09.10.2008 | Kategorie: Archiv

Dritte Frauen-Vollversammlung des DOSB

Unter dem Thema 'Gender und Diversity - Konkurrenz oder Verstärkung?' fand die dritte Frauen Vollversammlung vom 26. bis 28. September 2008 in Halle an der Saale satt. 120 Delegierte aus den verschiedenen Verbänden nahmen an der Veranstaltung teil.

((<2008 DOSB Frauen VV2.jpg))Stellvertretend für den adh war Michaela Röhrbein (Ausschussmitglied Chancengleichheit und Personalentwicklung, Uni Hannover) vor Ort. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will den Schwerpunkt der Arbeit des Jahres 2009 auf den Bereich „Frauen und Gleichstellung' legen. Dies kündigte DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach an. Bach begründete die geplante Offensive mit den Worten: „Wir können es uns nicht erlauben, die Fähigkeiten von 50 Prozent unserer Bevölkerung links liegen zu lassen - weder im Sport noch in der Gesellschaft.' Und er sagte weiter: „Wir können in diesem Jahr selbstbewusst zeigen, wo Frauen im Sport überall präsent sind, und wir wollen mit unseren Aktionen noch mehr Frauen und Mädchen für Bewegung und Sport begeistern und mehr Frauen als Ehrenamtliche in unsere Vereine und Verbände - besonders auch in Führungsgremien - integrieren.' Die DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, Ilse Ridder-Melchers, erhielt für ihre Arbeit in Halle nicht nur Rückenwind durch den DOSB-Chef, sondern auch durch den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, bezeichnete die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland als „eine Riesenchance für unsere Gesellschaft, um die Chancengleichheit zu forcieren.' Er forderte mehr Respekt vor der Leistung anderer Menschen und eine Bewusstseinsbildung. Dieser Respekt sei unter Männern dem Frauenfußball gegenüber größer geworden: „Die gucken nicht mehr in der Hoffnung, dass irgendwann der Trikottausch kommt.' Zwanziger forderte Veränderungen an der Basis, um Diversity eine Chance zu geben: „Die Akzeptanz einer Spruchkammer in einem Fußballkreis, in der nur Deutsche sitzen und denen ein türkischer Fußballer gegenübersteht, kann nicht genügen.' Thomas Bach machte aber auch deutlich, dass Diversity menschliches Miteinander ist und in den 91.000 Sportvereinen täglich gelebt wird: „In einer Mannschaft wird gelernt und geschätzt, das jeder andere Qualitäten hat.' Der DOSB- Präsident bezeichnete es in Halle als eine zentrale Aufgabe des Sports, Gleichstellung und Vielfalt zu sichern, denn die wichtigsten Herausforderungen für den Sport seien einerseits Fragen der Chancengleichheit und Integration und andererseits die demographische Entwicklung. Bach: „Die Leitideen des Sports, wie zum Beispiel ´Sport für alle` stehen für eine Vereins- und Verbandskultur, in der gegenseitiger Respekt, Wertschätzung und Offenheit gegenüber jedem und jeder Einzelnen unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung, sexueller Orientierung und Alter eigentlich selbstverständlich sind.' Für die weitere strukturelle und organisatorische Verankerung und handlungsorientierte Umsetzung der Strategien Gender Mainstreaming und Managing Diversity soll die Arbeitsgruppe des DOSB „Gender und Diversity im Sport' Vorschläge für die Sportverbandsarbeit erarbeiten und Arbeitshilfen entwickeln, wie diese Prozesse im DOSB und in den Mitgliedsverbänden bis in die Vereinsebene im weitesten Sinne gewinnbringend gestaltet werden können. Michaela Röhrbein (Uni Hannover) wird zukünftig als Delegierte des adh bei dieser AG mitwirken.