21.01.2005 | Kategorie: Archiv

DHM Hockey (Halle) in Bad Neuenahr

Einen Überraschungscoup landeten die Düsseldorfer Damen, die bei ihrer ersten Teilnahme nach vielen Jahren direkt den Sprung aufsTreppchen schafften. Auch die Karten in der Herrenkonkurrenz wurden neu gemischt.

''Hockeystunden zählen doppelt... So das Motto der diesjährigen DHM in Bad Neuenahr'' ((<dhm-hockey-mahler.jpg;Erno Mahler bekommt einen von allen Olympia-Goldmedaillengewinnerinnen beschriebenen Hockeyschläger)) Wieder einmal war es Hockey-Enthusiast Erno Mahler, der in die Bresche sprang als es darum ging einen der traditionsreichsten Hockey-Wettbewerbe am Leben zu erhalten. Nachdem für die Mammutveranstaltung Hallen-DHM bereits zwei Jahre in folge kein Ausrichter gefunden werden konnte, gab es bereits Befürchtungen, die Veranstaltung könne endgültig von der Bildfläche verschwinden. Doch weit gefehlt, die Hochschulmeisterschaft steht bei den Studierenden nach wie vor hoch im Kurs, und Befürchtungen, die TeilnehmerInnen könnten wegbleiben wurden nicht erfüllt. Im Gegenteil, das Turnier begann mit einem Paukenschlag für die Abteilung Spielplan, da zur Auslosung am Montag Mittag nicht nur alle Teams zuverlässig anreisten, sondern auch noch ein Herrenteam mehr als vorgesehen in der Halle stand. Die Uni Marburg hatte sich ordnungsgemäß angemeldet, jedoch nicht den Weg bis in den Spielplan gefunden. Kein Problem, aus 171 Spielen an drei Tagen wurden 178 und mit einer halben Stunde Verspätung konnte das Turnier mit 30 Herren- und 12 Damenteams gestartet werden. Dies war dann auch die erste und einzige Panne der Veranstaltung, die von da an wie am Schnürchen lief. Lediglich das beliebte Auswahlspiel Nord gegen Süd musste dem Veränderten Zeitplan geopfert werden. ''Obleuteversammlung'' ((>dhm-hockey-jana.jpg;Die neue Disziplinchefin Jana Ebert))So wurde es auch eine der kürzesten Obleuteversammlungen, die wie üblich am ersten Abend stattfand und vor allem die Themen Ausrichtersuche und die Wahl eines neuen Aktivensprecher hatte. Als Ausrichter für die Feld-DHM hat sich bereits schriftlich Mainz in Kooperation mit dem Dürkheimer HC, auf dessen Anlage die Veranstaltung auch stattfinden soll beworben. Als Termin sind zwei Wochentage im Juni nach Ende der Bundesliga vorgesehen. Fraglich ist nach wie vor die Ausrichtung der Halleveranstaltung für die mindestens drei Hallen gebraucht werden, die nach Möglichkeit eng beieinander liegen. Der Posten des Aktivensprechers konnte leider nicht neu besetzt werden, so dass der Posten bis zum nächsten Mal vakant bleibt. Einen reibungslosen Wechsel wird es aller Voraussicht für den Posten des Diziplin- (Sportart-) Chef geben. Da Reinhard Wolf nach vier Jahren sein Amt aus beruflichen Gründen (Eintritt ins Referendariat) aufgeben muss, wird dieses in Zukunft von Jana Ebert fortgeführt. Reinhard Wolf bedankt sich an dieser Stellen bei all jenen, die ihn in dieser Zeit unterstützt haben und bedankt sich dabei im besonderen bei den Ausrichtern der Veranstaltungen. Er wünscht Jana viel Erfolg bei ihrer Arbeit, und dass es ihr gelingen wird auch weiterhin den größten Teil der Veranstaltungen durchzuführen. ''Damenturnier'' Ein Überraschungscoup landeten die Düsseldorfer Damen, die bei ihrer ersten Teilnahme nach vielen Jahren direkt den Sprung auf Treppchen schafften. Vielleicht wäre auch mehr möglich gewesen wenn nicht einige Spielerinnen am Finaltag bereits abgereist wären um Klausuren zu schreiben, so dass sowohl das Halbfinale als auch das Finale nur noch zu fünft gespielt werden konnte. Dominiert wurde das Damenturnier von den beiden anwesenden Olympiasiegerinnen, die dazu jedoch unterschiedliche Taktiken verwendeten. Während Silke Müller ganz unauffällig von der Bank aus ihre Mainzer Mädels von Sieg zu Sieg führte, zauberte Fanny Rinne zur Freude der Zuschauer auch auf dem Parkett. Letztlich zeigte sich aber vor allem die Routine der Heidelbergerinnen, zum größten Teil Spielerinnen des TSV Mannheim, die im Gruppenspiel die Mainzerinnen mit 7:1 schlugen. Durch die Abwesenheit der stärksten Konkurrenten der vergangenen Jahre aus Köln (neu formierte Mannschaft) und Berlin (gar nicht angetreten) war den meisten Beobachtern klar, dass sich diese beiden im Finale wiedersehen würden. Dieses wurde dann wesentlich spannender und Mainz hatte in der Anfangsphase auch eher ein Übergewicht, bis sich dann doch die Heidelberger Routine insbesondere von DHM-Seriensiegerin Sabine Halling durchsetzte und den Titel mit 3:1 verteidigte. ((>dhm-heidel-frauen.jpg;Die Gewinnerinnen WG Heidelberg)) ''Abschlussplatzierung'' 1. WG Heidelberg 2. WG Mainz 3. Uni Düsseldorf 4. Uni Göttingen 5. WG Karlsruhe 6. WG Hamburg 7. Uni Leipzig 8. WG Köln 9. HU Berlin 10. Uni Gießen 11. WG Münster 12. Tu Kaiserslautern ''Herren'' Eine Titelverteidigung war im Herrenbereich von vorn herein ausgeschlossen, da die Mannheimer Herren von 2002 inzwischen überwiegend ihr Studium beendet haben. So wurden die Karten in der Herrenkonkurrenz, die ohnehin traditionell schwerer einzuschätzen ist, neu gemischt. ((<dhm-hockey-spiel.jpg;))Die vier Gruppen zeigten sich relativ ausgeglichen, so dass in allen Gruppen ein harter Kampf vor allem um die zweiten Plätze entbrannte, die mit dem Einzug ins Viertelfinale die Chance auf den Titel sicherte. Dort setzten sich dann mit Mainz, Heidelberg, und Leipzig jeweils die Gruppensieger durch. Lediglich Hannover konnte als gruppenzweiter den Gruppenersten Freiburg knapp mit 4:3 bezwingen. Dabei zeigten die Viertelfinalspiele durchaus unterschiedliches Niveau. Ein besonderer Krimi war die Begegnung zwischen den favorisierten Mainzern und der Wettkampfgemeinschaft aus Berlin mit dem Weltmeister Tibor Weissenborn in ihren Reihen, die die Mainzer knapp mit 6:4 für sich entscheiden konnten. So kam es zum Halbfinale Mainz gegen Heidelberg, dass von vielen Beobachtern als vorgezogenes Finale gesehen wurde, da nur wenige den Leipziger Gewinnern des anderen Halbfinales gegen Hannover (6:0) zutrauten gegen die mit Bundesligisten und Kaderspielern gespickten Südmannschaften zu bestehen. Heidelberg konnte das Finale durch einen knappen 5:4 Erfolg erreichen und die Mannschaft um Michael Purps und Falk May konnten dann auch erwartungsgemäß das Endspiel mit 5:2 für sich entscheiden. Letztlich siegten die individuellen Fähigkeiten über die mann-schaftlich das ganze Turnier sehr geschlossen aufgetretene Leipziger Mannschaft. ((>dhm-heidel-herren.jpg;Auch bei den Herren gewann die WG Heidelberg))''Abschlussplatzierung'' 1. WG Heidelberg 2. Uni Leipzig 3. WG Mainz 1 4. FHDW Hannover 5. WG Berlin 6. WG Freiburg 7. Uni Bochum 8. WG Saarbrücken 9. TU Kaiserslautern 10. WG München 11. WG Karlsruhe 1 12. WG Göttingen 1 13. WG Köln 14. WG Aachen 15. Uni Dortmund 16. BLS Hamburg 17. WG Frankfurt 18. WG Karlsruhe 2 19. WG Mainz 2 20. WG Regensburg 21. Uni Bamberg 22. WG Darmstadt 23. WG Münster 24. Uni Marburg 25. Uni Trier 26. WG Hannover 27. WG Stuttgart 28. HU Berlin 29. Uni Göttingen 2 30. Uni Gießen ''Festlicher Höhepunkt'' Nicht nur für jene TeilnehmerInnen, die am zweiten Abend bereits wussten, dass es mit dem Titel nichts wird, war die Turniergala der Höhepunkt der Veranstaltung. Erno Mahler hatte im Festsaal des Mercure-Hotels ein Abendprogramm organisiert, das weit über die übliche Disko-Veranstaltung hinausging. Bevor die Liveband Siegfried Service den knapp 450 anwesenden TurnierteilnehmerInnen und Gästen richtig einheizte, zeigte sich das Rheinland von seiner besten Seite. Zwei Stunden lang wurden die Gäste von Jugendspielerinnen des HTC Bad Neuenahr und den Poppelsdorfer Schloss-Madämchen mit Gesang, Tanz und Theater in den Rheinischen Frosinn eingeführt, unterbrochen nur durch einige kurze Reden der Anwesenden Ehrengäste, bis es zum zweifelsfreien Höhepunkte der Veranstaltung kam. Nachdem noch jeder Teilnehmer einen Korkenzieher als Gastgeschenk erhalten hatte, versammelten sich so viele wie irgend möglich auf der Bühne und sangen gemeinsam das Hockeylied des HTC Bad Neuenahr. Ein solches Gemeinschaftsgefühl hat es wohl seit vielen Jahren nicht mehr bei einer solchen Veranstalt gegeben, so dass es nicht verwundert, dass der Rest des Abends immer wieder von „Erno, Erno“-Rufen unterbrochen wurde. Passend war es daher auch, dass der DHB, vertreten durch Vizepräsident Wolfgang Hillmann, die Siegerehrung am Mittwoch zum Anlass genommen hat um Erno Mahler für sein Engagement einen Schläger mit den Unterschriften der Olympiasiegerinnen zu übereichen. Reinhard Wolf Disziplinchef Hockey im adh