24.06.2008 | Kategorie: EUC , International , 2013 , Tischtennis

EUC Tischtennis: Aktive holen zwei Medaillen

Neben den zwei Medaillen und den Viertelfinaleinzügen werden die Europäischen Hochschulmeisterschaften (EUC)Tischtennis vom 19. bis 22. Juni 2008 in Latina für die deutschen Athleten auch wegen der tollen Gesamtorganisation des Ausrichterteams vor Ort in besonderer Erinnerung bleiben.

 

„Ich hab schon drei Chinesen gesehen. Einer davon spielt nächste Saison bei uns in Montpellier an Position 1”, bemerkte Lennart Wehking gleich zu Beginn der Eröffnungszeremonie der Zweiten Europäischen Hochschulmeisterschaften Tischtennis in Latina, nahe Rom. Das ließ für den weiteren Turnierverlauf für die deutschen Mannschaften aus Köln und Saarbrücken nichts Gutes vermuten und tatsächlich dominierte das Team um Zhang Hong Ming der Metropolitan University London mit drei Chinesen und einem Quotenengländer sowohl den Teamwettbewerb, als auch den Einzel- und Doppelwettbewerb der Europameisterschaft.

Die WG Köln, mit Lennart Wehking dem Vorjahreszweiten im Einzel, setzte sich in der Gruppe mit Serbien, Polen und der Zweitvertretung der Russen souverän als Gruppenerster durch. Gleichzeitig kämpfte das Team der Universität des Saarlandes mit der Erstvertretung Russlands, England und der Türkei um den Einzug ins Viertelfinale. Nach einem deutlichen Sieg gegen die Türken waren Stephan Pache, Andreas Huber und Leo Stynen gegen die starken Vorjahresfinalisten aus Moskau unterlegen, konnten aber im entscheidenden Spiel beim 3:2 Krimi gegen England die Nerven behalten und ebenfalls ins Viertelfinale einziehen.

Großer Jubel dann im Viertelfinale auf deutscher Seite, als sich Lennart Wehking, Jakob Eberhardt, David Pfade, Felix Schmidt-Arndt und Dennis Michel von der WG Köln gegen Kroatien durchsetzten und damit den Einzug ins Halbfinale und die erste Medaille für Deutschland im Turnierverlauf sicherten.

Die Universität des Saarlandes bekam mit der Metropolitan University London den mit Abstand schwersten Gegner bereits im Viertelfinale und musste sich wie die WG Köln später im Halbfinale den starken Chinesen beugen. Im Finale gegen Russland gewann das Team um Zhang Hong Ming anschließend Gold für England.

Nur zu gerne erinnerten sich die deutschen Aktiven an Lennart Wehkings Auftritt im letzten Jahr, als er sich mit der lautstarken Unterstützung der Teamkollegen bis ins Finale der Einzelkonkurrenz vorspielen konnte.

Die zum Teil anarchistisch anmutende Turnierorganisation, die zuließ, dass der russische Trainer im Team-Event die bereits gelosten Gruppenzusammensetzungen noch mal zu seinen Gunsten ändern konnte, lieferte nun auch im Einzelwettbewerb Grund für Ärger.

So wurden die am Vortag im Team-Event souverän siegenden Chinesen vom Londoner Team im Unterschied zu den Russen nicht ansatzweise im Einzelwettbewerb gesetzt, sondern frei ins Feld gelost, was zur Folge hatte, dass der an Position drei gesetzte Lennart Wehking bereits in der zweiten Runde auf einen der Chinesen traf und nach 2:1 Satzführung noch gratulieren musste. Im leistungsmäßig dicht besetzten Feld war für alle deutschen Athleten spätestens im Achtelfinale Endstation.

Im Doppel konnten sich Andras Huber und Leo Stynen von der Uni Saarland bis ins Viertelfinale vorspielen, mussten sich aber der Paarung Zhang/Zhang geschlagen geben. Lennart Wehking und Jakob Eberhardt von der WG Köln stießen bis ins Halbfinale vor, konnten jedoch gegen die späteren Doppelstudenteneuropameister Zhan/Zhang nicht gewinnen. Über den russischen Trainer, der mit dem Stift in der Hand die Gruppenkonstellation zu Gunsten seiner Mannschaft änderte, wird man in ein paar Jahren sicher schmunzeln können. Aber auch erst dann.