14.11.2005 | Kategorie: Archiv

FH Kempten: Novellierung des Spitzensportvertrags

Am Freitag, den 11.11.2005, unterzeichnete die FH Kempten, die erste 'Partnerhochschulen des Spitzensports', eine Novellierung des Vertrags, der nun auf alle beim Olympiastützpunkt Bayern vertretenen Sportarten ausgedehnt wurde.

Am Freitag, den 11. Oktober unterzeichnete Rektor Prof. Dr. Robert F. Schmidt die Vereinbarung zur Förderung studierender Spitzensportler. Vertragspartner sind neben dem adh der Olympiastützpunkt Bayern (OSP) und das Studentenwerk Augsburg. Bereits im Jahr 2000 hatte sich die FH Kempten als erste deutsche Fachhochschule als 'Partnerhochschule des Spitzensports' im Bereich des Deutschen Skiverbandes profiliert. Nun wurde die Vereinbarung verlängert und auf eine breitere Basis gesetzt, d. h. auf alle beim OSP vertretenen Sportarten ausgeweitet. ''Wintersportlerinnen und -sportlern wird der Spagat zwischen Studium und Spitzensport erleichtert'' Derzeit studieren fünf Kaderathleten in Kempten. Wegen der Nähe zu den Bergen und den damit verbundenen Trainingsmöglichkeiten handelt es sich überwiegend um Sportler aus den Bereichen Skisprung und Snowboard. So studiert zum Beispiel Michael Layer seit dem Wintersemester 2000 Wirtschaftsingenieurwesen. Er hat sich dieses Jahr bereits für die Olympischen Spiele (Snowboard) qualifiziert. Ebenfalls mit von der Partie ist die ehemalige Eiskunstläuferin Kati Winkler, die seit dem letzten Jahr in Kempten Tourismus-Management studiert. Kai Bracht (Betriebswirtschaft), Michael Neumayer (Betriebswirtschaft), Silbermedaillengewinner im Mannschaftsspringen bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2005 in Oberstdorf und Stefan Pieper (Wirtschaftsingenieurwesen) sind neben dem Studium als Springer aktiv. Studium und Spitzensport unter einen Hut zu bringen, ist für die Athleten eine zusätzliche Herausforderung. Es kollidieren Trainings- und Wettkampfzeiten mit Vorlesungen und Prüfungen. Gerade hier setzt die Kooperationsvereinbarung an, die auf eine Flexibilisierung der Anwesenheitszeiten oder abgestimmte Prüfungstermine innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten zielt. Zusätzliche Urlaubssemester sollen es den Spitzensportlern erleichtern, das Studienziel zu erreichen. „Alle Spitzensportler müssen dieselben Studien- und Prüfungsleistungen erbringen wie jeder andere Studierende auch“, stellt Rektor Schmidt klar. Deswegen sind die persönlichen Mentoren der Athleten aus seiner Sicht die beste Unterstützung von Seiten der Hochschule. Diese Professoren begleiten die Studierenden durch eine individuelle Studienberatung und unterstützen sie in Konfliktfällen. ''Bislang hervorragende Umsetzung des Kooperationsvertrags'' Roland Joachim, Vorstand des adh, hob hervor, dass die FH Kempten in diesem Bildungssystem im Jahr 2000 die erste Fachhochschule war, die in dieses Projekt eingestiegen ist. Kempten habe sich mit dem Wintersport das schwierigste System überhaupt ausgesucht. Es gebe wenige Sportarten, bei denen so umfangreiche zeitliche Vorgaben vorhanden seien. Deswegen sei es besonders lobenswert, dass sich die Kemptener an dieses Projekt herangewagt haben. Er verwies auch auf den Abschlussbericht zur Evaluation des Kooperationsprojektes „Partnerhochschule des Spitzensports“. Hier wurden insgesamt 64 teilnehmende Hochschulen gerankt. Kempten errang dabei einen ausgezeichneten 5. Platz. „Das ist ein Ausdruck, wie hervorragend seitens der Hochschulleitung und der Mitarbeiter dieses Projekt betreut wird“, unterstrich Joachim. „Man kann äußerst optimistisch in die Zukunft schauen“, war sich der adh-Vorstand sicher. ''Kempten als Initialzündung zur Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium'' Nach Ansicht von Klaus Pohlen, Leiter des Olympiastützpunktes Bayern, ist eine gute Ausbildung für eine interessante berufliche Karriere heute unabdingbar. Dies gelte auch für Spitzensportler. „Die Kooperation mit der FH Kempten war die erste ihrer Art für den Olympiastützpunkt Bayern und ausgerichtet auf den besonders sensiblen Bereich des Wintersports. Die hervorragenden Erfahrungen, die die Athleten hier machen konnten, haben uns dazu veranlasst, vergleichbare Vereinbarungen mit anderen bayerischen Hochschulen zu treffen. Kempten war gewissermaßen die Initialzündung zur Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium auch im Wintersport“, erklärte er die Hintergründe. „Wir freuen uns sehr, diese ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Abschluss des vorliegenden Vertrags im Sinne einer gesamtheitlichen Entwicklung der Leistungssportler weiterführen zu können.“ ''Studentenwerk Augsburg unterstützt'' Das Studentenwerk Augsburg als vierter Vertragspartner übernimmt die wirtschaftliche und soziale Betreuung. Geschäftsführer Peter Vögel appellierte an die anwesenden Spitzensportler, das Angebot zu nutzen. Insbesondere geht es dabei um Hilfestellung beim Wohnen und der Ernährung. ''Überzeugte Aktive'' Von dem Konzept überzeugt zeigten sich auch die drei Spitzensportler Kai Bracht, Michael Neumayer und Stefan Pieper. Zwar habe er sich am Anfang noch ein wenig allein gelassen gefühlt, räumt Bracht ein, das hätte sich aber zwischenzeitlich zum Positiven verändert. Auch Neumayer bestätigt die guten Erfahrungen, die die Studierenden in den Beratungsgesprächen mit ihrem Mentor gemacht haben. Er freue sich auf die nächsten Jahre, die er in Kempten studieren darf. Pieper, der Benjamin unter den Dreien, bekannte sich zu den Problemen als Studienanfänger. Er war deswegen sehr froh, von seinem Mentor 'unter die Fittiche' genommen zu werden. ((spitzensport_unterzeichnung_kempten.jpg;Nach der Vertragsunterzeichnung))