Jens Schoor beim Einmarsch der Teilnehmenden

14.07.2010 | Kategorie: WUC , Squash , 2010

Silber bei WUC Squash für Jens Schoor

Jens Schoor, Student der FU in Hagen, nahm als einziger deutscher Athlet an der WUC Squash in Melbourne teil. In seinem Blog berichtet er von der Erfolgsstory...

11. Juli 2010: Die ersten Runden
…Heute habe heute meine ersten beiden Runden bei der WUC absolviert. Zu Turnierbeginn hatte ich in der ersten Runde aufgrund meiner Weltranglistenposition und der entsprechenden Setzung an Positon Zwei ein Freilos.

Schwieriger sollte es allerdings dann in Runde zwei werden. Ich musste gegen den Kanadier Adrian Dudzicki spielen, gegen den ich auch schon mal bei einem PSA Turnier angetreten bin. Ich war auf jeden Fall noch nicht wirklich auf dem Court anwesend als das Spiel begann und verlor den ersten Satz mit 3-11. Danach lief es allerdings besser und ich gewann die nächsten drei Durchgänge deutlich mit 11-4, 11-4, 11-3...

12. Juli 2010: Erfolgreiches Viertelfinale
… Nun ging es im Viertelfinale gegen den für Großbritanien spielenden Chris Hall weiter. Sicherlich keine leichte Aufgabe, denn immerhin hat Chris auch auf einigen PSA Turnieren mit einigen guten Ergebnissen abgeschnitten.

Für mich ging es im ersten Satz recht gut los. Ich führte schnell mit 5-2, allerdings stellte der Engländer sein Spiel und seine Taktik um. Ich kam mit seiner neuen Spielweise nicht so richtig zurecht und spielte sein Spiel einfach mit. Ich verlor den ersten Satz mit 7-11.
Im zweiten Satz startete ich von Beginn an deutlich konzentrierter und druckvoller. Ich konnte diesen Satz nach einigen längeren Ballwechseln schlussendlich mit 11-5 für mich entscheiden. Im dritten Satz spielte ich ähnlich, hatte das Spiel völlig im Griff und gewann mit 1-11. Im vierten Satz war ich von Beginn an darauf gefasst, dass Chris nun alles geben wird, um die letzte Chance auf einen Sieg zu wahren. Ich startete gut und konnte mir eine hohe Führung herausarbeiten, die mir letztlich den Satz bescherte, auch wenn es zum Schluss wieder ein wenig enger wurde. Ich gewann diesen Durchgang mit 11-8 und bin mit diesem Sieg ins Halbfinale eingezogen…

13. Juli 2010: Souveränes Halbfinale
…Ich war hoch motiviert, das heutige Halbfinale zu gewinnen. Ich musste gegen den US- Amerikaner Todd Harrity spielen, der gestern ein richtig gutes Spiel zum Einzug ins Halbfinale abgeliefert hatte.

Für mich hieß es also gleich von Anfang an aufpassen und konzentriert spielen. Ich versuchte es mit hohem Tempo und viel Druck nach hinten und die Taktik ging nach einigen umkämpften Punkten auch auf. Ich konnte den ersten Satz mit 11-7 gewinnen und merkte auch schon, dass mein Gegner physisch etwas angeschlagen war. Im zweiten Satz legte ich noch eine Schippe oben drauf, kam selbst immer besser ins Spiel und drängte Todd so zunehmend in die Defensive. Er war auf jeden Fall im zweiten Satz derjenige der von uns beiden, der deutlich mehr Laufarbeit zu absolvieren hatte. Ich gewann auch diesen Satz mit 11-8 deutlicher als es am Ende aussah. Der dritte Satz verlief ähnlich wie der Zweite. Ich kontrollierte die Ballwechsel und konnte mir einen hohen Vorsprung zum 10-2 herausarbeiten, wollte dann allerdings den Punkt zu schnell machen und verlor noch einige Punkte, bevor ich das Spiel letztlich mit 11-6 und 3-0 gewann und mir damit den Finaleinzug sicherte…

14. Juli 2010: Finale und Silber
…Heute, am 14. Juli 2010, stand für mich das Finale des Turniers an. Ich musste gegen den an Eins gesetzen Engländer Joel Hinds spielen und wusste, dass es sicherlich kein leichtes Match würde.

Im ersten Satz spielte ich ein gutes Tempo und bestimmte die meisten Ballwechsel. Allerdings konnte ich trotz allem die entscheidenden Punkte nicht gewinnen, da ich viel zu viele leichte Fehler machte und den Ballwechsel trotz der guten Vorbereitung immer gegen mich entschied. Ich verlor den ersten Satz mit 11-6. Im zweiten Satz hatte ich einen deutlich besseren Start und spielte konzentrierter. Ich verlor allerdings gegen Mitte des Satzes mein erfolgreiches Konzept und kehrte wieder zu meinem alten Spiel von Satz Eins zurück. Auch den zweiten Satz musste ich dann letztlich mit 11-7 abgeben. Im dritten Satz startete Joel Hinds mit unglaublichem Selbstbewusstsein und traf auch dementsprechend. Ich konnte nicht wirklich viel gegen das starke Auftreten und präzise Spiel von ihm ausrichten und verlor auch den dritten und letzten Satz mit einem deutlichen 11-2. Glückwunsch an Joel, er hat heute wirklich ein starkes Spiel gemacht…

Leider konnte ich den Titel nicht gewinnen und bin “nur” Vizeweltmeister der Studierenden geworden. Für mich war es trotzdem ein gutes Turnier auch wenn ich im letzten Spiel nicht wirklich an meine sonstige Leisung anknüpfen konnte. Aber es gibt eben solche Tage – und heute war eben einer dieser Tage, an denen es einfach nicht laufen soll.

Jetzt werde ich mir erstmal ein bisschen was von Australien anschauen und mich dann intensiv auf die nächsten Turniere hier vorbereiten, die Anfang August stattfinden.

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