24.11.2005 | Kategorie: Archiv

100. VV ernennt zwei verdienstvolle KollegenInnen zu Ehrenmitgliedern

Im Rahmen der 100. Vollversammlung wurden zwei Personen, die sich um den adh und den Hochschulsport durch ihr Engagement besonders verdient gemacht haben, mit der adh-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Um wen es sich handelt, können Sie hier nachlesen.

Ehrenmitgliedschaft für Dr. Dorothea Scheel und Rolf Thiele Im Rahmen der 100. Vollversammlung in Berlin wurde verdienstvollen Mitgliedern des Verbandes eine besondere Ehre zuteil. Auf Vorschlag des adh-Vorstands zeichnete der Verband Frau Dr. Dorothea Scheel und Herrn Rolf Thiele mit der Ehrenmitgliedschaft des Verbandes aus. Die Leiterin des Hochschulsports Leipzig, ''Dr. Dorothea Scheel'', ist eine der Personen, die das Gesicht des adh - insbesondere nach der Wiedervereinigung - maßgeblich geprägt haben. Sie setzte damit ihr langjähriges Engagement im DDR-Sport auf bundesdeutscher Ebene fort. Aufgrund ihrer Initiative kamen 200 Vertreterinnen und Vertreter des Hochschulsports aus 46 Mitgliedshochschulen und 40 Hochschulen der ehemaligen DDR 1990 zur außerordentlichen Vollersammlung in Leipzig zusammen, einer „historischen Vollversammlung“, wie Richard Vorhammer, Mitbegründer und erster Vorsitzender der 1948 ins Leben gerufenen „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hochschulsportreferenten“ sich damals in einem Grußwort an die Anwesenden wandte. Aus der heutigen Perspektive kann der Begriff der „historischen Vollversammlung“ noch ergänzt werden: „Sie war die historisch wichtigsten Vollversammlung des Verbandes', betonte Prof. Dr. Christian Wopp in einem Rückblick zur Geschichte des adh im Rahmen der Feierstunde im Roten Rathaus in Berlin. Als Mitglied des Gründungsvorstands des vereinten Dachverbands, der damals 100 Hochschulsporteinrichtungen aus Ost- und Westdeutschland umfasste, ist Dr. Scheel die „Macherin des neuen, vereinten adh“, wie Thomas Beyer (Hochschulsport Hamburg und ehem. Vorstandsmitglied) sie in seiner Laudatio nannte. „Dorothea Scheel ist aus der Geschichte des adh nicht wegzudenken, ohne sie wären wir heute nicht das, was wir sind.“ Während ihrer fünfjährigen Zeit als Vorstandsmitglied trat Dorothea Scheel sehr konsequent für die Belange der ostdeutschen Hochschulen ein, wobei sie dies immer unter Berücksichtigung der gesamtdeutschen Situation tat. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem adh-Vorstand war sie als Vorsitzende der Landeskonferenz Hochschulsport Sachsen dem Hochschulsport und seinen Belangen auf Landesebene eng verbunden. Ihr persönliches Engagement, ihr Enthusiasmus und der Einsatz für die neuen Anforderungen, die an den vereinten Verband gestellt wurden, sollen durch die Auszeichnung zum Ehrenmitglied eine besondere Würdigung erfahren. Leider konnte Dorothea Scheel aus gesundheitlichen Gründen die Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Generalsekretär Olaf Tabor konnte Dorothea Scheel die Botschaft telefonisch übermitteln, bevor sie am 25. November nach langer, schwerer Krankheit im Kreise ihrer Familie verstarb. ((>Thiele_farbig.jpg;Rolf Thiele erhält die Ehrenmitgliedschaft;))Des Weiteren wurde ''Rolf Thiele'' geehrt. In seiner Laudatio betonte Till Lufft, ehemaliger adh-Genereralsekretär und Disziplinchef Leichtathletik, die Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit und Toleranz seines Wegbegleiters Rolf Thiele. Rolf Thieles Verdienste um den adh und den (Hochschul)Sport sind langjährig und vielfältig. Thiele war als Hochschullehrer an der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig (DHfK) sowie an der Handelshochschule Leipzig bis 1992 im Bereich der Leichtathletik tätig. Als Abteilungsleiter Hochschulsport setzte er sich für die Belange und Förderung junger Menschen ebenso ein wie als Übungsleiter im DDR-Studentensport und als Stabhochsprung-Trainer im Leistungszentrum Leipzig. In seiner Übungsleiter- und Trainerlaufbahn verknüpfte Thiele seinen Beruf mit seinem Hobby und sehr großem Engagement und Idealismus. „Im Zentrum seiner Tätigkeit standen immer die Menschen, der Austausch und der Sport – unabhängig von politischen Doktrinen.', erläuterte Till Lufft. „Rolf Thiele ist ein Mann mit Grundsätzen, die ihn bei der DDR-Obrigkeit anecken ließen und aufgrund derer er einen Karriereknick und etliche berufliche Behinderungen erfuhr. Da er beispielsweise 1973 bei der Universiade in Moskau nichts gegen Kontakte der ostdeutschen Leichtathleten mit denen der westdeutschen Leichtathleten unternahm, durfte er aufgrund der politischen Konsequenzen keine weiteren Universiade-Mannschaften mehr betreuen.' Trotz politischer Differenzen mit dem DDR-Regime war Rolf Thieles Fachwissen gefragt: Er war bis 1988 u. a. als Mitglied des Präsidiums für Hoch- und Fachhochschulsport, als Mitglied des Bezirksfachausschusses Leichtathletik des DVfl sowie als Präsidiumsmitglied des DVfL im DDR-Sport tätig. Mit der Wende und den mit ihr verbundenen Umstrukturierungen wurde Rolf Thiele „abgewickelt“, wie es Till Lufft nannte: „Mit der veränderten Ausrichtung des Hochschulsports wurde zwar sein Arbeitsplatz als Übungsleiter Leichtathletik im Studentensport zur Disposition gestellt, aber Rolf Thiele ließ den Kopf nicht hängen und kümmerte sich weiterhin intensiv um die Belange der Leichtathletik im Hochschulsport und adh.“ Von 1990 – 2000 betreute er als Disziplinchef Leichtathletik fünf Universiaden, vier World University Championships sowie 28 Internationale Deutsche Hochschulmeisterschaften im Freien. Zur Anerkennung für diese langjährigen Verdienste um den Hochschulsport und seines großen persönlichen Engagements wurde Rolf Thiele im Rahmen der 100. Vollversammlung in Berlin zum adh-Ehrenmitglied ernannt.