FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011

Auslosung der FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland

Gelungene Auslosung der FIFA Weltmeisterschaft der Frauen

Kurz und knackig war sie, spannend und stimmungsvoll, die Auslosung zur Endrunde der sechsten FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft am 29. November 2010.

Ein glückliches Händchen hatten sie sich alle von ihm versprochen. Doch nicht für Glückslos, sondern für glücklos stand der Name von Oliver Kahn am Dienstagabend bei der groß angesagten WM-Lotterie. Wegen des überraschend hereingebrochenen Schneechaos` musste der frühere Weltklassetorwart seine Hauptrolle als Lospate absagen. Desgleichen wurden Franz Beckenbauer und etliche Mitglieder der verschiedenen Team-Delegationen Opfer der winterlichen Witterungsbedingungen. Dennoch: Kurz und knackig war sie, spannend und stimmungsvoll, die Auslosung zur Endrunde der 6. FIFA Frauenfußball-Weltmeisterschaft am 29. November 2010. Am Tag, als das erste Weltfestival des Frauenfußballs in Deutschland sein internationales Gesicht bekam. Deutschland gegen Kanada, damit geht´s los am 26. Juni 2011 beim Eröffnungsspiel im Berliner Olympiastadion.

Der Gastgeber und Titelverteidiger eröffnet also gegen jenes Team das  dreiwöchige Turnier, das alle seine Qualifikationsspiele souverän und ohne Gegentor gewonnen hat. In Berlin, wo im mit 75.000 Zuschauenden erhofften ausverkauften Olympiastadion ein neuer Europarekord für Frauenfußballspiele aufgestellt werden und damit gleich ein kräftiger Paukenschlag ertönen soll. Hierfür wurde, wie für alle anderen Begegnungen, gleich im Anschluss an die Auslosung das Ticket-Portal auf www.FIFA.com/deutschland2011 wieder geöffnet. Am 17. Juli endet die WM in Frankfurt am Main mit dem Finale. Davor wird zudem in Augsburg, Bochum, Dresden, Leverkusen, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg sowie drei weitere Male in Frankfurt gespielt.

Dass Deutschland im September 2010 den Test in Dresden gegen Kanada 5:0 gewann, will DFB-Trainerin Silvia Neid ebenso wenig als Maßstab für die WM-Ouverüre in der Hauptstadt gelten lassen, wie das jüngste 8:0 in Leverkusen über Afrika-Meister Nigeria, der in Frankfurt ein weiterer Gegner in der Gruppe A sein wird. „ Wir nehmen diese beiden Mannschaften nicht auf die leichte Schulter. Jetzt geht die Arbeit richtig los und die Vorbereitung wird gezielt auf die jeweiligen Gruppengegner abgestellt. Ich bin zufrieden mit der Auslosung und kann, wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, mit dieser Gruppe gut leben“, sagte die Erfolgstrainerin, die mit ihrem Team gegen Frankreich in Mönchengladbach auf den vielleicht stärksten Vorrundengegner trifft.

16 Mannschaften, 32 Spiele, neun Stadien und vier Gruppen. Diesen Fakten und Zahlen galt es für das slowakische Model und FIFA-Frauenfußball-Botschafterin Adriana Karembeu sowie Günter Netzer in Vertretung des verhinderten Oliver Kahn als Lospaten zu sortieren. Millionen Zuschauer verfolgten weltweit an den Fernsehgeräten die in Deutschland vom ZDF live gesendete und von Tatjana Haenni, Abteilungsleiterin für Frauenfußball bei der FIFA, mit Assistenz von Steffi Jones souverän geleitete Auslosung. Das Resultat ließ und lässt an Diskussionsstoff nichts zu wünschen übrig, gibt den Fans jetzt weltweit noch sieben Monate Zeit für Träume und Spekulationen und ermöglichte den Offiziellen noch an Ort und Stelle in der Frankfurter Messe die übliche Hoch- und Tiefstapelei in eigener Sache. Olympiasieger USA dürfte mit der Demokratischen Volksrepublik Korea, dem starken Neuling Kolumbien und vor allem Schweden die vielleicht schwierigste Gruppe erwischt haben.

Was von dieser bislang größten Frauenfußball-WM, bei der erstmals in neun Stadien gespielt und auf die bislang üblichen Doubleheader (zwei Spiele direkt hintereinander im gleichen Stadion am selben Spieltag) verzichtet wird, speziell sportlich, aber auch generell für die Entwicklung des Frauenfußballs zu erwarten ist, verdeutlichten Petra Roth in ihrem Grußwort sowie Theo Zwanziger, Worawi Makudi und Steffi Jones auf der 300 Quadratmeter großen Bühne.

„Die WM 2011 in Deutschland wird beweisen, dass Frauenfußball heute auf höchstem technischen Niveau gespielt wird“, verkündete der wegen eines wichtigen anderen Termins verhinderte FIFA Präsident Sepp Blatter in einer Grußbotschaft und ergänzte: „Es ist eine große Freude und ein wichtiges Zeichen, dass das Turnier 2011 in Deutschland und damit in einem Land ausgetragen wird, das über eine Million Spielerinnen zählt.“ Petra Roth verwies auf Frankfurt als „die Gründerstadt und Hochburg des deutschen Frauenfußballs“ und betonte, dass mit „dem Herz des Frauenfußballs in Frankfurt Eleganz, Dynamik und Führung, Ballführung nämlich, zu Hause sind.“ Worawi Makudi sagte, dass der Frauenfußball kontinuierlich wachse überall auf der Welt und dass Fußball ein Spiel sei, „das definitiv für Frauen und Mädchen gemacht ist“. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger versicherte, dass sich die Fans auf tolle Spiele einstellen könnten und „Deutschland sich auch in seiner sozialen Verantwortung in großartiger Weise als Gastgeber präsentieren wird“. Zwanziger weiter: „Ich bin überzeugt, dass 2011 den Frauenfußball auf ein neues Level heben wird.“

Mit der Gewissheit, die der reine Losvorgang erbrachte, sind der FIFA und dem deutschen Organisationskomitee mit der gelungenen Zeremonie in Frankfurt zudem eine markante Eigenwerbung und beachtliche Außenwirkung für das globale Frauenfußballfestival im Sommer 2011 gelungen. Beobachtet von 200 Medienvertretern im Saal sowie unterstützt von 100 Volunteers und mehr als 60 eingesetzten Sicherheitskräften sorgte ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm bei der Lotterie in der „Harmonie“ für Kurzweil und gute Unterhaltung. Die Pop-Rocker von „Wir sind Helden“ trieben mit einem Showact die Betriebstemperatur im Auditorium in die Höhe. Prägnante Filmeinspieler informierten über Deutschland als WM-Sportland, den Stand der WM-Vorbereitungen, über die bisherigen WM-Endrunden und die neun WM-Spielorte.

Kurzum: der Boden ist bereitet für ein zweites Sommermärchen, diesmal mit femininen Inhalten. „2006 gab uns eine perfekte Steilvorlage auch dank Franz Beckenbauer. Er öffnete die vielen Türen, durch die ich jetzt hindurch laufen und mit meinem Charme neue Mitstreiter für den Frauenfußball gewinnen kann“, erklärte Steffi Jones in Frankfurt.