Hoher Besuch bei der Woche des Hochschulsports

Im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln fand am Montag, den 22. Juni 2009 die offizielle Eröffnung zur „Woche des Hochschulsports in NRW“ statt.

Unter der Leitung der Journalistin Britta Mersch stellten sich Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Innen- und Sportminister Dr. Ingo Wolf sowie Vertreter der übrigen Träger in einer Pressekonferenz den Fragen ihrer Gäste und verliehen noch einmal ihrer Anerkennung für das bundesweit bisher einzigartige Projekt Ausdruck. Gleichzeitig wurde die in Zusammenarbeit mit dem adh konzipierte Ausstellung zur Geschichte des Akademischen Sports feierlich eröffnet.

Absolute Einigkeit herrschte bei den Teilnehmenden an der Pressekonferenz am Montag, den 22. Juni 2009 im Deutschen Sport & Olympia Museum darüber, dass man stolz sei, dieses großartige Projekt „Woche des Hochschulsports in NRW“ unterstützen zu können. Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart zählte die hervorragenden Eigenschaften des Hochschulsports auf und wies auf den Exzellenzmaßstab hin, über den deutsche Universitäten im Vergleich mit dem Ausland verfügen. Nico Sperle, adh-Vorstandsvorsitzender, verlieh seiner Anerkennung für die Leistungen des Hochschulsports ebenfalls Ausdruck und wies auf den Paradigmenwechsel hin, der sich seit dem Jahr des Hochschulssports 2003 vollzogen hätte und der nun mit der „Woche des Hochschulsports weiter voranschreite.

Aber auch die Missstände waren Thema der Pressekonferenz. Vor allem in NRW herrscht großer Modernisierungsbedarf in den Sportstätten. „Dass in Wortmanns Film „Das Wunder von Bern“ in nordrhein-westfälischen Umkleidekabinen gedreht wurde, um originalgetreue Schauplätze zu erhalten, sollte ein Signal sein“, sagte Pinkwart. Dr. Ingo Wolf, Innen- und Sportminister NRW, machte diesbezüglich auf das „Sorgenkind Fachhochschule“ aufmerksam. Nicht nur in NRW sei hier die Modernisierung vorhandener Sportstätten und der Neubau solcher unbedingt notwendig. Uneinig waren sich die Teilnehmenden der Konferenz aber darin, ob auch Studiengebühren für die Finanzierung verwendet werden sollten. Minister Pinkwart sieht die Verteilung erst einmal in der Forschung und Lehre, denn auch dort sei der Bedarf extrem hoch. Prof. Dr. Nikolaus Risch, stellvertretender Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Universitäten NRW, hingegen kann sich die Verwendung der Studiengebühren im Hinblick auf die mehr als unzureichenden Sportstätten durchaus vorstellen: „Die Studierenden sollen mitgestalten und ihnen fallen die miserablen Bedingungen ja auf!“

Tatsächlich sind die teils schlechten Bedingungen ein Grund, warum Studierende und Bedienstete von Hochschulen nicht (mehr) am Hochschulsport teilnehmen und lieber in Fitnessstudios abwandern. Dies bestätigte Prof. Dr. Horst Hübner von der BU Wuppertal mit seiner Präsentation der Ergebnisse einer nrw-weiten repräsentativen Online-Umfrage zum Thema Hochschulsport. Auch wenn erst einmal privat für sportliche Betätigung in Form von Joggen oder Fahrradfahren gesorgt wird, so liegt der Hochschulsport als Wahl für sportliche Aktivität überraschender Weise mit knapp 30 % doch an zweiter Stelle. Gerade deshalb sollten optimale Bedingungen geschaffen werden, um Aktive zu halten und weitere zu gewinnen. Auch für Leistungssportler sind die Bedingungen ein wichtiger Punkt. „Leistungssportler sind ein Spitzenprodukt, deshalb müssen Spitzenförderungen und Spitzenbedingungen geschaffen werden“ sagte Dr. Christoph Niessen, Vorstandsvorsitzender LSB, hierzu müsse ein Umdenken stattfinden, denn: „Grau ist alle Theorie, wichtig is auf´m Platz!“

Die Wichtigkeit der guten Sportbedingungen sieht auch Jan-Philipp Müller, Vorsitzender der Landeskonferenz NRW für den Hochschulsport, als eine der Voraussetzungen zur Erreichung eines wichtigen Ziels: die Teilnehmerzahl der Aktiven von momentan 20 auf zukünftig 40 % zu erhöhen. Müller bedankte sich in seinem Schlusswort noch bei den Organisatoren für ihre großartige Arbeit, ohne die die „Woche des Hochschulsports in NRW“ nicht denkbar wäre. Seiner feierlichen Aufforderung: „Sport lebt vom Machen!“ wurde dann auch stattgegeben. Nach der Eröffnung und einer kurzen Führung durch die Ausstellung zur Geschichte des Akademischen Sports kündigte Moderator und Entertainer Sören Mielke nach eigener, gelungener Diabolo-Show, seinen sportlichen Appetizer an: Olympiateilnehmerin Annika Seibel. Ihr Show-Act in rhythmischer Sportgymnastik und die anschließende anspruchsvolle HipHop-Einlage der Break Dance Gruppe von der Talentförderung für Musik, Media und Tanz Köln rundeten die Veranstaltung sportlich ab.

Die „Woche des Hochschulsports in NRW“ ging damit feierlich in ihre erfolgreiche erste Runde.