Gemeinsam mehr erreichen: DOSB-Fachforum „Mentoring im Sport“

Seit zehn Jahren führt der adh das Tandem-Mentoring-Projekt durch. Nun fand das DOSB-Fachforum“Mentoring im Sport“ in Zusammenarbeit mit den LSBs Niedersachen und NRW sowie dem adh statt.

Am Samstag, den 23. November 2013 fand in Kooperation mit dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) und den Landessportbünden Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen mit knapp 30 Teilnehmenden das DOSB-Fachforum „Mentoring im Sport“ im Haus des Sports in Frankfurt statt. Ziel der Veranstaltung war es, Erfolge und Varianten von Mentoring-Programmen aufzuzeigen, den Austausch und die Vernetzung der DOSB-Mitgliedsorganisationen, rund um diese Strategie zu unterstützen und Impulse, für eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Mentoring-Programmen im organisierten Sport zu setzen. Die Veranstaltung richtete sich sowohl an Vertreterinnen und Vertreter des organisierten Sports, die eine solche gezielte Talentförderung planen, als auch an jene, die bereits Erfahrungen in der Umsetzung von Mentoring-Programmen haben. Zu letzteren zählt zweifelsohne der adh, der inzwischen auf eine zehnjährige Mentoring-Erfahrung zurückblicken kann.

Nach der Begrüßung durch Mona Küppers, Mitglied der Sprecherinnengruppe der Frauenvollversammlung im DOSB, referierte zunächst Dr. Britt Dahmen, aus deren Feder auch das Tandem-Mentoring-Projekt des adh entsprungen ist, über die Erfolgsfaktoren und verschiedenen Varianten des Mentorings. Deutlich wurde dabei, dass Mentoringprogramme  in der hier vorgestellten  „Vollversion“ äußerst ressourcenintensiv sind. Die im Laufe des Nachmittags noch mehrfach diskutierte Frage, inwieweit auch etwas weniger aufwändige Lightversionen von Mentoring-Programmen denkbar sind, kann, so der Tenor, nur vor dem Hintergrund der jeweiligen Zielsetzung und der Zielgruppe des Programms entschieden werden.

Interview-Karussell beleuchtet Nutzen der Programme für Teilnehmende und Verbände

Dem Vortrag Dahmens folgte ein perspektivenreiches Interview-Karussell, welches die unterschiedlichen Blickrichtungen der Akteurinnen und Akteure beleuchtete. So kamen im Laufe dieses Programmpunkts Mentees, Mentoren beziehungsweise Mentorinnen sowie Organisatorinnen zu Wort. Seitens des adh berichteten Julia Töws als ehemalige Mentee und Heiner Henze als mehrfacher Mentor über ihre Motive und Erfahrungen sowie ihren persönlichen Nutzen. Aber auch der verbandliche Benefit, der nicht nur in der eigenen Nachwuchsförderung sondern auch in den vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Organisationen liegt, wurde schon allein durch den Werdegang von Michela Röhrbein deutlich. Röhrbein, selbst einst Mentee und nachfolgend langjähriges ehrenamtliches Projektteammitglied im adh-Projekt, hatte im letzten Jahr im Mentoring-Programm des DOSB die Rolle als Mentorin übernommen und war in dieser Funktion ebenfalls Teil der Interviewrunde.

In zwei Workshops konnten sich die Teilnehmenden anschließend untereinander austauschen. Der erste Workshop richtete sich primär an Teilnehmende, die bislang wenig oder keine Erfahrungen mit Mentoringprogrammen gesammelt haben. Hier wurden die grundlegende Struktur und die notwendigen Arbeitsschritte in der Vor- beziehungsweise Nachbereitung eines Projektdurchgangs besprochen. Im Austausch mit den Teilnehmenden wurde schnell klar, dass ein solches Grundgerüst zunächst nur ein erstes Veranstaltungsdesign darstellt. Dieses muss den jeweiligen Anforderungen und Bedingungen angepasst werden in dem das Mentoring-Programm durchgeführt wird.

Im zweiten Workshop trafen sich die „Mentoring-Erfahrenen“ und diskutierten die Frage inwieweit Mentoring-Programme auch zu strukturellen Veränderungen im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit beitragen können. Darüber hinaus wurden auch Möglichkeiten von gemischtgeschlechtlichen Mentoring-Programmen sowie Erfahrungen und Ideen zur Ansprache potenzieller Mentees thematisiert.

Mentoring-Programme finden auch vermehrt in der Wirtschaft statt

Zum Abschluss des Fachforums zeigte Kathrin Mahler Walter von der Europäischen Akademie für Frauen (EAF) in ihrem Vortrag auf, wie Unternehmen aus der Wirtschaft Mentoring-Programme einsetzen und gestalten. Interessant ist die Tendenz großer Wirtschaftsunternehmen sogenannte Sponsoring-Programme anzulegen. Ziel dieser Sponsoring-Programme ist es, Frauen der mittleren Führungsebene gezielt auf das Topmanagement vorzubereiten und schlussendlich dort zu platzieren. In einer One-to-One Beziehung treten dabei Führungskräfte der Vorstandsebene als Sponsoren und Führsprecher auf und platzieren ihre Protegé an strategisch wichtigen Stellen. Bei dieser Art der Personalförderung wird der Sponsor in eine wesentlich konkretere Verantwortung für die Karriere seiner Protegé genommen. Beim Mentoring steht hingegen das Beraten und Begleiten der Mentee an erster Stelle. Die Entscheidungen und letztendlich die Karriereschritte an sich kommen aber von der Mentee selbst.  

Am Ende gab Kirsten Witte-Abe, stellvertretende Ressortleiterin Chancengleichheit und Diversity im DOSB den Ausblick, dass dies nicht das letzte Fachforum Mentoring im Sport gewesen sein soll und fand damit breite Zustimmung unter den sehr interessierten Teilnehmenden.