31.03.2026 | Kategorie: Bildung , Fortbildung national , Gesundheit

Netzwerktreffen Gesundheit: Updates von Mental Health bis Hitzeschutz

Beim Netzwerktreffen Gesundheit des adh am 25. und 26. März 2026 an der Universität Rostock standen der Zusammenhang von Sport und mentaler Gesundheit, die Auswirkungen aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen auf Gesundheit sowie praxisnahe Ansätze und digitale Innovationen im Hochschulsport im Mittelpunkt. Der zweitägige Austausch bot vielfältige Impulse aus Wissenschaft und Praxis und zeigte, wie Hochschulsportstandorte Gesundheit ganzheitlich denken und gestalten können.

Mentale Gesundheit und Klimatherapie

Zum Auftakt des Netzwerktreffens lud Dr. Juliane Lanz (Leitung Hochschulsport, Uni Rostock), die gemeinsam mit Katrin Bührmann (Leitung Hochschulsport, Uni Lübeck) durch die beiden Tage moderierte, die Gruppe bereits am Vorabend zu einer klimatherapeutischen Strandwanderung in der Brandungszone von Warnemünde ein, bevor das Treffen am 25. März offiziell auf dem Campus der Universität Rostock startete. 

Die Begrüßung der Gruppe übernahm Prof. Dr. Nicole Wrage-Mönnig (Prorektorin für Forschung, Talententwicklung und Chancengleichheit): „Gesundheit ist an einer Universität kein Nebenaspekt, sondern ein wichtiger Baustein für den Lernerfolg, die Leistungsfähigkeit und natürlich auch die Lebensqualität – das ist spätestens seit Corona wohl allen klar. Gleichzeitig ist Gesundheit auch vor dem Hintergrund nachhaltiger Entwicklungen, die neben ökologischen und ökonomischen ja auch ökologische und kulturelle Aspekte berücksichtigen, ein wichtiger Baustein."

Darauf aufbauend führte Prof. Dr. Samuel Tomczyk in das Thema mentale Gesundheit von Studierenden als zentrales Präventionsthema an Hochschulen ein. In der Diskussion wurde deutlich, dass psychische Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit und vielmehr die Fähigkeit umfasst, Belastungen zu bewältigen, Potenziale zu entfalten und einen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten.

Anhand aktueller Befragungsdaten wurden hohe Prävalenzen von Prüfungsangst, Überforderung und erhöhtem Risikoverhalten – etwa beim Substanzkonsum zur Bewältigung von Belastungen – über verschiedene Studiengänge hinweg sichtbar. Trotz zahlreicher Angebote wie Resilienz-Trainings oder Sportkurse zeigte sich, dass häufig eine belastbare Evidenz, nachhaltige Verankerung, strukturelle Finanzierung und eine gute Erreichbarkeit risikobelasteter Zielgruppen fehlen. Im Fokus stand daher die Frage, wie Hochschulen ihre Präventionsstrategien schärfen können.

Im weiteren Verlauf wurden Ansätze der Positiven Psychologie als Gegenentwurf zur allgegenwärtigen Krisenrhetorik diskutiert. Das PERMA-Modell mit seinen Dimensionen positive Emotionen, Engagement, Beziehungsgestaltung, Sinn und Zielerreichung diente dabei als Orientierungsrahmen. Ergänzend wurden „Positive Gesundheit“ über gesunde Lebenswelten, gesunde Kontexte und gesunde Lebensführung beschrieben. Aus Sicht der Studierenden wurden unter anderem der Bedarf nach offenen, herzlichen und konkurrenzarmen Räumen, mehr echter Begegnung und Gesprächsbereitschaft, Safe Spaces sowie Aufklärungsformaten zu psychischen Erkrankungen benannt. Zum Abschluss des Vormittags waren alle aufgefordert, eine konkrete Handlung zu definieren, mit der sie in der kommenden Woche die mentale Gesundheit am eigenen Campus stärken wollen.

Mit einem Impuls von Michael Bödow rückte „Anbaden“ in offenen Gewässern als niedrigschwellige, gemeinschaftsstiftende Aktivität zur Förderung des Wohlbefindens in den Blick. Dieses Format findet mittlerweile an mehreren Standorten – etwa in Rostock und Lübeck – Anklang und dient dort teilweise bereits als sportlicher Wettkampf mit Gesundheitsbezug.