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Deutsche Basketballer gewinnen Silber

13.07.2015

Ein Finale verloren, doch die Basketball-Herzen gewonnen. Die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft hat trotz einer ganz starken Vorstellung im heutigen Endspiel um Universiade-Gold eine hart umkämpfte 77:84-Niederlage hinnehmen müssen. Nach zwei Verlängerungen setzten sich die US-Amerikaner durch. Die Silbermedaille bedeutet dabei das erste deutsche Edelmetall bei einer Universiade seit 26 Jahren.

„Es war einfach unglaublich. Auch wenn wir die Amerikaner gerne geschlagen hätten, haben wir zuallererst heute Silber gewonnen“, lobte der Präsident des Basketball-Bundes, Ingo Weiss, die spielerische Leistung seiner Mannschaft. Das deutsche Team hat sich sowohl kämpferisch als auch spielerisch sehr stark präsentiert und war so über die gesamte Spielzeit auf Augenhöhe mit den US-Amerikanern. Einzig im ersten Viertel musste sich die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Rödl zunächst finden. Sein Team wirkte zunächst beeindruckt von der Atmosphäre und mussten einen 14:0-Run hinnehmen, nachdem Mathis Mönninghoff die 2:0-Führung für Deutschland erzielte. Die deutschen Studenten ließen sich davon jedoch nicht verunsichern und kamen durch Freiwurf-Erfolge sowie durch Punkte von Pluskota und einem Dreier von Bright als Viertel-Buzzer zurück in die Partie.

Das zweite Viertel nutzten dann die deutschen Korbjäger dazu, den 13:20-Rückstand zu verkürzen. Insbesondere Niklas Geske war es in dieser Phase, der durch seinen Zug zum Korb viele Fouls zog oder Punkte machte. Die Schlusssekunden des ersten Durchgangs standen sinnbildlich für die Leistung der deutschen Mannschaft im gesamten Turnier. Im Anschluss an einen deutschen Fehlwurf ging Hans Brase dem Ball energisch nach und vollendete zum 33:38-Halbzeitstand aus deutscher Sicht.

Das zweite Viertel schien die Männer aus der Bundesrepublik wach gerüttelt zu haben. Mit großem Einsatz und unbändigem Willen startete das adh-Team in die zweite Spielhälfte. Nach Punkten von Lo, Pluskota und Klein betrug der Rückstand nur noch zwei Punkte (40:42). Der amerikanische Coach sah sich gezwungen, eine schnelle Auszeit zu nehmen. Anschließend verloren die deutschen Herren für einige Zeit ihren Rhythmus in der Offensive, sodass die US-Amerikaner ihren Vorsprung wieder auf acht Punkte ausbauen konnten (50:42). Doch fünf schnelle Punkte von Maodo Lo und Bogdan Radosavljevic hielten das Spiel weiter eng (47:50). Nach 29 gespielten Minuten war es Kevin Bright, der zum Jubel aller deutschen Fans mit einem erfolgreichen Dreier für die erste deutsche Führung seit der ersten Spielminute sorgte. Mit einem 54:54 ging es in die letzten zehn Minuten.

Das Spiel war nun an Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Mannschaften schenkten sich nichts. Die Führung wechselte in den ersten fünf Minuten des letzten Viertels ständig. Durch zwei erfolgreiche Dreier von Lo und Geske lag Deutschland knapp fünf Minuten vor dem Ende mit 64:59 in Front – die bis dato höchste Führung aus deutscher Sicht. Im Anschluss an eine Auszeit der Amerikaner verkürzten die USA durch einen Dreier auf 62:64 (37. Min.). Hans Brase verwandelte zwei Minuten vor Schluss einen Wahnsinnswurf auf einem Bein und erhöhte wieder auf 66:62. Doch die Amerikaner gaben nicht auf und blieben weiter im Spiel. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen und dem 66:66-Ausgleich nahm Henrik Rödl bei noch 20 zu spielenden Sekunden eine Auszeit. Die deutsche Mannschaft verlor den Ball und hatte viel Glück, dass Maodo Lo in der Schlusssekunde einen Fastbreak der Amerikaner stoppen konnte und die deutsche Auswahl somit in die Verlängerung rettete.

Die Overtime startete dann mit einem deutschen Jubel. Konstantin Klein markierte einen Dreier, doch die USA konterten umgehend (69:68 aus deutscher Sicht). Bei noch 2:25 Minuten auf der Uhr nahm sich Mönninghoff ein Herz und erhöhte den deutschen Vorsprung per And-One-Play auf vier Punkte (72:68). Die US-Amerikaner lieferten dem deutschen Team jedoch weiterhin einen harten Kampf, gaben nicht auf und konnten 40 Sekunden vor dem Ende wieder auf einen Punkt verkürzen (71:72). Nach einem erfolgreichen Freiwurf von Mönninghoff glichen die Amerikaner aus und erzwangen so die zweite Verlängerung.

Dort ist es einmal mehr Mathis Mönninghoff, der das adh-Team nach Rückstand durch einen Dreier wieder in Führung brachte (77:75). Doch im Anschluss verloren die Deutschen die Nerven, leistete sich ärgerliche Fehler und musste sich den US-Amerikanern schlussendlich mit 77:84 geschlagen geben. Nach einem überragenden Turnier und einem dramatischen Finale gewinnt die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft am Ende die Silbermedaille und kann in jeglicher Hinsicht stolz auf sich sein.

“Im ersten Augenblick tut diese Niederlage natürlich sehr weh. Am Ende hat es leider nicht ganz gereicht. Ich denke, wir hätten das Spiel heute auch für uns entscheiden können. Ein paar ärgerliche Fehler weniger und wir gehen hier als Sieger vom Feld. Dennoch bin ich unglaublich stolz auf meine Männer. Das war heute und das gesamte Turnier über großer Sport. Wir haben immer alles gegeben und super gekämpft”, so Bundestrainer Henrik Rödl nach dem Finale.

Am morgigen Dienstag geht dann die 28. Sommer-Universiade 2015 in Gwangju offiziell zu Ende. Mit insgesamt 18 Medaillen blickt das deutsche Team auf sehr erfolgreiche Weltspiele der Studierenden zurück.

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