Silber und Bronze für das deutsche Karateteam bei der WUC

Für Silvia Sperner und Alexander Heimann lief am gestrigen Freitag nahezu alles nach Wunsch, sodass der Tag mit einer Silber- und Bronzemedaille sehr erfolgreich für das deutsche Karateteam endete.

Silvia Sperner (VFH Wiesbaden/bis 61 Kg), die als amtierende Teamweltmeisterin und Drittplatzierte der diesjährigen Europameisterschaft zu den Favoritinnen zählte, überzeugte auf ganzer Linie und zog souverän ins Finale ein. Dabei schaltete sie Kämpferinnen aus den USA, Tunesien und Bosnien aus. Im Finale wartete mit der Chinesin Li Jin Jin eine relativ unbekannte Athletin. Das Finale endete nach der regulären Kampfzeit von drei Minuten 0:0, sodass es in eine einminütige Verlängerung ging. Hier hatte die Chinesin das bessere Ende für sich und bekam in einem sehr engen Kampf zwei Wertungen zugesprochen. Silvia Sperner musste sich mit dem Silberrang zufrieden geben, wurde aber trotzdem von der deutschen Mannschaft mit viel Beifall bedacht.

Ähnlich erging es dem amtierenden Deutschen Meister Alexander Heimann (DHPG Saarbrücken/bis 60 Kg), der all seine Kämpfe bis zum Halbfinale kontrollierte und mit großer Übersicht für sich entscheiden konnte. Im Halbfinale scheiterte er jedoch denkbar knapp am Koreaner Ji Hwan Lee. Nach der regulären Kampfzeit stand es noch 4:4. In der einminütigen Verlängerung konnte sich der Koreaner jedoch hauchdünn mit einem Punkt absetzen und zog ins Finale ein. Heimann, der im ersten Moment sehr enttäuscht war, fand schnell wieder seine optimale Einstellung und fightete im kleinen Finale gegen den Japaner Ryuko Kawano mit großem Kämpferherz. Heimann war schon mit 4:0 in Führung, als der Japaner in den Kampf zurück fand und auf 4:3 heran kam. Da Heimanns Kontrahent jedoch keine Chance mehr sah, den Kampf mit regulären Mitteln für sich zu entscheiden, wurde er wegen wiederholtem Kontakt kurz vor Kampfende disqualifiziert, sodass Bronze für Deutschland sicher war.

 

Den beiden anderen deutschen Studenten erging es leider nicht so gut.

Fabian Kunze (Uni Jena/bis 67 Kg) hatte zwar sehr gute Erinnerungen an das Sportzentrum von Podgorica, wo er 2006 den Europameistertitel errang. Aber mit Japan und Iran befanden sich absolute Topkämpfer in seinem Pool, sodass er eine denkbar schwierige Ausgangssituation hatte. Leider kam das Aus schon in der ersten Runde gegen den Iraner Hamed Ziksari.

Matthias Tausch (Uni Potsdam/bis 75 Kg) war in diesem Jahr Deutscher Hochschulmeister in Berlin geworden und hatte sich bei seinem ersten großen internationalen Auftritt persönlich viel vorgenommen. Der Iraner Saeid Farrokhi war jedoch noch eine Nummer zu groß, sodass auch er in der ersten Runde ausschied.

Am Ende überwog jedoch die Freude über die Silber- und Bronzemedaille im deutschen Team.

 

Wettkämpfe am Samstag, den 17. Juli und Sonntag, den 18. Juli 2010

Am heutigen Samstag, den 17. Juli 2010 ist nur Heinrich Leistenschneider in der Klasse bis 84 Kg für Deutschland am Start. Auf den Studenten von der Uni Regensburg wartet in der ersten Runde mit Dejan Jovovic der Lokalmatador aus Montenegro. Keine leichte Aufgabe für Leistenschneider, der sich trotzdem eine gute Chance auf eine Medaille ausrechnet.

Am Sonntag stehen zum Abschluss der 7. Studierenden-Weltmeisterschaft Karate noch die Teamwettbewebe im Kate und Kumite auf dem Programm. Deutschland wird im Kumite mit einem Frauen- und Männerteam am Start sein. Zumindest die Männer können sich berechtigte Hoffnung auf eine vordere Platzierung machen und werden noch einmal alles geben.