hilfskraft der Uni Münster kam er bei der Organisation von internationalen Sportlerbegegnungen und Skireisen zum ersten Mal mit Reiseplanung in Verbindung. Heute blickt Manfred Sander auf 25 Jahre als selbstständiger Reiseunternehmer zurück. Eine Karriere, die zunächst für einen sportbegeisterten Lehramt-Absolventen ungewöhnlich erscheint und doch perfekt passt.

Alles beginnt an der Universität Münster in der Zeit der Friedensbewegung. Manfred Sander studiert damals Lehramt und wird im zweiten Semester Sportreferent der Uni. In dieser Funktion lernt er nicht nur den adh kennen, sondern erreicht auch etwas für die damalige Zeit Außergewöhnliches: Eine Sportlerbegegnung auf Breitensportebene zwischen Studierenden aus Osteuropa und Westdeutschland.  „Wir Sportreferenten haben damals erkannt, dass der Sport ein Vehikel ist, um die Menschen zusammenzubringen. Obwohl Treffen auf der breitensportlichen Ebene nicht gerne gesehen waren, haben wir es geschafft, einen Austausch zwischen der Uni Münster und der Uni Prag sowie der Uni Krakau zu organisieren“, erzählt Sander stolz. Die verbindende Kraft des Sports begeistert ihn, sodass internationale Sportbeziehungen und -begegnungen sogar Thema seiner Examensarbeit werden. Zusätzlich beginnt Sander, im Münsteraner Hochschulsport zu arbeiten. Dank seiner Stelle als studentische Hilfskraft finanziert er sich nicht nur sein Studium: „Die Uni Münster hatte schon damals ein großes Reiseangebot, wie beispielsweise Skikurse, Kanufahrten oder Wanderkurse, an dem ich sehr stark mitgearbeitet habe. Das bedeutete vor allem, dass ich mich um die Reiseorganisation gekümmert habe. Dabei habe ich enorm viel gelernt.“

Ohne zu wissen, dass ihm die reiseorganisatorischen Fähigkeiten später noch nützlich sein werden, schließt Sander sein Studium ab. Da die Berufsaussichten als Lehrer gering sind, schaut er sich auch in anderen Bereichen nach einem Job um. Passend zu seinem Interesse daran, Menschen durch Sport zusammen zu bringen, stößt er auf die Stelle als Öffentlichkeitsreferent des adh. Die Arbeit beim adh macht ihm Spaß, er ist oft unterwegs und erlebt viel - doch es zieht ihn wieder nach Münster. Als zwei seiner früheren Kommilitonen ein Reiseunternehmen gründen, ist er daher sofort Feuer und Flamme. Zurück in seiner Studienstadt erlebt er die Entstehung des heute bekannten Reiseunternehmens Frosch Ferienhäuser mit. Wie schon an der Uni kümmert er sich hier vor allem um Skireisen, bis er 1991 den ersten Katalog für Rügen entwirft. Er erkennt das Potenzial der aufstrebenden Insel und als er eines Abends bei Sonnenuntergang auf die Boddenküste blickt, kommt ihn der entscheidende Gedanke: „Wenn du dich in deinem Leben selbstständig machen willst, dann musst du das jetzt machen.“

Sander gründet sein eigenes Unternehmen, spezialisiert sich auf Ferienangebote auf den Inseln Rügen und Mallorca und hat Erfolg. „Wie jeder Unternehmer habe ich Höhen und Tiefen durchlebt, aber es war der richtige Weg“, ist er sich sicher. „Es ist ein unheimlich schöner Job und wir machen jeden Tag Menschen glücklich. Und wenn man 25 Jahre eine Firma hat, dann muss ich sagen, bin ich auch ein Stück stolz, dass ich das so lange durchgehalten habe.“ Solange es geht, möchte Sander daher auch in seinem jetzigen Beruf weiterarbeiten. Seinen früheren Arbeitgeber, den adh, hat er dennoch nicht vergessen - immer wieder trifft man ihn bei Tagungen und Seminaren in Münster oder anderen Veranstaltungsorten. Auch den heutigen Sportreferenten kann der ehemalige adh’ler nur empfehlen, solche Veranstaltungen zu nutzen. „Der Austausch von Ideen und Informationen bringt einen immer weiter. Gerade über eine Gremienarbeit wie zum Beispiel im adh oder an der Uni lernt man dermaßen viel fürs Leben, was ein Studium alleine gar nicht vermitteln kann.“