EUC Beachvolleyball in Antalya

Von unseren getrennten Turnieren des vergangenen Montag morgens. Noch zu Wochenendes noch ein wenig geplättet. Betreten Christian und ich den Stuttgarter Flughafen um kurz nach 4 Uhr zu müde, um nervös zu sein, aber voller Erwartungen durchlaufen wir die Stationen des Check-ins und machen es uns in der Wartehalle bequem. Um halb 7 endlich startet unser Flug, den wir dann fast komplett verschlafen...

Vom 17. bis 22. Juni 2008 fand in Antalya, Türkei die EUC Beachvolleyball statt. 2 Helferinnen der Turnierorganisation erwarten uns bereits und setzen uns wenig später in einen Bus, mit dem außer uns noch 2 Dutzend Kisten Äpfel und Orangen zum Wettkampfgelände nach Colakli transportiert werden. Eine Stunde und 4 Äpfel später erreichen wir das Hotel. Eine weitere Stunde später haben wir alle Formalitäten geklärt und können nun endlich ein wenig Schlaf nachholen. Bis auf einen Strandspaziergang und ein ausgiebiges Abendessen wist an diesem Tag nichts mehr mit uns anzufangen. Voller Vorfreude fallen wir erschöpft ins Bett.


Um uns an die örtlichen Gegebenheiten wie Wind und vor allem die Hitze langsam zu gewöhnen, begeben wir uns früh zum Frühstück und dann direkt zum Strand. Doch schon um 9 Uhr ist die Hitze groß. Am Nachmittag trainieren wir dann mit den Holländern, die sich zufällig zur gleichen Zeit am Strand befinden. Damit ist der sportliche Teil des Tages auch schon bestritten, denn wir müssen schnell einsehen, dass man bei diesen Bedingungen mit seinen Kräften haushalten muss. Stolz tragen wir zum Abschluss des Tages nach dem Abendessen die Fahne zur Eröffnungsfeier. Gegen 23 Uhr stoßen auch Binsch/Winkler zu uns, so dass die Deutsche Delegation endlich komplett ist.

Da wir mit 18 Teams ins Turnier starten, haben sich die Organisatoren entschieden in 5 Gruppen Gruppenspiele abzuhalten, nach denen dann die Setzung auf die 16 Teams im Hauptfeld erfolgt. Wir befinden uns in einer Gruppe mit St. Gallen und den 2 Holländern, die wir vom Vortag ja bereits kannten. Da wir in eine 3 er Gruppe gelost wurden und gleich das erste Spiel frei hatten, können wir entspannt unseren Freunden aus Leipzig zuschauen, die sich im ersten Gruppenspiel gegen Zypern klar durchsetzen. Nachmittags gewinnen wir dann gegen Holland und Dirk und Maik sparen Kräfte gegen Estland. Fürs Hauptfeld sind wir jetzt bereits schon qualifiziert und so können wir zu viert schon unseren ersten Erfolg feiern.

Am Vormittag geht es gegen St. Gallen, gegen die wir knapp 2:1 gewinnen können. Also ist klar: Wir sind "King of the Group D"! Leipzig spart weiter Kräfte und muss die 2. Niederlage gegen Tschechien 3 einstecken. Was aber nicht weiter schlimm ist, schließlich sind wir ja alle 4 qualifiziert fürs Hauptfeld. Nach dem Mittagessen startet das Technical Meeting fürs Hauptfeld um 16 Uhr. Wir gehen an Seed 4 ins Turnier und treffen im ersten Spiel auf Türkei 2, das deutlich stärkere Heimteam, das aus 2 Brüdern besteht. Keine großen Spieler, aber sehr dynamische Kerle, die mit dem Wind und der Hitze sehr gut umzugehen wissen. Wie erwartet wird es ein enges Spiel, welches die Türken mit Hilfe des Schiedsgerichts und der lautstarken Unterstützung ihrer Fans leider 2:1 für sich entscheiden können(24:22, 19:21 u. 15:13). Schade! Leipzig gewinnt das erste gegen die Tschechien, gegen die sie am Vortag noch verloren hatten und unterliegt dann deutlich gegen die Ukraine (die späteren Turniersieger).

Christian und ich gehen um 8.30 Uhr an den Strand um uns auf dieses Spiel besonders vorzubereiten. Wir wollen ja auf keinen Fall gleich ausscheiden! Leider müssen wir wiederholt unsere Unerfahrenheit bemerken. An Einspielen ist nicht zu denken. Die Plätze sind noch nicht gespritzt und von den Helfern ist noch keine Spur. Es ist also einfach zu heiß. Um uns nicht die Füße zu verbrennen spielen wir in Flipflops ein paar Bälle hin und her. 10 vor 9 sind dann die Helfer und die Schiedsrichter da und nach Einschlagen und Aufschlägen geht's auch schon los. Die Esten, unsere Gegner, schlagen sehr gut auf und machen dabei erstaunlich wenige Fehler. Früh können sie in Führung gehen und so laufen wir den gesamten Satz hinterher. Am Ende können wir kurz gleichziehen, aber dann verlieren wir doch zu 19 den ersten Satz. Der zweite verläuft sehr ähnlich und wir müssen uns wieder zu 19 geschlagen geben. MIST! So schnell raus, nachdem wir in der Gruppe so erfolgreich waren. Und dann müssen wir auch noch mit ansehen, wie die Esten 2 Spiele nach uns den Rest der deutschen Delegation auch noch aus dem Turnier befördern. Und sich mit 4 Siegen an einem Tag bis ins Halbfinale spielen. Nachdem der erste Frust verflogen war, genießt die deutsche Delegation einen wunderschönen Badeabend am Strand von Colakli etwas abseits von Beachvolleyballfeldern und lauter türkischer Musik!

Langsam nehmen wir unsere Rolle als Urlauber an und sind hin- und hergerissen zwischen spannenden Finalspielen, Beachsoccer mit den Österreichern gegen die tschechische Delegation, dem immer reichlichen Essen, Baden gehen und kleinen Schläfchen in unseren klimatisierten Hotelzimmern. Am Abend gibt es dann noch eine große Feier auf dem Centercourt und das frühe Ausscheiden aus dem Wettkampf tut schon nicht mehr so weh. Es gibt frischen Kebab und Getränke. Die Stimmung der Spieler und der Helfer, die ein hervorragendes Turnier auf die Beine gestellt haben ist sehr ausgelassen. Gegen Mitternacht verabschieden wir uns dann von unseren Kollegen und legen uns schlafen, um 7 müssen wir wieder in den Bus steigen, der uns zum Flughafen bringt. Müde und doch irgendwie zufrieden einmal dabei gewesen zu sein schlafen wir schnell ein!