Prof. Dr. Holger Fischer, Vizepräsident der Universität Hamburg und Direktor des Hochschulsports

Prof. Dr. Holger Fischer, Vizepräsident der Universität Hamburg und Direktor des Hochschulsports

Sportlerehrung in Hamburg

Am 25. November 2010 war die HSBA Gastgeberin der traditionellen Ehrung der erfolgreichen studierenden Sportlerinnen und Sportler des Hochschulsport Hamburg und des OSP Hamburg/Schleswig-Holstein.

Immer am Jahresende laden der Olympiastützpunkt und der Hochschulsport die erfolgreichen Athletinnen und Athleten des zurückliegenden Wettkampfjahres zu einer Ehrung ein, die reihum in einer der unterstützenden Hochschulen veranstaltet wird.

Die Lounge der Hamburg School of Business Administration bot in diesem Jahr einen attraktiven Rahmen, um die Leistungen der Athletinnen und Athleten bei nationalen und internationalen Hochschulmeisterschaften, aber auch den nationalen und internationalen Meisterschaften der Fachverbände zu würdigen. Die Studierenden der Hamburger Hochschulen konnten im zurückliegenden Wettkampfjahr wieder mehr als 80 Medaillen und Podest-Platzierungen in den verschiedenen Sportarten erkämpfen.

Herausragende Erfolge der Ruderinnen und Ruderer

Herausragend waren in diesem Jahr ohne Zweifel die Ruderinnen und Ruderer, die nicht nur auf Deutschen und Europäischen Hochschulmeisterschaften glänzten, sondern auch bei der Studierenden-Weltmeisterschaft in Ungarn und der gerade zu Ende gegangenen Ruderweltmeisterschaft in Neuseeland Medaillen sammeln konnten. Auch Doppelgoldmedaillengewinner Lars Wichert (4er/8er), der erst wenige Tage zurück aus Neuseeland war, ließ es sich nicht nehmen, sich gemeinsam mit den anderen Sportlerinnen und Sportlern feiern zu lassen. Hamburg hat in einer seiner traditionsreichsten Sportarten eben eine sehr hohe Leistungsdichte anzubieten.

Große Bedeutung des Leistungssports Studierender

Die Bedeutung des Leistungssports Studierender wussten die Laudatoren des Abends angemessen zu würdigen. Dr. Uve Samuels, Geschäftsführer der HSBA, erläuterte, dass das Engagement im (Leistungs)Sport für die Hochschule der Handelskammer nicht nur profilbildend ist, sondern dass durch Sport eben auch zentrale Werte der Hochschule wie „Erfolg durch Leistung“, „Übernahme von Verantwortung“ und „Fairness als Handlungsprinzip“ transportiert werden. Die HSBA wird ihr Engagement im studentischen Sport weiter ausbauen und zusammen mit dem Hochschulsport Hamburg im kommenden Jahr erstmals die Deutsche Hochschulmeisterschaft Feldhockey durchführen.

Die Sportstadt Hamburg

Der Staatsrat für Sport, Rolf Reincke, nutzte die Gelegenheit, die Bedeutung des Leistungssports für den Standort Hamburg aus Sicht des Senats zu betonen. Die Förderung des Leistungssports ist auch unter dem neuen Leitbild „Wachsen mit Weitsicht“ weiterhin Bestandteil der konzeptionellen Überlegungen zum Ausbau der Marke Sportstadt Hamburg. „Die positiven Entwicklungen an der Eliteschule des Sports und dem Internat des Olympiastützpunktes müssen dadurch nachhaltig abgesichert werden, dass die Profilquote für Spitzensportlerinnen und -sportlern auch in Hamburg analog zu Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg eingeführt wird“. Dafür soll ein breiter politischer Konsens herbeigeführt werden, der zum nächsten Bewerbungszyklus greift.

Einmalige Spitzensportförderung

Prof. Dr. Holger Fischer, Vizepräsident der Universität Hamburg und Direktor des Hochschulsports, machte deutlich, dass sich der Hochschulsport Hamburg als zentrale Einrichtung für alle Hamburger Hochschulen weiterhin stark in der Förderung des studentischen Wettkampfsports engagieren wird. Die Bereitstellung einer Personalstelle für die Spitzensportförderung aus Hochschulmitteln ist immer noch einmalig in der Republik. Die Erfolge der Zusammenarbeit von Hochschulsport und Olympiastützpunkt gelten als „Best Practice“ Beispiel in Deutschland. Allerdings braucht dieses Modell grundsätzlich eine finanzielle Absicherung durch externe Geldgeber. Hierzu skizzierte er die Grundlagen eines Stipendien- und Finanzierungsmodells.

Das Brüderpaar Deibler als Beispiel für eine „Duale Karriere“

Markus DeiblerIngrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein, blieb der Höhepunkt des Abends vorbehalten. Als sie sich gerade bei allen Beteiligten für das erfolgreiche letzte Jahr bedankt und den Sportlerinnen und Sportlern gratuliert hatte, sprang bei der Live-Übertragung von der Kurzbahn-Europameisterschaft in Eindhoven auf dem Bildschirm im Hintergrund, Markus Deibler zum Finale über 200 Meter Lagen ins Wasser. Alle Anwesenden verfolgten angespannt den Kampf des Hamburger Studenten (UNI HH/Wirtschaftsingenieurwesen) und bejubelten nach 1.53.25 Minuten die erste von insgesamt drei Goldmedaillen für ihn bei dieser Europameisterschaft.
Das Brüderpaar Markus und Steffen Deibler (HAW/Umwelttechnik) holte zusammen sogar sieben Goldmedaillen bei der Kurzbahn-Europameisterschaft und dokumentierte, dass Leistungssport und Studium tatsächlich vereinbar sind, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Ingrid Unkelbach machte an diesem Beispiel deutlich, wie wichtig für den Sportstandort Hamburg die Förderung der „Dualen Karriere“ an den Hochschulen sei. Mehr als 90% der am Olympiastützpunkt akkreditierten Athletinnen und Athleten streben eine akademische Ausbildung an. Diese Doppelbelastung lässt sich nur mit einem Netzwerk von Unterstützern in beiden Systemen (Hochschule und Leistungssport) bewältigen.

Der Abend klang aus bei Fingerfood, Getränken und spannenden Gesprächen über Sport, Leistungssport und Studium. Es wurde klar, dass die Hamburger Studierenden auch im nächsten Jahr wieder eifrig Titel und Medaillen sammeln wollen.

Jörg Förster, Hochschulsport Hamburg