31.01.2005 | Kategorie: Archiv

Spitzensportförderung an Hochschulen soll weiter verbessert werden

Trotz großer Fortschritte bei der Unterstützung von Spitzenathleten mit den ergriffenen Projektmaßnahmen werden der adh und seine Mitgliedshochschulen in Kürze an die Grenzen ihrer Fördermöglichkeiten stoßen. Nun stellten die Verbandsspitzen von DSB und adh gemeinschaftlich die Weichen für die Zukunft des Projektes 'Partnerhochschule des Spitzensports'.

''DSB- und adh-Spitze planen „Hochschulführer Spitzensport“'' Am 24. Januar 2005 trafen sich DSB- und adh-Spitze in Frankfurt am Main zur Auswertung der Kooperationen von Spitzensport und Hochschulen in Deutschland. DSB-Präsident Manfred von Richthofen betonte die Bedeutung studierender Spitzenathletinnen und -athleten. In Athen waren in der Deutschen Olympiamannschaft 32 % Studierende und weitere 15 % Hochschulabsolventen. Der für den Leistungssport zuständige Vizepräsident Ulrich Feldhoff wies nachdrücklich darauf hin, dass der Stellenwert der „dualen Karriere“ in Spitzensport und hochwertiger Bildung in vielen anderen sportlich sehr erfolgreichen Ländern, so beispielsweise in Japan, Korea, Australien und den USA, noch immer höher sei als in Deutschland. Mit dem adh-Projekt „Partnerhochschule des Spitzensport“ verfügt der deutsche Sport über ein Instrument, um diese Lücke perspektivisch zu schließen. In diesem Punkt bestand Einigkeit unter den Führungskräften der beiden Sportverbände. DSB-Präsident Manfred von Richthofen, Ulrich Feldhoff (Vizepräsident Leistungssport), Jörg Ziegler (Leiter des Bereichs Leistungssport) und Dr. Arne Güllich (Leiter des Ressorts Nachwuchsleistungssport) sowie von adh-Seite Roland Joachim (Vorstandsmitglied), Olaf Tabor (Generalsekretär), Thorsten Hütsch (Wettkampfsportreferent) und Nico Sperle (Hochschulsportleiter RWTH Aachen) würdigten die in der Endphase befindliche Projektevaluation, die adh und DSB mit Unterstützung des Bundesinnenministeriums durchführen, um die Qualität der Kooperation zu überprüfen und ihre Effizienz weiter zu verbessern. „Wichtigstes Kriterium ist aus meiner Sicht, dass die Probleme in der Praxis tatsächlich besser gelöst werden,“ erläuterte Ulrich Feldhoff. Der DSB plant, im Laufe dieses Jahres Best-Practice Modelle auszuzeichnen, wo sich Spitzensport und Studium optimal verbinden lassen. Ein Ergebnis des Prozesses ist die Erkenntnis, dass der adh und seine Mitgliedshochschulen trotz großer Fortschritte bei der Unterstützung von Spitzenathleten mit den ergriffenen Projektmaßnahmen in Kürze an die Grenzen ihrer Fördermöglichkeiten stoßen. Aus Sicht des adh ist mittelfristig für eine weitere Optimierung des adh-Projekts an den Hochschulen und für die Ausschöpfung des spitzensportlichen Potenzials im akademischen Bereich eine finanzielle Unterstützung aus den deutschen Spitzensportfördermitteln notwendig. „Diese Fördermittel sind dringend erforderlich, um die notwendigen Strukturen für eine effiziente Förderung zu stärken. Zum Nulltarif ist Spitzensport-förderung an Hochschulen nicht zu haben. Darin sind wir uns einig“, so Roland Joachim. Die Gesprächspartner einigten sich darauf, die Ergebnisse der Evaluation für die gemeinsame Entwicklung eines „Deutschen Hochschulführers Spitzensport“ zu nutzen. Dieser Service für Spitzenathletinnen und -athleten soll noch in diesem Jahr über ein Internetportal bereitgestellt werden und eine leichtere Orientierung für die Realisierung der „dualen Karriere“ erlauben. Um die Kommunikation zwischen den Entscheidungsgremien der beteiligten Kooperationspartner zu verbessern, wird eine Projektgruppe eingesetzt. Sie soll Vertreter des DSB/Bereich Leistungssport, des adh, der Olympiastützpunkte, der Spitzenverbände, der Stiftung Deutschen Sporthilfe sowie der Hoch-schulrektorenkonferenz regelmäßig zusammen führen. Die Umsetzung des Spitzensportprojekts vor Ort soll durch eine Verbesserung des Informationsflusses und durch direktere Kommunikation der lokalen Projektpartner im Sinne der Athleten ver-bessert werden. Weiterhin vereinbarten die Führungsspitzen von adh und DSB, die Öffentlichkeitsarbeit für das Programm deutlich zu intensivieren. Meike Brumaire Öffentlichkeitsreferentin