30.10.2014 | Kategorie: Tandem , 2014

Ein Tandem blickt zurück: Sandra Zdzieblik und Dr. Andrea Altmann

Sandra Zdzieblik (Uni Gießen) und Dr. Andrea Altmann (Uni Jena) bildeten beim adh-Projekt Tandem-Mentoring 2013/2014 ein Duo. Dabei nutzten sie das Projekt zum praktischen Austausch.

Sandra Zdzieblik ist im Hochschulsport der Uni Gießen aktiv. Doch im vergangenen Jahr führten ihre Wege oft Richtung Jena. Mit Dr. Andrea Altmann stand ihr die Hochschulsportleiterin der Jenaer Universität als Mentorin im adh-Projekt Tandem-Mentoring zur Seite. Dabei nutzten die beiden Projekt-Teilnehmerinnen nicht nur die Zeit zum gemeinsamen Austausch, sondern erlebten hautnah die Praxis und den Alltag in der jeweils anderen Hochschulsporteinrichtung. Im Interview berichten Zdzieblik und Dr. Altmann von ihren Erfahrungen während der Projektphase.

Was nehmt ihr von eurer Teilnahme am Projekt Tandem-Mentoring mit?

Sandra Zdzieblik: Ich nehme die Inhalte der beiden Qualifizierungsseminare „Arbeitszeitmanagement und Selbstmanagement“ sowie „Selbstpräsentation“ mit und habe neue Berufserfahrungen (Umgang mit verschiedenen Situationen) im Kontext Hochschulsport sammeln können (besonders durch die verschiedenen Gespräche mit meiner Mentorin). Ebenso habe ich erste Erfahrungen im Bereich Networking dazu gewonnen.

Dr. Andrea Altmann: Die Teilnahme an dem Projekt hat meine eigene Tätigkeit ungemein bereichert. Zum einen habe ich wertvolle Einblicke in die Arbeits- und Denkweise einer jungen Berufseinsteigerin erhalten und auch Einblicke in andere Hochschulsporteinrichtungen. Zum anderen war es mir durch die vielen Gespräche mit meiner Mentee aber auch mit den anderen Tandems möglich, mein eigenes Handeln als Führungskraft zu reflektieren.  

Wie sah eure Zusammenarbeit während des Projekts aus?

Sandra Zdzieblik: Die sah sehr gut aus. Wir haben uns im Schnitt alle zwei Monate zu einem persönlichen Gespräch in Jena getroffen. Dieses dauerte meist zwei Stunden. Zudem haben wir zwischendurch gemailt. Darüber hinaus hatte ich die Möglichkeit beim Gesundheitstag des Hochschulsports Jena im September 2013 und auch bei der Tanzveranstaltung im Januar 2014 mitzuarbeiten. Im Gegenzug war Andrea im Februar 2014 bei uns im Hochschulsport in Gießen.

Dr. Andrea Altmann: Wir haben uns neben den offiziellen Projektveranstaltungen regelmäßig persönlich getroffen. Meist kam Sandra zu mir nach Jena. Einmal fuhr ich aber auch nach Gießen und nahm die Gelegenheit war, mir die dortige Hochschulsporteinrichtung anzuschauen. Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass Sandra an zwei unserer Hochschulsportveranstaltungen (Gesundheitstag und Tanzfest) teilgenommen hat und uns dort eine tatkräftige Unterstützung war. Der kontinuierliche Austausch via E-Mail war jedoch die Basis unserer Zusammenarbeit.

Welche Themen standen im Fokus eures Austauschs?

Sandra Zdzieblik: Zunächst das Projekt „Pausenexpress“. Dieser wurde bei uns in Gießen neu integriert und ich war dafür die Projektverantwortliche. Anhand dieses Projektes wollte ich meine generellen Fähig- und Fertigkeiten bei der Projektarbeit im Hochschulsport durch Andrea überprüfen lassen und verbessern. Dann wurden generelle Arbeitsprozesse, vor allem Arbeitszeitmanagement und der Umgang mit verschiedenen Situationen im Berufsfeld Hochschulsport besprochen, um mein Know-how und meine Berufserfahrungen im Hochschulsport zu verbessern. Als Drittes kam dann auch die Besprechung der beruflichen Entwicklung. Für Andrea war es von Interesse, den Blickwinkel eines jetzigen Berufseinsteigers zu bekommen.

Dr. Andrea Altmann: Umfassende Einblicke in die Arbeitsweisen und Aufgaben einer Hochschulsporteinrichtung, Überprüfung sowie kritische Reflektion der Arbeitsprozesse und Methoden von Sandra sowie der Netzwerkaufbau verbunden mit Fragen zur beruflichen Weiterentwicklung.

Haben sich deine Erwartungen an das Projekt Tandem-Mentoring erfüllt?

Sandra Zdzieblik: Ja!

Dr. Andrea Altmann: Weitgehend ja. An mancher Stelle hätte ich mir mehr Zeit für den Austausch, insbesondere auch mit den anderen Tandems gewünscht.  

Was macht aus deiner Sicht das Projekt Tandem-Mentoring aus?

Sandra Zdzieblik: Das man eine neutrale und dennoch fachbezogen erfahrene Person an seiner Seite hat, die einen zu beruflichen Fragestellungen weiterhilft. Das man einen „Lehrer“ an der Seite hat, der sonst den Berufseinsteigerinnen beziehungsweise Berufseinsteigern fehlt und man dadurch Unsicherheiten, die man als Berufseinsteiger hat, besprechen und dadurch abbauen kann. Zudem hat man so viel bessere Zugangsmöglichkeiten zu Netzwerken im Bereich Hochschulsport und adh, als eine Berufseinsteigerin beziehungsweise ein Berufseinsteiger, der nicht am adh-Projekt Tandem-Mentoring teilnimmt. Die beiden angebotenen Qualifizierungsseminare waren bereits sehr auf die Bedürfnisse der Mentees abgestimmte Weiterbildungsmöglichkeiten, die man auf dem freien Markt erst suchen muss, beziehungsweise nicht so individuell passend findet.

Dr. Andrea Altmann: Neben der aus meiner Sicht wirklich guten konzeptionellen Grundlage ist es vor allem die bemerkenswerte Passfähigkeit zwischen Mentee und Mentorin beziehungsweise Mentor. Erst dadurch können wirklich sich gegenseitig befruchtende und aktiv gelebte Beziehungen entstehen.

Das Tandem-Mentoring-Projekt hat die Zielsetzung, junge Frauen  für Führungsaufgaben im organisierten Sport auszubilden. Welches Potential steckt im Projekt zur Förderung von Chancengleichheit?

Sandra Zdzieblik: Durch das Projekt erhalten die Mentees bereits bessere Netzwerke und sie setzen sich mit dem Thema „Chancengleichheit und Führungspositionen durch Frauen“ ganz bewusst auseinander und haben durch die Qualifizierungsseminare auch gute Hinweise für die Umsetzung erhalten.

Dr. Andrea Altmann: Meine persönlichen Erfahrungen als junge Führungskraft gepaart mit den jetzt gewonnenen Erkenntnissen veranlassen mich zu der Frage: „Warum gilt das Angebot nur für Frauen?“.

Kannst du dir vorstellen, zukünftig selbst die Rolle der  Mentorin (erneut) zu übernehmen?

Sandra Zdzieblik: Darauf kann ich aktuell weder mit nein, noch mit ja antworten.

Dr. Andrea Altmann: Durchaus, wenn es die Rahmenbedingungen der eigenen Einrichtung zulassen.