25.11.2008 | Kategorie: Archiv

Koalitionsantrag setzt sich engagiert für studierende Spitzensportler ein

Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder müsse für die Probleme studierender Spitzensportler weiter sensibilisiert werden. Die Bundesregierung solle darauf hinwirken, dass die KMK die Rahmenbedingungen durch eine schnelle Umsetzung der in ihrer Regelungshoheit liegenden Vorschläge aus der gemeinsamen Erklärung (mit DOSB, Sportministerkonferenz und Hochschulerektorenkonferenz, d. Verf.) deutlich verbessert.

„Duale Karrieren im Spitzensport fördern und den Hochschulsport strategisch weiterentwickeln“ heißt es in dem Antrag, den der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Riegert konzeptionell entwickelt hat und der von den Koalitionsfraktionen zur Beschlussfassung in den parlamentarischen Geschäftsgang eingebracht wurde. Weiter steht in der Drucksache: Die Bundesregierung solle darauf hinwirken, „dass bei der Vergabe der Studienplätze und beim Wechsel von Studienort oder Studiengang in bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen durch die Zentralstelle für die Vergabe von Studien-plätzen (ZVS) weitergehende Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler geprüft werden“. Schließlich sollten nunmehr die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Workshop „Duale Karriere – Vereinbarkeit von Spitzensport, Ausbildung und Beruf“ umgesetzt werden, der im Mai 2007 im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft veranstaltet wurde. ((<Spitzensportler_2.jpg))Studierende seien eine „große Stütze“ des Sports, heißt es im sogenannten Feststellungsteil des Antrags, der Ende Januar 2009 in erster Lesung im Plenum behandelt werden soll. 37 Prozent der deutschen Olympiastarter in Peking waren an Hochschulen immatrikuliert; 15 von 41 Medaillen und somit 36,6 Prozent seien von Aktiven in akademischer Ausbildung gewonnen worden. Dies sei im Vergleich zu Russland oder zu den USA ein eher geringer Anteil. Klaus Riegert begründete die von ihm gestartete Initiative („Der FDP-Kollege Detlef Parr hat uns mit seinen intensiven Bemühungen zur Stärkung des Spitzensports an den Hochschulen eine Vorlage geliefert“) in Berlin so: „Es sind an den Universitäten und Fachhochschulen noch etliche Kapazitäten frei, um Regelungen treffen zu können, die Präsenzpflicht am Studienort flexibel an Verpflichtungen durch Wettkämpfe und Trainingslehrgänge anzupassen.“ Zwar habe der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh), in dem 173 Mitgliedshochschulen vereint sind, schon viele Verträge mit Universitäten zur besseren Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium abgeschlossen. „Doch“, so unterstreicht es der Abgeordnete aus dem baden-württembergischen Süssen, „es gibt noch mehr zu tun. Wir Bundespolitiker müssen dies jetzt pushen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Wir müssen Rektoren, Professoren und Dekanen deutlich machen, dass eine berufliche Ausbildung von Aktiven durch ehrgeizige Teilnahme am Spitzensport nicht beeinträchtigt werden darf. Wer im Sport auf Erfolgskurs einbiegen will, darf keine Nachteile aus der Doppelbelastung Studium und Spitzensport haben.“ Deutschland hat 380 Hochschulen. 85 von ihnen haben mit dem adh eine Vereinbarung abgeschlossen und werden somit als „Partnerhochschule des Spitzensports“ geführt. Ein Großteil der derzeit 1.200 im Studium stehenden Kaderathleten erhält dort Unterstützung von Mentoren und kann Anwesenheitszeiten und Studienleistungen flexibel gestalten. Quelle: DOSB-Presse