Peking 2008

Studierende sind an der Hälfte aller Goldmedaillen in Peking beteiligt!

Die 440 Athletinnen und Athleten umfassende deutsche Olympiamannschaft kehrte nach dem fünften Platz im Medaillenspiegel zufrieden nach Deutschland zurück. Somit konnte sich das deutsche Team im Vergleich zu Athen um einen Platz verbessern. An diesem Erfolg hatten auch die 162 studierenden Athletinnen und Athleten (37,0%) einen beachtlichen Anteil. „Besonders erfreulich ist, dass wir die Zahl der in Athen erzielten Goldmedaillen deutlich übertroffen haben“, sagte DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank.
In Griechenland hatte die deutsche Mannschaft in acht Sportarten 13 Goldmedaillen erzielt. In Peking holten die deutschen Athleten in zwölf Sportarten 16 Goldmedaillen, wobei an der Hälfte aller Goldmedaillen Studierende beteiligt waren. Auch ein Drittel der Bronzemedaillen erkämpften studentische Spitzensportler. Darüber hinaus trugen sie mit 21 Platzierungen zwischen Platz vier und zehn sowie mit der Beteiligung an weiteren 19 Platzierungen in diesem Bereich zum erfolgreichen Abschneiden der deutschen Olympiamannschaft bei.

Besonders die Mannschaftssportarten wiesen einen hohen Prozentsatz an Studierenden auf. So gingen im Hockey-Team der Männer insgesamt 13 Studenten auf den Platz. Aber auch in Individualsportarten wie Leichtathletik (23) und Rudern (22) gingen zahlreiche studentische Athleten an den Start. Während in Athen und Sydney noch 33% des deutschen Olympiateams Studierende waren, stieg der Anteil in Peking auf 37,0%.

Sechs Goldmedaillen für studentische Spitzensportler

Über zweifaches Olympisches Gold freute sich die Schwimmerin Britta Steffen auf der 50 und 100 Meter Freistil-Distanz. Auch bei der Sommer-Universiade 2007 in Bangkok war der Studentin des Wirtschaftsingenieurwesens an der TFH Berlin ein Doppelsieg über diese Distanzen gelungen. Gold holte außerdem der Judoka und adh-Sportler des Jahres 2007, Ole Bischof. Bei der Universiade 2003 in Daegu belegte Bischof den dritten Platz, bei der Studierenden-Weltmeisterschaft 2006 in Korea holte Bischof den Titel. Ab September wird der VWL-Student der Uni zu Köln die letzten Diplomprüfungen in Angriff nehmen. Für Britta Heidemann war die Sommer-Universiade in Peking 2001 ein einschneidendes Erlebnis. Die damals 18-jährige Sinologie-Studentin der Uni zu Köln konnte bei der Universiade ihre ersten internationalen Wettkampferfahrungen sammeln. „Ich habe mir damals vorgenommen, auch bei den Olympischen Spielen in Peking an den Start zu gehen. Es ist wie ein Traum, dass sich der Kreis in Peking für mich schließt und ich hier Gold gewinne”, sagt Heidemann.Wenige Minuten vor Heidemann hatte ihr Teamkollege Benjamin Kleibrink den entscheidenden Treffer zum Olympiagold gesetzt. Damit hatte der Sportstudent der DSHS Köln bei seiner Olympia-Premiere das erste Gold für die deutschen Fechter seit 16 Jahren geholt. Im Stil von Musketier D‘Artagnan düpierte anschließend die Studentin der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin, Lena Schöneborn, die Weltelite der Modernen Fünfkämpferinnen. Mit komfortablem Vorsprung sicherte sich die 22-jährige Olympia-Gold. Zu guter Letzt sorgten noch die deutschen Hockey-Herren für eine Goldmedaille.Im Finale setzte sich das Team um die Studenten Matthias Witthaus (DSHS Köln), Timo Weß (Uni Köln), Sebastian Biederlack (Uni Hamburg), Moritz Fürste (Hamburg School of Business Administration), Oliver Korn, Maximilian Weinhold, Tibor Weißenborn (alle DSHS Köln), Juan Carlos Nevado (FH Elmshorn), Niklas Meinert (Uni Mannheim), Benjamin Weß (Uni Köln), Philipp Witte (TU Hamburg-Harburg), die Brüder Christopher (Uni Bonn) und Philipp Zeller (Uni Hamburg) 1:0 gegen Spanien durch.

Fünf Mal Bronze für studentische Spitzensportler

Doch die deutschen Studierenden holten in Peking nicht nur Gold, sondern konnten sich auch über fünf Bronzemedaillen freuen. Die Synchronspringerin Ditte Kotzian, Sportstudentin der Humbold Uni Berlin, ersprang mit ihrer Partnerin Heike Fischer die erste Medaille für das deutsche Olympiateam. Ditte Kotzian hatte bereits zwei Mal erfolgreich an Universiaden (2001 in Peking und 2003 in Daegu) teilgenommen. In den nächsten Wochen widmet sich Kotzian ihrer Diplomarbeit, in der sie die Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport untersucht. Die Brüder Jan-Peter (Student des Wirtschaftsingenieurwesens an der TU Hamburg-Harburg) und Hannes Peckolt, Medizinstudent der Uni Kiel, trotzten widrigen Winden und gewannen Bronze im Segeln (49er-Klasse). Die Lehramtstudentin der Uni Freiburg, Christina Obergföll, holte im Speerwurf die Olympia-Medaille für die deutschen Leichtathleten. Die Bronzemedaillengwinnerin von Peking war bei der Universiade 2003 als Achte vom Platz gegangen. Christian Reitz, Student der VfH Wiesbaden, trug mit der Schnellfeuerpistole zur deutschen Medaillenbilanz bei.

Universiaden als ­Wegbereiter für Olympia

Für viele studentische Olympioniken war die Universiade, die größte Multisportveranstaltung nach Olympia, ein wichtiger Schritt auf dem Weg nach Peking. adh-Generalsekretär Olaf Tabor: „Internationale studentische Wettkämpfe, wie die Universiaden und Studierenden-Weltmeisterschaften, sind Sportveranstaltungen auf sehr hohem Niveau. Nicht selten ist die Teilnahme an diesen Wettkämpfen für die Aktiven eine wichtige Station für die individuelle Leistungsentwicklung und eine Standortbestimmung in den vorolympischen Jahren. So überrascht es nicht, dass in Peking zahlreiche Athleten an den Start gingen, die bei der Sommer-Universiade 2007 in Bangkok oder bei früheren Universiaden erfolgreich angetreten waren.“

„Partnerhochschulen des Spitzensports“ ermöglichen die duale Karriere

Damit die Sportlerinnen und Sportler Studium und Spitzensport optimal kombinieren können, hat der adh 1999 die Kooperationsvereinbarung „Partnerhochschule des Spitzensports“ ins Leben gerufen. Inzwischen tragen 84 Hochschulen diesen Titel. In den Verträgen verpflichten sich die Partner – unter anderem der adh, Hochschulen, Olympiastützpunkte, Fachverbände und Studentenwerke – Training, Wettkämpfe und berufliche Karriereplanung für Kaderathletinnen und Kaderathleten zu erleichtern. Bestes Beispiel für den Erfolg dieses Fördersystems ist Langstreckenschwimmer Thomas Lurz. Der 29-jährige Diplom-Sozialpädagoge beendete vor Kurzem sein Studium an der FH Würzburg-Schweinfurt erfolgreich. Während seines Studiums hatte der dreifache Universiade-Teilnehmer Lurz auch im Sport fast alles erreicht – nur ein Traum blieb offen: Die Olympische Medaille. Diese holte sich der mehrfache Welt- und Europameister nun in Peking. „Thomas Lurz ist ein Musterbeispiel für eine gelungene duale Karriere.“ Inzwischen profitieren bundesweit über ein Drittel der gut 1.200 studentischen Athletinnen und Athleten sowie mehr als die Hälfte der studentischen Olympioniken vom Projekt „Partnerhochschule des Spitzensports“. Dieses ist in den vergangenen vier Jahren deutlich gewachsen und durch regelmäßige Qualitätskontrollen ständig verbessert worden“, erläutert Olaf Tabor. Gleichwohl gebe es noch Optimierungsbedarf in der Förderung studentischer Leistungssportlerinenn und Leistungssportler. Olaf Tabor: „Ziel des adh ist es, die Hochschulen neben der Bundeswehr und der Bundespolizei als tragende Säule im deutschen Sportsystem fest zu verankern.“

Die Olympiaanalyse 2008 zum Download

Wer sind die Studis im Olympiateam?

  • 37,0% (162 der 440 Athletinnen und Athleten) sind Studierende. Das ist ein höherer Anteil als in Athen 2004 (33,7%) und Sydney 2000 (26,5%).In bestimmten Sportarten sind Studierende sehr stark vertreten (Beachvolleyball 87,5%, Judo 72,7% oder Hockey 69,4%).
  • Die teilnehmenden Studierenden setzten sich aus 49,09% Frauen und 50,91% Männern zusammen. Das entspricht dem Durchschnitt aller Athletinnen und Athleten, die an den Olympischen Spielen teilnehmen.
  • Im Schnitt sind die studierenden Athletinnen und Athleten 25,9 Jahre alt. Sie liegen damit um ein Jahr unter dem Durchschnitt aller teilnehmenden Aktiven.
  • Den größten Teil machen Studierende der Wirtschaftswissenschaften (40,3%) aus, gefolgt von Sportwissenschaften (28,9%), Kultur-, Geistes- und Sozialwissenschaften (16,3%), Naturwissenschaften (14,5%), Lehramt/Pädagogik (11,3%), Technik (10,7%), Medizin (6,9%) sowie Jura und Fremdsprachen (jeweils 6,3%).

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