Treffen der Frauenvertreterinnen der VmbA
10.03.2010
Am 26. Februar 2010 kamen die ehrenamtlichen Frauenvertreterinnen der Verbände mit besonderen Aufgaben in Frankfurt am Main für einen Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen.
Auf Einladung von Gabriele Wrede, Sprecherin der Frauenvollversammlungim DOSB, trafen sich die ehrenamtlichen Frauenvertreterinnen zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Außerdem wurde das Modellprojekt des Strukturierten Dialoges vorgestellt und diskutiert. Für den adh nahmen Michaela Röhrbein (Uni Hannover) und Daniela Hoyer (Uni Hamburg) an der Sitzung teil.
Kirsten Witte, Projektleiterin des Strukturierten Dialoges, erläuterte die offene Kommunikationsstrategie des Modellprojektes und machte anschaulich deutlich, wie es gelingen kann, Verbände und ihre Frauen an die Spitze zu führen. Der Strukturierte Dialog, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bezuschusst wird, umfasst verschiedene Angebote. Dies sind zum einen Regionalforen, die eingebettet in eine Veranstaltung eine Plattform für einen regen Austausch unter Frauenvertreterinnen bieten, um gemeinsam Strategien zu entwickeln und Synergien zu nutzen. Und zum anderen eine individuelle Organisationsberatung, bei der Verbände von Expertinnen fachlich beraten werden. Gitta Axmann, die den „Strukturierten Dialog“ konzeptionell begleitet, rief dazu auf, Frauen weiterhin zu motivieren „dran zu bleiben“ und zeigte Wege, wie Frauen für die Übernahme von Ämtern in Vorständen und Präsidien gut auf gestellt werden können.
Um Frauen gezielt auf Führungspositionen vorzubereiten, bietet der der DOSB erstmalig ein Führungstalente-Camp an. In vier verschiedenen praxisorientierten Workshops haben Frauen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu erweitern und sich für die Chefetagen fit zu machen. Die Workshops werden von außerordentlich versierten Frauen geleitet, die sich speziell mit der Situation von Frauen in Führungspositionen auseinandergesetzt haben. Eine Anmeldung hierzu ist ab sofort möglich.
Nicht minder wichtig, um die Frauen im Sport voranzubringen ist das Netzwerkprojekt „Bewegung und Gesundheit – mehr Migrantinnen in den Sport“. Hier soll Sport vor allen Dingen Frauen mit Migrationshintergrund näher gebracht werden. Verschiede Verbände und Vereine haben Programme entwickelt, in denen sie auf die Bedürfnisse dieser Frauen eingehen, und Sport sowie weitere Angebote bereitstellen. Die sehr erfolgreichen „FrauenSportWochen“ und die Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns“ werden zudem in 2010 fortgesetzt.
Die hohe Motivation der Teilnehmerinnen und deren sehr aktive Beteiligung bei den Diskussionen und Fragerunden zeigt weiterhin die Aktualität und Relevanz der Themen „Frauen gewinnen“ und „Frauen an die Spitze“. Mit Blick auf eine stärkere Netzwerkbildung wurden Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit auch mit den Spitzenverbandsfrauen und den Vertreterinnen der Frauen aus den Landessportbünden besprochen und verabredet. Die Delegierten der Verbände trafen sich im Februar bzw. März jeweils ebenfalls zu einem Austausch.
Diese Energie und der Schwung aus dem Jahr der Frauen im Sport soll 2010 genutzt werden, um die Interessen der Frauen in den Mitgliedsorganisationen zu stärken. Gerade im Hinblick darauf, dass in diesem Jahr in vielen Vereinen und Verbänden Wahlen stattfinden, soll die Kraft und Dynamik der vielfältigen unterstützenden Angebote des DOSB nun Früchte tragen.
Die aktuellen Zahlen über den Frauenanteil in den Präsidien und Vorständen der Sportorganisationen sprechen immer noch eine deutliche Sprache: 17% Frauenanteil in den Präsidien der Landessportbünde, 12% Frauen in den Präsidien der Spitzenverbände und 2 % bei den Verbänden mit besonderen Aufgaben. Im Vergleich zum Mitgliederanteil von Frauen und Mädchen - heute etwa 40% - enttäuschend.
Frauen sind für den organisierten Sport unverzichtbar. Alle Vereine und Verbände sind aufgefordert mehr Frauen anzusprechen, aufzustellen und zu unterstützen. Die Führungsetagen des Sports müssen für mehr Frauen geöffnet werden. Mit der vom DOSB eingeschlagenen Richtung soll es endlich gelingen, noch mehr Frauen für den Sport zu begeistern sowie Frauen nachhaltig in den Vorständen zu verankern sagt die Vizepräsidentin des DOSB Frau Ilse Ridder-Melchers und weiterhin: „Den vielen Appellen und warme Worten müssen nun Taten folgen.“ Die in 2010 geplanten Projekte des DOSB werden ein weiterer wichtiger Schritt auf dem eingeschlagenen Weg sein.
Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie unter www.frauen-gewinnen.de
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