01.02.2005 | Kategorie: Archiv

Abschluss der 22. Winter-Universiade in Innsbruck/Seefeld

Zehn Tage Winteruniversiade, 44 deutsche Athleten und Athletinnen, fünf Medaillen, Platz 17 in der Gesamtwertung: Soweit die nackten Zahlen der deutschen Bilanz. Doch wie ist die deutsche Leistung einzustufen?

''Fünf Medaillen für Deutschland'' Mit einer feierlichen Schlusszeremonie endete die 22. Winter-Universiade in Innsbruck/Seefeld 2005. Die Flagge der FISU wurde formell an Turin (ITA) übergeben, wo 2007 die nächsten Weltwinterspiele der Studierenden stattfinden werden. Die Winter-Universiade 2005 sei nicht nur aus sportlicher Sicht eine Winter-Universiade der Rekorde gewesen, betonte Killian, Präsident des Internationalen Universitätssportverbandes FISU. Insbesondere die drei Rekorde des österreichischen Organisationskomitees machten diese Spiele zu etwas ganz Besonderem: über 1.500 Athlet/innen, mehr als 600 Betreuer/innen sowie die Rekordzahl von 53 teilnehmenden Nationen. Mit 69 Medaillenbewerben war die Winter-Universiade Innsbruck/Seefeld 2005 die zweitgrößte Wintersportgroßveranstaltung der Welt. Neben den vorgeschriebenen Sportarten Ski Alpin, Skilanglauf, Skisprunglauf, Nordische Kombination, Biathlon, Snowboard, Eiskunstlauf, Short Track und Eishockey war Eisschnelllauf als optionale Sportart mit auf dem Programm. Die deutsche Medaillenausbeute mit einer Gold-, einer Silber- und drei Bronzemedaillen kann als gut bezeichnet werden. Zieht man die Grenze für die 'Endkampfplatzierung' bei Platz 12 so wurde diese Hürde immerhin weitere 28 mal durch die deutschen Sportlerinnen und Sportler genommen – trotz der hohen Leistungsdichte in fast allen Wettbewerben. Die deutsche Delegation empfand sowohl die Sportorganisation als auch die Wettkampfstätten auf einem hohen internationalen Niveau. Es seien keine Unterschiede gegenüber den Standards bei Weltcups bzw. Welt- und Europameisterschaften zu erkennen gewesen, erklärte Wettkampfsportreferent Thorsten Hütsch Ein weiteres Indiz für die wachsende Bedeutung der Winteruniversiade war die verstärkte Teilnahme von TOP-Athleten und TOP-Athletinnen mit vorderen Weltcup-Platzierungen. So wird es immer schwieriger – auch für Kaderathleten – eine TOP 10 Platzierung zu erreichen. Das ansteigende Niveau spürte auch der adh, der insgesamt neun von elf Sportarten beschickte. Lediglich die Bewerbe Biathlon und Eishockey fanden ohne deutsche Beteiligung statt ''Die Zusammensetzung des deutschen Teams'' Das adh-Team umfasste insgesamt 63 Personen. Davon waren 44 Aktive und 19 Betreuer. Die 44 Aktiven teilen sich in 18 Frauen und 26 Männer und hatten ein Durchschnittsalter von 22,9 Jahren. Damit wurde die angestrebte Zielgruppe zwischen Junioren und A-Kader (Hochleistungsalter) exakt angesprochen. 19 der 44 Sportlerinnen und Sportler waren Mitglied in einem Bundeskader ihres Fachverbandes. 25 Athletinnen und Athleten konnten über die Erfüllung der mit den Fachverbänden und dem BL/DSB entwickelten sportfachlichen Nominierungskriterien ein Leistungspotential in Kadernähe nachweisen und sich somit für die Universiade qualifizieren. ''Nordische Kombination'' Georg Hettich (FH Furtwangen) holte in der nordischen Kombination das erste Gold der Veranstaltung und verschaffte der deutschen Mannschaft einen Auftakt nach Maß. Der Weltcup erprobte Student ging als bester Springer (93,5 m und 88,5 m) mit 12 Sekunden Vorsprung auf den Slowenen Anze Obreza und 18 Sekunden auf den Österreicher Bernhard Gruber in die Loipe und lief einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg entgegen. „Es war ein recht schwerer Lauf, umso glücklicher bin ich, dass ich gewonnen habe“, freute sich Hettich über die Goldmedaille. Wie stark die Universiade besetzt war, zeigt der 11. Platz von Christoph Menz (FH Schmalkalden) über die Sprintdistanz. Christoph Menz hatte sich aufgrund seiner Leistungen beim Deutschland Cup (1. Platz) in dieser Saison für den B-Weltcup qualifiziert und konnte im Sprintwettbewerb der Universiade trotz guter Sprungleistung (Platz 3.) keine TOP 10 Platzierung erreichen. ''Snowboard'' Das Final-Rennen der Frauen im Snowboardcross wurde von der Französin Morgane Fleury dominiert. Mit einem deutlichen Vorsprung sicherte sie sich die Goldmedaille vor der Deutschen Alexandra Sock (Uni Konstanz), die über ein international hohes Niveau verfügt und nur knapp an der Nominierung für die diesjährige WM gescheitert ist. Lange sah es nach einem möglichen Doppelerfolg der Deutschen aus. Auch Christoph Volz (TU München) fuhr souverän bis in das Halbfinale und gewann alle seine Rennen auf diesem Weg. Durch einen Fahrfehler kurz nach dem Start des Semifinals nahm er sich allerdings alle Chancen auf eine Finalteilnahme. Unangefochten gewann er aber schließlich das kleine Finale und belegte in der Endabrechnung einen hervorragenden 5 Platz. Die beiden Kaderathleten Maximilian Fendt (14. Platz im PGS) und Christoph Volz (10. Platz im PGS und 5. Platz im Boardercross) erreichten nur durchschnittliche Platzierungen. ''Ski Cross'' Die positive Überraschung aus deutscher Sicht lieferten die Ski Cross Asse des DSV. Im Finale der letzten vier des Frauenwettbewerbs fuhren mit Maike Hujara (Uni Tübingen) und Alexandra Grauvogel (LMU München) gleich zwei adh Athletinnen um die Medaillen. Maike Hujara, die mit einer sehr schmerzhaften Schienbeinverletzung ins Rennen gehen musste, riskierte zu viel und schied nach einem Sturz aus. Alexandra Grauvogel, die in toller Manier durch die vorherigen Heats gefahren war, sicherte sich somit den dritten Rang und holte Bronze für den adh. Bei den Männern trafen die beiden deutschen Simon Willmann (FHT Esslingen) und Jens Ziegler (Uni Tübingen) bereits im Halbfinale aufeinander. Leider wurde Jens Ziegler, der bis zu diesem Zeitpunkt souverän gefahren war, wegen eines Frühstarts disqualifiziert. Simon Willmann, der mit einer schweren Handverletzung ins Rennen gegangen war und erhebliche Probleme beim Start hatte, zog ins Finale ein und sicherte sich dort ebenfalls die Bronzemedaille. ''Skispringen'' Hoch war auch das Leistungsniveau beim Skisprung. Vor allem Gastgeber Österreich wartete mit zahlreichen Weltcupstartern auf, so dass selbst durch Michael Neumayer (FH Kempten), der in dieser Saison mehrfach unter die besten 20 im Weltcup gesprungen ist, kein Podiumsplatz erreicht wurde. Er musste sich hinter drei einheimischen Springern aus Österreich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Der zweite Springer, Kai Bracht (FH Kempten), der in dieser Saison ebenfalls Finalplätze im Weltcup erreicht hat, verletze sich in beim Springen von der kleinen Schanze schwer, nachdem er aussichtsreich auf einem Medaillenplatz lag. ''Skeleton'' In dem Demonstrationswettbewerb Skeleton sicherte sich die deutsche Kerstin Jürgens (Uni Mainz), die amtierende Europameisterin den dritten Platz. „Das war leider meine erste und letzte Winter-Universiade. Für die kommenden Spiele bin ich dann zu alt“, zeigte sich Jürgens nach dem Rennen etwas traurig. ''Ski nordisch'' Weniger positiv fallen die Ergebnisse für den Skilanglauf aus. Die sechs Männer und eine Frau erreichten keine TOP 12 Platzierungen. Das beste Ergebnis war ein 13. Platz von Christoph Schweiger (FH Kempten) im Sprint. ''Optimale Betreuung'' Medizinisch wurde das deutsche Team von Peter Katzmayer, seit 1994 Mannschaftsarzt des Universiadeteams, betreut. Letztes Jahr wurde er in die Medizinische Kommission der FISU gewählt. Als Unfallchirurg und Notfallmediziner kann er auch kleinere Eingriffe selber vornehmen. ((ratiopharm-Logo_bea.jpg;)) In diesem Zusammenhang bedankt sich der adh ganz herzlich für die großzügige Unterstützung der Firma ratiopharm, die dem adh seit Jahren medizinische Präparate für die Universiaden zur Verfügung stellt.