16.01.2005 | Kategorie: Archiv

Winter-Universiade: Fast disqualifiziert und dann Silber für Alexandra Sock

Nach souveräner Vorstellung von den Ausscheidungsrennen bis ins Finale ließ sich Alexandra Sock nicht aus der Ruhe bringen und gewann Silber im Snowboardcross.

Noch vor dem ersten Rennen meinte Alexandra Sock: 'Mit dieser Strecke komme ich gar nicht zurecht.' Doch wie sich zeigen sollte, führte diese Fehleinschätzung zu einem unerwarteten Triumph. Nur die favorisierte Französin musste die Konstanzerin im Finale passieren lassen und so fuhr sie am Ende auf Platz 2. ((<sock1.jpg;Unerwartetes Silber für Alexandra Sock))Zuvor jedoch drohte bereits das Aus durch Disqualifikation, ohne dass allerdings der Grund für diese Entscheidung recherchiert werden konnte. Erst die gemeinsame Aussage aller übrigen Finalteilnehmerinnen, nicht starten zu wollen, wenn diese Entscheidung aufrecht erhalten würde, führte zu einer Revision und schließlich zur Entlastung der Deutschen. Auf den Fernsehbildern des Halbfinalrennens konnten keine Hinweise auf ein Fehlverhalten gefunden werden, so dass das Damenfinale mit erheblicher Verspätung und mit Beteiligung von Alexandra Sock gestartet werden konnte. Die Studentin der Universität Konstanz ließ sich durch die Verwirrungen allerdings nicht beeinflussen und fuhr das entscheidende Rennen von Anfang an mit der erkennbaren Motivation, ganz nach oben aufs Stockerl zu kommen. Mehr als die Hälfte der Distanz führte sie das Feld an, ehe sie die starke Französin an sich vorbei ziehen lassen musste, den zweiten Rang allerdings nicht mehr hergab. Nach der ersten Freude über die errungene Medaille dankte sie zu allererst ihren Konkurrentinnen, die durch ihr faires Verhalten einen wesentlichen Beitrag zum regulären Ausgang des Wettbewerbs geleistet hatten. Hochachtung gilt insbesondere der Starterin aus Österreich, die vom Ausscheiden der Deutschen profitiert hätte, aber auch sie hatte sich mit Sock solidarisch erklärt und eine Fortsetzung des Rennens bei Disqualifikation der adh-Straterin abgelehnt. ((<sock2.jpg;Freuten sich gemeinsam über den Erfolg: (von links) Ch. Volz, A. Sock und DC P. Ahne))'Schön, dass Fair-Play nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil auch des Spitzensports ist. Eine besondere Würdigung des Verhaltens der Fahrerinnen durch die FISU wäre sicher eine angemessene Würdigung.' Lange sah es nach einem möglichen Doppelerfolg der Deutschen in der Frauen- und in der Männerkonkurrenz aus. Auch Christoph Volz fuhr souverän bis in das Halbfinale und gewann alle seine Rennen auf diesem Weg. Durch einen Fahrfehler kurz nach dem Start des Semifinals nahm er sich allerdings alle Chancen auf eine Finalteilnahme. Unangefochten gewann er aber schließlich das kleine Finale und belegte in der Endabrechnung einen hervorragenden 5 Platz. ''Mit einem 2. und einem 5. Platz im Snowboardcross können wir sehr zufrieden sein. Um ein Haar hätte es an diesem Abend ja auch eine zweite Medaille für die Snowboarder geben können,' so der adh-Generalsekretär.