Das ENAS-EC

11.12.2012 | Kategorie: Wir , Vermischtes , Bildung

ENAS-Konferenz in Lissabon erfolgreich durchgeführt

Vom 7. bis 10. November 2012 trafen sich die ENAS-Mitgliedshochschulen zur jährlichen Konferenz und zum intensiven Austausch über die Entwicklung des Hochschulsports.

Das kooptierte EC-Mitglied Jörg Förster (FU Berlin) berichtet aus Lissabon.

Aus Deutschland waren die RWTH Aachen, die Freie Universität Berlin, die Universität Bochum, die Hochschule Darmstadt, die Technische Universität Dortmund, die Universität Münster und die Universität Potsdam mit Mitarbeitenden ihrer Hochschulsporteinrichtungen vertreten. Mit der Rekordteilnahme von 148 Gästen aus 18 Nationen haben die Portugiesischen Kollegen die Latte für nachfolgende Veranstaltungen sehr hoch gelegt.

Die 15. ENAS-Konferenz begann mit einem Empfang durch den Vizerektor der Universität Lissabon, Prof. Dr. António Vasconcelos Tavares. Anschließend nutzen die Delegierten die Gelegenheit zum informellen Austausch beim gemeinsamen Abendessen.

Gesundheitsförderung und Kompetenzerwerb im Hochschulsport
Am ersten Veranstaltungstag erläuterte Keynote-Speaker Prof. Dr. Pühse, Dekan des Instituts für Sportwissenschaft an der Universität Basel, in seinem Vortrag „Health and Exercise“ sehr kurzweilig, warum Sportangebote im Rahmen der akademischen Ausbildung für Studienerfolg, Work-Life-Balance und nachhaltig gesundheitsorientierte Lebensführung von besonderer Bedeutung sind. Sein Fazit lautete, „nicht nur der Kopf, sondern der ganze Mensch kommt in die Hochschule“. Ihm folgte mit Dr. Jose Campos, Leiter des Hochschulsports an der Universität Valencia. Er stellte umfänglich dar, wie und warum sich seine Hochschule sich mit einem speziellen Programm für behinderte Mitarbeitende aber auch externe Nutzerinnen und Nutzer in besonderer Weise engagiert. Im Anschluss an die Vorträge wurden die zuvor angesprochenen Aspekte in fünf Workshops ausführlich auf die Anwendbarkeit der Konzepte und Schlussfolgerungen diskutiert. Nach einer kurzen Mittagspause stand am Nachmittag das zweite TOPIC „Does Sport Make You Smarter?“ an. Karin Volkers, Universität Amsterdam, und Marije Baart de la Faille-Deutekom, Bureau Beweeg, referierten über den aktuellen Forschungsstand im Bereich Kognition und inwieweit nachgewiesen werden kann, dass sich Kognitionsleistungen durch Bewegung und Sport verbessern lassen. Es folgte Julia Schoenberner vom Hochschulsport der Universität Potsdam, die dem interessierten Auditorium von der erfolgreichen Einbindung von ECTS-relevanten Studienangeboten in den Hochschulsport berichtete. Die besonderen Möglichkeiten des Hochschulsports zum fachübergreifenden Kompetenzerwerb für Studierende wurden für alle Anwesenden deutlich. Der Hochschulsport an der Universität Potsdam ist damit nicht nur in Deutschland Beispiel gebend, wie die zahlreichen Nachfragen im weiteren Verlauf des Nachmittages zeigten. Erneut wurde das Thema der Beiträge in den Workshops vertieft.

Hochschulsport und seine Darstellung im öffentlichen Raum
Der zweite Tag startete mit Jon Brookstein vom British University Council for Sport, dem britischen Pendant zum adh. Topic war „Community Building through Sport“. Jon Brookstein stellte dar, wie sich der britische Hochschulsport systematisch mit den Akteuren des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeldes vernetzt hat und welche Wirkungen im Kontext der Olympischen Spiele angestrebt und erreicht werden konnten. Es folgten Best Practice Beispiele von Stephen Bennet (Dublin City University) und durch Neil Mosley vom Imperial College in London. Außerdem referierte Pika Radmilovic (Universität Maribor) über die angestrebten Veränderungen der internationalen Hochschulrankings und den potentiellen Impact, den der Hochschulsport in diesem Kontext leisten kann und soll. Die anschließenden Gruppendiskussionen zeigten sehr vielfältige Herangehensweisen an dieses Thema durch die Mitglieder. Am Nachmittag präsentierte Paulo Martins, einer der international angesehensten Kreativdirektoren der Werbebranche, seine Sicht auf das Thema „Spread the Word“. In einem gelungenen Vortrag begeisterte er die Anwesenden mit Bildern und Slogans und weckte den Mut, mit plakativen Botschaften für den Hochschulsport in die Öffentlichkeit zu gehen. Es folgte erneut ein Best Practice Beispiel, diesmal von der Universität Minho (POR), die ihr legendäres Sommercamp „Gata na Praia“ präsentierte und die Hochschulvertreter einlud, Studierende dorthin zu entsenden. Intensiven Diskussionen in verschiedenen Workshops folgte ein abwechslungsreiches Kultur- und Abendprogramm.

„Members Corner“ und Generalversammlung
Am letzten Veranstaltungstag hatten die Delegierten in der „Members Corner“ und in einer „Poster Session“ die Möglichkeit, ihren Hochschulsport oder besondere Projekte zu präsentieren. Jörg Förster nutzte die Gelegenheit, die Freie Universität Berlin und den Bezug ihres Hochschulsports zum Zukunftskonzept der „Internationalen Netzwerkuniversität darzustellen.

Am Nachmittag trat die Generalversammlung zusammen und das EC präsentierte umfänglich die Aktivitäten des letzten Jahres sowie die wirtschaftlichen Eckdaten der ENAS. Um die Arbeit des ehrenamtlichen EC künftig zu erleichtern und das Netzwerk professioneller aufzustellen, wurde nach intensiver Diskussion beschlossen mit den vorhandenen Finanzmitteln eine hauptamtliche Mitarbeiterstelle mit Sitz an der Universität Antwerpen zu schaffen. Abschließend wurden zwei neue Mitglieder in das EC gewählt. Mit Marika Lempinen (Universität Helsinki) und Michelle Tanner (Trinity College Dublin) ist nun auch wieder Frauenpower im EC vertreten, die durch überraschende Rücktritte zuletzt fehlte. Mit Jörg Förster von der Freien Universität Berlin ist weiterhin ein Vertreter des Deutschen Hochschulsports als kooptiertes Mitglied im Exekutivkomitee. Er wird sich in Zukunft verstärkt um den ENAS Award kümmern, einen Preis den die ENAS jährlich für besonders herausragende Projekte vergibt und der mit 1.000 € dotiert ist.

Die Mitgliederversammlung endete mit einem festlichen Dinner, bei dem die Vergabe des ENAS-Awards an das Trinity College in Dublin, das mit einem Projekt die Olympischen Spiele für den Hochschulsport optimal genutzt und erfolgreich „Community Building“ betrieben hatte, einen Höhepunkt bildete.

Positives Fazit
Jörg Förster zog ein rundum positives Fazit zur Veranstaltung: „Die Portugiesischen Gastgeber haben einen Benchmark in Sachen Gastfreundlichkeit und Programm gesetzt. Die Rekordteilnahme von 148 Gästen aus 18 Nationen macht deutlich, welchen Stellenwert diese Konferenz im europäischen Hochschulsport inzwischen hat und wie hier die engagierten Köpfe der Sporteinrichtungen erfolgreich zusammenarbeiten. Die sehr guten Beiträge haben den Teilnehmenden viele Anregungen für die Arbeit vor Ort aber auch im Netzwerk gegeben.“