07.12.2011 | Kategorie: 2011 , Intern , Projekte , Wir über uns

Bilanzierung des Frauenförderplans veröffentlicht

Im Vorfeld der diesjährigen Vollversammlung in Göttingen hat der Ausschuss für Chancengleichheit und Personalentwicklung (ACPE) die Bilanzierung des Frauenförderplans 2011 veröffentlicht.

Der Frauenförderplan wurde 1993 verfasst. Er gilt als Grundlage einer gezielten Frauenpolitik und -förderung im adh. Die alle drei Jahre durchgeführte Bilanzierung ist nicht nur eine Bestandsaufnahme aller Bereiche des adh, sondern zeigt auch Entwicklungen auf und überprüft damit gleichermaßen die Verwirklichung der Ziele des Frauenförderplans. Die Ergebnisse der Überprüfung bildeten bisher die Basis für konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der gegenwärtigen Situation im Hochschulsport.

Im Bilanzierungszeitraum 2008 bis 2011 konnten kleinere positive Trends aufgezeigt werden:
In den adh-Gremien stieg der Anteil der Frauen um 1,9% von 27,7% auf 29,6 % an, wobei er in den einzelnen Gremien stark variiert. Auch bei nationalen adh-Wettkampfsportveranstaltungen kann ein positiver Trend verzeichnet werden: Von 31,4% Frauen in 2007 stieg der weibliche Anteil auf nunmehr 33,9%. Bei Universiaden und WUC ist die Entwicklung sogar noch erfreulicher: In den letzten Jahren lag der Anteil an Sportlerinnen meist über 40,0%, bei der Sommer-Universiade 2009 mit 53,5% und der Winter-Universiade 2011 mit 52,4% lag der Wert sogar leicht über der Zielvorgabe, auf eine Gleichverteilung von Frauen und Männern in allen Bereichen hinzuwirken. In der adh-Geschäftsstelle hat sich das Geschlechterverhältnis sowohl was die Anzahl der Stellen als auch den Stellenumfang angeht im Vergleich zu 2008 zugunsten der Frauen verschoben. Der Anteil an Leiterinnen im Hochschulsport der adh-Mitgliedshochschulen hat sich gegenüber 2008 ebenfalls leicht erhöht, ist aber mit gut einem Fünftel dennoch weit von der Zielvorgabe entfernt. Ein leichter Zuwachs des weiblichen Anteils ist auch beim Vorsitz der Landeskonferenzen festzustellen. Bei internationalen Bildungsveranstaltungen und Konferenzen ist der Frauenanteil mit 47,8% nahe an der Zielvorgabe. Und auch bei den nationalen adh-Bildungsveranstaltungen liegt 2011 der Anteil der Teilnehmerinnen mit 45,9% auf einem guten Niveau. Erstmals seit 2005 wurden auch wieder zwei Seminare angeboten, die ausschließlich für Frauen ausgeschrieben waren, wobei jedoch eines der Seminare aufgrund der geringen Nachfrage ausgefallen ist. Auffällig bleibt der äußerst geringe Anteil von Frauen auf der Funktionärsebene bei Universiaden und WUC.

Begleitung des Generationswechsels
Zwischen 2008 bis 2011 haben sich die Arbeitsschwerpunkte des ACPE stark verändert. Mit den durch den DOSB-Innovationsfonds 2009 zur Verfügung gestellten Mitteln konnte die adh-Geschäftsstelle eine Umfrage unter allen Hochschulsporteinrichtungen durchführen, welche den Geschlechteranteil und das Stundendeputat in den verschiedenen hauptamtlichen Positionen sowie das Alter der entsprechenden Personen erfasste. Auf Grundlage der Umfrageergebnisse und als Reaktion auf die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen wurden Maßnahmen erarbeitet, die den Hochschulsport und seine Führungskräfte von Morgen in den Fokus nehmen. Als Aufgabe mit hoher Priorität wurde dabei die Begleitung des Generationswechsels angesehen. Auch dieser Umbruch muss zugunsten der Chancengleichheit genutzt und durch entsprechende Maßnahmen begleitet werden.

Vernetzung fordern
Als eine weitere sehr wichtige Aufgabe der nächsten Jahre wurde das Thema Vernetzung aufgezeigt. Der ACPE möchte hierzu in Zusammenarbeit mit den anderen adh-Ausschüssen, insbesondere dem Ausschuss für Bildung, Breitensport und Wissenschaft (ABBW), Konzepte entwickeln. Dabei soll vorallem Networking als Mittel der Wissensvermittlung und -weitergabe, aber auch andere Methoden wie Mentoring oder Coaching, altbewährte Weiterbildungsmaßnahmen oder neue Praktiken Berücksichtigung finden. Schließlich sollen die Kooperationen mit anderen Institutionen und Verbänden nach wie vor eine wichtige Rolle spielen.

Handlungsbedarf trotz positiver Tendenzen
Insgesamt konnte ein positiver Trend aufgezeigt werden. Dennoch ist eine fortlaufende Auseinandersetzung und die gezielte Erarbeitung von Maßnahmen zur Herstellung von Chancengleichheit nach wie vor unabdingbar. Vorallem im hauptamtlichen Bereich der adh-Mitgliedshochschulen als auch in den adh-Gremien ist eine Gleichverteilung noch längst nicht erreicht. Es besteht weiterhin Handlungsbedarf. Die einzelnen positiven Entwicklungen stellen zwar kleine Schritte auf dem Weg zur Erreichung der formulierten Ziele dar, sind aber noch nicht konstant und weitreichend genug. In den gesamten adh-Gremien müssen Diskussionen zu den Ursachen und Konsequenzen geführt sowie entsprechende Strukturen und Maßnahmen umgesetzt und dauerhaft und konsequent etabliert werden.

Die vollständige Bilanzierung des Frauenförderplans 2011 finden Sie <media 8366 - - "APPLIKATION, bilanz-frauenfoerderplan-2011-web, bilanz-frauenfoerderplan-2011-web.pdf, 2.2 MB">hier</media>