26.07.2021 | Kategorie: 2021 , IDUS

700 Höhenmeter beim adh-Hochschullauf im Visier

Mit 608 Höhenmetern in einer Stunde hat Rebecca Marlen Kretzschmar letztes Jahr den Sieg in der Höhenmeterwertung der Damen eindrucksvoll an sich gerissen. Die 21-jährige Zahnmedizinstudentin an der Uni Jena bestreitet in ihrer Freizeit Marathons und Ultramarathons. Außerdem beschäftigt sie sich mit gesunder, veganer Ernährung.

Im Interview verrät das Laufass ihre Ziele für den diesjährigen Hochschullauf und ihr Lieblingsessen vor und nach dem Wettkampf.

Rebecca, nimmst du dieses Jahr am 20. September wieder am adh-Hochschullauf teil?

Ja, klar! Ich stelle mich nochmal der Höhenmeter-Challenge. Vielleicht kann ich sogar die 700 Höhenmetermarke knacken. Das Ergebnis vom letzten Jahr ist das Minimum. Damals war ich allein auf einer Treppe unterwegs, diesmal möchte ich zwei, drei Kommilitoninnen und Kommilitonen überzeugen, auch mitzumachen. Gemeinsam kommt mehr Wettkampf-Feeling auf und man kann sich gegenseitig pushen!

Du hast bereits an mehreren Marathons und Ultramarathons teilgenommen. Mit welchem Lauf verbindest du die schönsten Erinnerungen?

Das ist schwierig! Mein erster Marathon war sehr überwältigend, weil ich ohne Erwartungen an die Startlinie gegangen bin und nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Ich war dann überraschenderweise viel schneller unterwegs als vorher gedacht.

Zusätzliche Motivation kam dann auf, als mich die die Leute an der Strecke anfeuerten und mir nach 38km zuriefen, dass ich die 9. Frau sei. Meine Erinnerungen sind: Pure Emotionen beim Zieleinlauf im vollen Stadion, während der Sprecher die Top 10-Platzierung verkündete und meine Familie, die schon auf mich wartete. Das war wirklich großartig, aber jeder Lauf ist besonders.

Gerade die familiäreren Trailläufe, bei denen es die beste Verpflegung überhaupt gibt und auch mal auf der Strecke mit Kontrahenten gequatscht wird, haben es mir angetan. Bei meinem ersten Ultra war ich in meiner Heimat die jüngste Teilnehmerin und konnte direkt eine Treppchen-Platzierung erlaufen, auch das Erlebnis möchte ich nicht missen.

Wie lange musstest du trainieren, bis du die Marathon-Distanz gemeistert hast?

Ich habe knapp zwei Jahre auf meinen ersten Halbmarathon trainiert und noch ein weiteres Jahr für den ersten Marathon.

Wie groß war dann der Sprung zum Ultramarathon?

Der Sprung vom Marathon zum Ultra war dann gar nicht mehr so groß. Wer 42km laufen kann, der schafft auch noch 13 km mehr! Das ist alles eine Frage der Perspektive.

Wie motivierst du dich beim Laufen, um durchzuhalten?

Ich teile die gesamte Strecke in kleine Häppchen ein, von Verpflegungsstelle zu Verpflegungsstelle, bis zum nächsten Stimmungsnest oder einfach nur bis zur nächsten Haltestelle, Laterne, Baum, Anstieg, Kurve – ganz egal - und dann weiterlaufen und bis zum nächsten Ziel.

Du beschäftigst dich viel mit dem Thema Ernährung. Hast du ein Lieblingsrezept, das du am Vorabend vor Läufen zubereitest?

Ganz klassisch gibt es vor Wettkämpfen oft Nudeln, aber gerne mit einer Gemüsesoße, bei der ich dann kreativ werde. Zum Beispiel habe ich kürzlich Rotkraut als Zutat für Tomatensoße für mich entdeckt, in der aber auch Kokosmilch, Lauch, Zucchini, Mais, rote Beete und jegliches andere Gemüse landen kann – Hauptsache bunt und abwechslungsreich!

Und nach dem Lauf?

Nach den Läufen kann ich empfehlen, gleiche Anteile Hirse mit roten Linsen, einer Prise Salz und einer Handvoll Walnüssen zu kochen, dazu ein bisschen rohes Gemüse schneiden oder dünsten, eventuell einen Dip oder Öl dazu und fertig ist es! Super schnell, sättigend, proteinreich, vegan, glutenfrei, echt lecker, preiswert, gut verträglich - und man kann es auch auf Vorrat kochen und mitnehmen.

Gibt es sonst noch ein Essen, mit dem du dich nach einem Lauf belohnst?

Bananeneis! Eigentlich immer das, auf das ich Lust habe, das ist sehr unterschiedlich.

Welches Ziel hast du für deine weitere Entwicklung als Läuferin vor Augen?

Stabilitäts- und Athletiktraining sind in den letzten Monaten bei mir ein bisschen zu kurz gekommen, das möchte ich gerne wieder angehen, weil ich immer öfter merke, dass eine stabile Mitte und Kraft ganz wichtig für Verletzungsfreiheit und auch Schnelligkeit sind.

Ansonsten gilt für mich nach wie vor: einfach raus gehen, Spaß haben, die Trails, Natur und Zeit mit Freunden genießen.