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07.07.2010 | Kategorie: Handball , DHM , 2010

Spannung bis in die letzte Sekunde

Es sollte ein langes Wochenende werden. Vom 02. bis 04. Juli 2010 fand in Konstanz in der Schänzlehalle und der Unisporthalle die DHM Handball statt.

Für die Teams der Universität Konstanz ertönte jedoch schon am Samstagnachmittag der Schlusspfiff. Die Bilanz bei den Frauen: Drei klare Niederlagen gegen Berlin (15:28), Kiel (17:33) und Kassel (15:24). Nahezu alle Spielerinnen des Zweitligisten SV Allensbach konnten nicht teilnehmen. Im Vordergrund stand somit von Beginn an der Spaß am Spielen gegen große Mannschaften wie die WG Berlin.

Die Konstanzer Männer verloren zwar ebenfalls alle Spiele, jedoch nur knapp. Gleich die erste Partie wurde gegen die späteren Hochschulmeister aus Leipzig mit 24:26 bestritten. Gegen Stuttgart verlor Konstanz knapp mit 18:20 und auch der spätere Finalist aus Mainz konnte den Abstand nicht auf mehr als zwei Tore ausbauen (23:25).

Bei den Frauenteams kristallisierten sich nach Gruppenphase bereits zwei Favoriten heraus. Sowohl die WG Berlin als auch die WG Stuttgart entschieden alle Gruppenspiele für sich. Beide Mannschaften konnten ihr Potenzial maßgeblich durch Spielerinnen aus der Bundesliga abrufen. Für Berlin spielten vom Frankfurter HC Janine Wegner, Anja Scheidemann sowie Friederike Gubernatis und Christine Beier, die zudem für die deutsche Handballnationalmannschaft aktiv sind. Die Stuttgarter stellten drei frischgebackene Erstliga-Spielerinnen auf: Helena Frank, Lana Holder (früher SV Allensbach) und Tina Michel haben mit der SG BBM Bietigheim in der letzten Saison überraschenderweise den Aufstieg geschafft.

So kam es im Finale zu einem packenden Duell, das zunächst sogar nach einer Überraschung aussah, denn bis wenige Sekunden vor Schluss lag Stuttgart mit 20:19 vorne. Erst ein Siebenmeter in letzter Sekunde rettete die Berlinerinnen in die Verlängerung. In der bewiesen sie dann letztendlich mehr Biss und gingen als strahlende Sieger mit 25:23 vom Platz. Friederike Gubernatis sagte nach dem Spiel: „Das war unglaublich knapp. Wahnsinn, dass die Stuttgarter Spielerinnen so dagegenhalten konnten.“ Die Hochschulmeisterschaft in Konstanz bedeutete für die Profi-Spielerin „großen Spaß“, sie sei sehr gerne hierhergekommen.

Die Überraschungsmannschaft der Herren kam in diesem Jahr aus Mainz. Zehn Jahre hatten sie nicht mehr an den Hochschulmeisterschaften teilgenommen. Nachdem sie schon in der Vorrunde mit einem Sieg über die klar überlegenen Stuttgarter für Aufsehen gesorgt hatten, lieferten sie sich mit den Titelverteidigern aus Köln ein echtes Herzschlag-Halbfinale. Bis in die letzte Minute der zweiten Verlängerung stand es Unentschieden, bis ein letzter Siebenmeter zum 26:25-Endstand führte. Auch im Finale konnte Mainz mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und Spielfreude gegen Leipzig bestehen, so dass hier ebenfalls eine Verlängerung notwendig wurde. Erst ganz zum Schluss verließen die Mainzer die Kräfte und Leipzig gewann die Hochschulmeisterschaft mit 31:27.

Autor: Sebastian Brauns - Quelle: Südkurier, 06.07.2010