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Kategorie: EUC, Beachvolleyball

Überraschende Silbermedaille an der Wolga

19.07.2010

Die 7. EUC 2010 im Beachvolleyball fand in diesem Jahr in Kazan / Russland statt. Diese Veranstaltung war Probelauf für die Universiade 2013, die an gleicher Stelle ausgetragen werden soll.

Das deutsche Studierendenteam war mit zwei Damen- und einem Herrenteam angereist. Die Silbermedaille für Friederike Malchow und Lisa Schröder von der Universität Potsdam war dabei eine große Überraschung. Die beiden anderen deutschen Beachteams Berit Naffin und Katharina Schulte von der Universität Flensburg sowie für Christian Eckenweber und Lukas Lampe von der Universität Mannheim waren zwar sehr erfolgreich in die Poolspiele gestartet, verloren dann in der Double-Lost-Runde aber trotz guter Leistungen zweimal und belegten jeweils neunte Plätze.

Geographie und Klima

Die Millionenstadt Kazan, die ungefähr 750 Kilometer östlich von Moskau am Zusammenfluss von Wolga und Kazanka liegt, wurde vor über 1000 Jahren gegründet und ist heute die Hauptstadt der zur Russischen Föderation gehörenden autonomen Republik Tatarstan.

In der Region herrscht gemäßigtes Kontinentalklima, mit kalten Wintern (bis -30°C) und warmen Sommern (+20°C), normalerweise. In den Tagen des Turniers waren die Temperaturen wie im übrigen Europa deutlich höher. Auf dem Center Court kletterte das Thermometer zeitweise auf über 35°C im Schatten, nur den gab es dort nicht, für allen Athleten extreme Bedingungen.

Geschichtlicher Auszug

In Kazan leben seit vielen Jahrhunderten viele Religionen friedlich miteinander.
Bis zur Eroberung durch Iwan den Schrecklichen im 16. Jahrhundert war die Stadt vor allem islamisch geprägt. Unmittelbar nach dem Sieg des Zaren wurden zahlreiche Moscheen niedergebrannt und die Russisch-Orthodoxe Kirche etablierte sich in der Stadt. Erst im 18. Jahrhundert hob Katharina II. bei ihrem Besuch der Stadt das Verbot Moscheen zu errichten auf, woraufhin zahlreiche Moscheen wieder aufgebaut wurden.

Wirtschaft und Wachstum

Auch wenn die Landwirtschaft nach wie vor eine große Rolle für die Wirtschaft der Region spielt, hat sich Kazan längst zu einem bedeutenden Industriestandort innerhalb der Russischen Föderation entwickelt. Neben der Textil- und Lebensmittelindustrie ist die Stadt vor allem für ihre beiden Flugzeugwerke international bekannt. In den letzten Jahren profitierte die rohstoffreiche Region von der international steigenden Nachfrage nach Öl und Gas und gilt heute als eine der reichsten Regionen in der Russischen Föderation.

Kazan ist eine sehr junge Stadt. Sie beherbergt eine große Zahl an Universitäten, Hochschulen und Gymnasien. Die Stadt ist bestrebt, sich ein dynamisch-sportliches Image zu geben. Als diesbezüglicher Höhepunkt soll dort im Jahr 2013 die Universiade ausgetragen werden.

Organisation, Unterkunft, Verpflegung

Unmittelbar nach der nächtlichen Ankunft auf dem Airport in Kazan wurden wir mit einem Bus in das Hotel Ibis gefahren. Schnell konnten wir die geräumigen, sauberen Zimmer mit AC beziehen und zum Begrüßungsdinner gehen. Das Obsttortenstück stellte sich als Fischgericht heraus und mahnte uns an, mit unseren geschmacklichen Vorstellungen etwas vorsichtiger zu sein. In der russisch-tatarische Küche scheinen die Köche der Meinung zu sein, dass guter Fisch auch so riechen muss. In der Kombination mit großen Mengen Dill sollte uns dieser duftende Eindruck durch alle Mahlzeiten begleiten. Doch nach der ersten  Eingewöhnungsphase wusste man dann aber, was schmeckte und was besser zu meiden war. Zum Frühstück gab es neben Würstchen, Fischsalat und allerlei Gemüse auch Toast, Rührei, Käse, Marmelade und Gebäck. Man fand sich zurecht.

Den ersten Vormittag verbrachten wir damit, uns für die Wettkämpfe zu akkreditieren und dem Veranstalter die zweite Hälfte der Participation Fee zu zahlen, eine ziemlich umständliche Prozedur. Aber bis zur Universiade in drei Jahren ist ja noch Zeit. Dagegen sehr positiv: Allen Team war ein ‚Personal Volunteer’ zugeteilt, sehr nett und meist mit guten Sprachkenntnissen. Die Mädels führten uns mit großem Engagement durch die Veranstaltung und waren uns in allen organisatorischen Dingen sehr hilfreich. Mit dem Shuttlebus fuhren wir ungefähr 15 Minuten zu den Beach Courts, einmal um die Atmosphäre kennenzulernen und dann um eine Trainingseinheit in der Mittagshitze zu absolvieren. Der Lunch im nur drei Minuten von der Wettkampfstätte entfernt gelegenen Restaurant Amazonka war jedes Mal ebenso reichlich wie exzellent.Zum Dinner im Hotel Ibis gab es außer dem obligatorischen Fisch mit Dill und Geruch eine Reihe schmackhafter Hackfleischspeisen und Suppen, auch war von dem Gebäck noch etwas übrig. Und wenn es gar nicht ging, blieb der Besuch eines amerikanischen Fastfood Restaurants. Zum Glück lag es gleich um die Ecke.

Rahmenprogramm 1

Dass es in Kazan mehr als Beach Courts gab, erfuhren wir bei einer abendlichen Stadtrundfahrt. Der Kreml (Festung) mit Maria-Verkündigungs-Kathedrale und Koul-Sharif-Moschee war wirklich sehenswert.

Eröffnungsfeier

Mit den Klängen der russischen und der tatarischen Nationalhymne sowie von dem studentischen ‚Gaudeamus igitur’ vollzog sich eine wohltuend kurze Eröffnungsfeier.

Wettkämpfe

Aufgrund fehlender, vergleichbarer Kriterien um eine Setzliste zu erstellen, sollte sich das Leistungsniveau der Teams zunächst über Gruppenspiele ergeben. In diesem Pool Play spielten die deutschen Teams sehr erfolgreich. Christian Eckenweber und Lukas Lampe (Uni Mannheim) erspielten sich abgeklärt und souverän den Gruppensieg wie auch das Damenteam Friederike Malchow und Lisa Schröder (Uni Potsdam). Das zweite deutsche Damenduo Berit Naffin und Katharina Schulte (Uni Flensburg) belegten nach zwei Siegen und nur einer Niederlage den zweiten Platz.

In der Double-Lost-Runde schieden die deutschen Herren nach zwei knappen Niederlagen gegen das polnische Team Szczepanik / Mrozowski und gegen die späteren Bronzemedaillengewinner Foelmi / Lier aus der Schweiz aus und erreichten am Ende den neunten Platz. Auch das deutschen Damenteam Naffin / Schulte belegten nach zwei Niederlagen gegen Slodownik / Laskowska aus Polen und Lopez / Meptekh aus Spanien den neunten Rang. Das zweite deutsche Duo aber steigerte sich von Spiel zu Spiel. Im Halbfinale besiegten sie das favorisierte polnische Team Gajewska / Saad. In ihrer unorthodoxen, aber variablen Spielweise, den ständigen Wechseln zwischen kurzen und langen Poke Shots, brachten sie dabei ihren Gegner durch völlig aus dem Spielrhythmus. Selbst im Finale gegen das russische World Tour erfahrene Team Rastykus / Yarzutkina verloren sie nur knapp und wurden mit der Silbermedaille belohnt.

Musik

Dass bei Beach Events in den Spielpausen die Zuschauer mit meist lärmender Technorockmusik zugeschallt werden, ist üblich und unvermeidbar geworden und, dass moderne russische Musik nichts mehr mit Balalaika und traurigem Männergesang zu tun hat, war uns schon klar gewesen. Aber dass sie uns ein Gemisch aus missratenen Coverversionen westlicher Rockmusik, einigen Originalen und Lena Meyer-Landrut in die Ohren hämmerten, war schon anstrengend.

Als wäre das schon nicht schlimm genug, dröhnt nahezu aus jedem Geschäft in der City das gleiche Programm. Es war schon laut,... sehr laut.

Ergebnisse:

Damen:

Gold

Rastykus / Yarzutkina

RUS 1

Silber

Malchow / Schröder

GER 2

Bronze

Gajewska / Saad

POL 2


Herren:

Gold

Sobczak / Janiak

POL 1

Silber

Bühler / Catschegn

SUI 1

Bronze

Foelmi / Lier

SUI 2


Die Abschiedsreden waren wiederum erfreulich kurz gehalten. Höhepunkt war dabei das Überreichen der EUSA-Flagge an den Veranstalter der nächsten Meisterschaften. Auf Wiedersehen im spanischen Malaga 2011.

Rahmenprogramm 2

Dass Kazan an der Wolga liegt, bekamen wir am letzten Abend auch noch mit. Mit einem kleineren Flussschiff fuhren wir auf Europas längsten Strom in die Dämmerung, ein gelungener Abschluss mit Imbiss und warmem Bier. Bis spät in die Nacht feierten im Anschluss alle Teilnehmer zusammen in einer nahen Diskothek. 

Fazit

Es war eine sehr gelungene Veranstaltung mit unheimlich bemühten Veranstaltern.
Alles Wesentliche hat hervorragend funktioniert. Die Wetterumstände waren für alle Athleten natürlich gleich, aber sie waren allerdings aufgrund der Hitze extrem. Die Frage muss gestellt werden, ob es sinnvoll ist, eine Outdoor-Veranstaltung gerade in dieser Jahreszeit in einer solchen Region zu stattfinden zu lassen.

Sportlich mögen frühere Veranstaltungen hochwertiger gewesen sein, dennoch haben alle Athleten sehr engagiert um jeden Punkt gekämpft und guten Sport geboten.

Wichtiger aber ist gewesen, dass wir viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln und Kontakte zu Sportlern anderer Nationen knüpfen konnten. In diesem Sinne war die Reise unbezahlbar.

Ansprechpartner

Malin Hoster

Tel.: +49 6071 2086-13

Fax: +49 6071 2075-78

hoster(at)adh.de

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