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Universiaden als Imagefaktor

Hervorragender Teamgeist in Sheffield

Wie Duisburg versuchte die von einer Krise der Stahlindustrie erschütterte britische Stadt Sheffield 1991 mit der Universiade den positiven Image-Effekt für sich und seine Bevölkerung zu wiederholen. Mit Erfolg. Die optimistische Aufbruchstimmung in der Region nutzten die Stadtverantwortlichen zur Durchsetzung eines wirtschaftlichen Umstrukturierungs- und Aufbauprogrammes. Knapp 200 Mio. Pfund investierte die Stadt Sheffield, um in die "Europaliga der Sportstätten" aufzusteigen, das größte Einkaufszentrum Europas zu bauen und den Bau eines Flughafens voranzutreiben.

Sheffield sah auch das erste Auftreten des wiedervereinten "Team Germany" auf einer Sommer-Universiade. Für die Wasserspringerin Brita Baldus aus Leipzig war das Beeindruckendste abseits der sportlichen Erfolge "das schnelle Zusammenwachsen so vieler ost- und westdeutscher Aktiven aus unterschiedlichen Disziplinen und die gegenseitige Unterstützung bei den jeweiligen Wettkämpfen."

Dieser positive Teamgeist besaß auch für das Auftreten in der Öffentlichkeit einen hohen Stellenwert. Von anderen Nationen neugierig beobachtet, trat das gesamtdeutsche Team mit seiner ansteckenden Fröhlichkeit als überzeugender Botschafter seines Landes auf. Maßgeblichen Anteil an dieser guten Team-Atmosphäre hatten die Hockeyspielerinnen- und spieler.

Die Hockeyherren verzeichneten gleichzeitig den wohl überraschendsten Erfolg. Erst in "letzter Minute" vom BA-L als Universiade-Teilnehmer akzeptiert, stürmten sie ohne große Turniervorbereitung aber mit viel Kampfgeist bis ins Finale vor. Dass sie sich dort den gastgebenden Briten mit 0:3 unter Wert geschlagen geben mussten, tat der guten Stimmung keinen Abbruch.

Zwei weitere deutsche Erfolgsbeispiele unter vielen: Der Degenfechter Arnd Schmitt, Olympiasieger 1988, wurde von den Journalisten des "Sheffield Star" als "Sportstar des Tages" ausgezeichnet. Im Degen-Teamfinale gegen die Sowjetunion gewann er alle Gefechte und riss mit dieser Leistung seine Fechtkameraden zum Goldgewinn mit. Der Leipziger Stefan Freigang gewann den 10.000 m-Lauf mit Universiaderekord in 28:15,84 min. mit einer furiosen Schlussrunde (57 sec.) und ließ sein großes Leistungspotenzial erahnen. 1992 gewann er bei den Olympischen Spielen im Marathon die Bronzemedaille. Einige weitere Universiaderekordlerinnen und Rekordler in Sheffield: Steven Backley (Großbritannien - Speerwurf), Marathonläufer Yung-Jo Whang (Korea) in der Weltklassezeit von 2:12,40 Stunden. Im Schwimmen Barbara Bedford (USA - 100 m Rücken), Wenyi Yang (China - 50 m Freistil) und Li Lin (China - 200 m und 400 m Lagen).

Kampfgeist und gute Laune zeigten die Basketballdamen 1993 5.105 Teilnehmer aus 117 Ländern trafen sich 1993 in Buffalo (USA) in der Nähe der Niagara-Fälle. Zur Eröffnung im ausverkauften Football-Stadion sang der Musik-Star Natalie Cole. 15.000 Volunteers und die herzliche Gastfreundschaft halfen über anfängliche Organisationsprobleme hinweg. Die Organisatoren, welche die Dimensionen einer Universiade scheinbar unterschätzt hatten, bemühten sich jedoch um rasche Verbesserungen und so blieb auch Buffalo bei den Gästen aus aller Welt mit einer stimmungsvollen Universiade in Erinnerung. Die Athleteninnen und Athleten nutzten die Wettkampfpausen mit Ausflügen zu den Niagara-Fällen, für einen Bummel durch das Straßenfest in Buffalo-City oder zum abendlichen Schnupperkurs im Baseball mit Aktiven verschiedener Nationen. Der Berliner Hürdensprinter Dietmar Koszewski brachte die spezielle Atmosphäre der Universiaden auf den Punkt: "Die Athleten sind hier erheblich gelöster, aber nicht lascher. Die guten Leistungen entsprechen auch einer Lockerheit im Kopf." Den Beweis trat Koszewski gleich selber an, indem er in Buffalo Gold gewann.

Die deutschen Aktiven unterstützten sich wieder gegenseitig durch starke Präsenz und sympathische Stimmungsmache am Wettkampfort. Die vielzählige und lautstarke Unterstützung trug beispielsweise das adh*-Fußballteam um den ehemaligen Profi von Eintracht Frankfurt, Armin Kraatz, auf einer Woge der Begeisterung bis zum Gewinn der Bronzemedaille. 40 Jahre war es her gewesen, dass eine deutsche Fußballnationalmannschaft der Studierenden im internationalen Hochschulsport Edelmetall gewinnen konnte. 1953 hatte eine deutsche Auswahl in Dortmund ebenfalls Bronze erreichte.

Erneut trafen sich auf der Fecht-Planche amtierende oder ehemalige Weltmeister und Olympiasieger: Alexander Koch, Arndt Schmitt und Sabine Bau (Deutschland), Serge Golubytsky (Ukraine), Lionel Plumenail (Frankreich), Diana Bianchedi und Giovanna Trillini (Italien). Im Stabhochsprung wurde Jean Galfione (Frankreich) Dritter, im Hammerwurf Balazs Kiss (Ungarn) Zweiter und im 400 m Lauf siegte Derrick Adkins (USA). Sie alle gewannen drei Jahre später in Atlanta olympisches Gold! In Atlanta wiederholte auch der Mexikaner Bernardo Segura über 20 km Gehen seinen dritten Platz von Buffalo. Ebenfalls Bronze in Atlanta '96 ersprang sich Sarka Kasparkova (Tschechoslowakei) im Dreisprung, nachdem sie auf den Universiaden 1993 Silber und 1995 in Fukuoka Gold gewonnen hatte. Im Turnen demonstrierten der mehrmalige Olympiasieger Vitaly Scherbo (Weißrußland) sowie der Ukrainer Igor Korobchinsky und der Italiener Yury Chechi ihr Können. Wie springt man aus großer Höhe ins Wasserbecken, ohne dass die Zuschauer aufspritzendes Wasser sehen können? Dieses Kunststück zeigten die Wasserspringerinnen Yu Xiaoling und Yang Yan (China), Annie Pelletier und Paige Gordon (Kanada) sowie die Leipzigerin Brita Baldus, die nach ihrem Golderfolg in Buffalo zwei Wochen später auch souverän Europameisterin vom 3 m Brett wurde. Im Schwimmen erzielten Rolando Falcon-Cabrera (Kuba) und Whitney Hedgepeth (USA) neue Universiade-Rekorde über 100 m Rücken.

* Seit 1990 lautet die Abkürzung für den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband nicht mehr ADH, sondern adh.

Ansprechpartner

Thorsten Hütsch

Tel.: 06071-208622

Fax: 06071-207578

huetsch(at)adh.de

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