12.12.2005 | Kategorie: Archiv

Elefantenhochzeit gelungen: DOSB kommt!

Die Mitgliederversammlungen von DSB und NOK haben am vergangenen Samstag, den 10.12.2005, die Wege für einen gemeinsamen Dachverband ab 2006 eröffnet. Auch der adh gab dem Zusammengehen der bisherigen Spitzenorganisationen seine Zustimmung.

Am Samstag, den 10. Dezember 2005, stimmte der außerordentliche DSB-Bundestag nachmittags dem Antrag zur Fusion mit deutlicher Mehrheit zu. Wenige Stunden zuvor hatte schon die NOK-Mitgliederversammlung ein positives Votum abgegeben. Beide Verbände haben sich durch die Beschlüsse jetzt aufgelöst und werden kommissarisch von den Präsidien weitergeführt. Am 20. Mai 2006 wird der neue Verband gegründet, der den Namen Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) tragen wird. ''Breite Zustimmung im DSB, knappere im NOK'' Im DSB stieß der Antrag des Präsidiums auf deutliche Zustimmung, nachdem der Antrag der Landessportbünde auf eine Ausweitung des eigenen Stimmenanteils auf 33,55 Prozent von der Strukturkommission gebilligt worden war. Mit 535 Stimmen oder 93,04 Prozent sprachen sich im Maritim-Hotel von Köln die Delegierten für die Fusion aus. Gegenstimmen gab es 40, Enthaltungen keine. Beim NOK fiel die Zustimmung deutlich knapper aus. Die erforderliche Dreiviertelmehrheit von 107 Stimmen wurde mit 109 Zustimmungen um zwei Stimmen übertroffen. Der neue Dachverband wird nun im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) die Funktion des NOK übernehmen. Die Stimme des adh wurde daher nicht zum Zünglein an der Waage, was nach diversen Äußerungen im Vorfeld der Mitgliederversammlungen und auch noch am Vorabend der Abstimmung so nicht unbedingt erwartet werden konnte. ''Findungskommission soll Präsidiumskandidaten ermitteln'' Als nächster Schritt wird eine Findungskommission aus einem Vertreter des DSB, des NOK, der olympischen Fachverbände, der nicht-olympischen Sportverbände und der Landessportbünde gebildet werden. Sie soll Kandidaten für das künftige Präsidium des DOSB ermitteln und vorschlagen. ''Stabiler Mittelbau der Verbände wird nicht eingeschränkt'' Wie schon zuvor NOK-Präsident Dr. Klaus Steinbach hatte sich auch DSB-Präsident Manfred von Richthofen vor den Delegierten nochmals für eine Verschmelzung der Verbände eingesetzt. „Wir wollen den Deutschen Sportbund und das Nationale Olympische Komitee zu einer organisatorischen Einheit verschmelzen, die sie in ihrer inhaltlichen Arbeit traditionsgemäß ohnehin längst sind“, sagte von Richthofen. Für ihn wird die Fusion aber an der Basis, bei den Vereinen, keine Auswirkungen haben. „Neuorientierung heißt aber keineswegs Erschütterung in der Sportlandschaft“, betonte von Richthofen. „Das starke Fundament der Vereine bleibt absolut unangetastet. Auch der stabile Mittelbau der Verbände wird in seiner Funktionsfähigkeit nicht eingeschränkt“. '' Konsequenzen für Verbände mit besonderer Aufgabenstellung'' Für die Verbände mit besonderen Aufgaben wird analog zu den übrigen Säulen eine ständige Konferenz eingerichtet werden. Außerdem erhält die Verbändegruppe Sitz und Stimme im Präsidialausschuss Breitensport des DOSB. Adh-Generalsekretär Olaf Tabor erläutert dazu: „Da eine mehrheitliche Zustimmung zu diesen Vorschlägen nicht unbedingt zu erwarten war, kann die Durchsetzung der Interessen der Verbände mit besonderen Aufgaben als Erfolg gewertet werden. Allerdings sind die Einflussmöglichkeiten dieser Mitgliedersäule im Hinblick auf das Gewicht der Stimmen durch die Umverteilung der Stimmverhältnisse insgesamt noch kleiner geworden.' ''Bestens gewappnet für die Zukunft'' Der DSB-Präsident sieht den Sport nun besser für die wachsenden zukünftigen Aufgaben besser gerüstet. „Die Zentralbereiche Leistungssport und Breitensport/Sportentwicklung werden in die Lage versetzt, noch zielgerichteter auch im Sinne veränderter Anforderungen tätig zu sein.“ Allein die Zahl der Gremien aus DSB und NOK zusammen würde künftig von 24 auf 13 reduziert. Weitere Infos: www.dsb.de (dsb-News vom 10.12.05; Bild: Andrea Borwinkelmann)