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Kategorie: Fortbildung, 2012

Sport und Alkohol - geht das nur zusammen?

02.03.2012

Am 28. Februar 2012 fand ein Thementag an der Uni Paderborn statt, der sich mit dem verantwortungsvollen und gesunderhaltenden Umgang mit Alkohol im Setting Hochschule befasste.

Die Kombination aus der Betrachtung wissenschaftlich fundierter Daten auf der einen Seite sowie die Präsentation praktisch orientierter Projekte auf der anderen Seite bildete eine spannende Mischung.

Den Auftakt des Thementages machten Stefanie Helmer (Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin) und Anna Maria Steinmann (Universität Bielefeld), die zunächst die Ergebnisse der Studierendenbefragung zu Sport und Alkohol aus dem NRW Survey vorstellten. Diese zeigten noch einmal deutlich, dass missbräuchlicher Alkoholkonsum auch in den Kreisen des akademischen Nachwuchses ein nicht unerhebliches Problem darstellt.

Die Verknüpfung von Alkohol und Sport wurde anschließend von Dr. Jan Ries thematisiert. Als Leiter des Hochschulsports der Hochschule Fulda und Mitglied der adh-Arbeitsgruppe „Alkohol- und Suchtmittelprävention“ fokussiere er insbesondere die Perspektive des Hochschulsports. Dabei berichtete er nicht nur von Problemen im Rahmen von adh-Wettkampfsportveranstaltungen, denen sich der Verband in seiner jüngsten Vergangenheit stellen musste. Auch der lokale Hochschulsport sieht sich immer wieder mit Schwierigkeiten, bedingt durch einen erhöhten Alkoholkonsum bei Events, Exkursionen aber auch nach dem täglichen Kursbetrieb, konfrontiert. Die entsprechenden Maßnahmen, um diesen Problemen zu begegnen, liegen derzeit primär im Bereich der Sanktionierung und der Verhältnisprävention. Der Bereich der Verhaltensprävention ist perspektivisch noch mehr zu berücksichtigen. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion zwischen Vertretungen des Studentenwerks, des adh, den Studierenden und Präventionsexperten bestand Einigkeit darüber, dass man sich gezielt des Problems an den Hochschulen annehmen muss und entsprechende Maßnahmen nicht allein in Verboten und der Reduktion des Alkoholangebots an Hochschulen liegen können.

Der Nachmittag des Thementages stand ganz im Zeichen der verschiedenen Präventionsansätze und deren praktischer Umsetzung. Sandra Bischof (Koordinatorin des Betrieblichen Gesundheitsmanagements an der Universität Paderborn) stellte zunächst das Peer-Projekt zur Suchtprävention „Schlauer statt blauer“ vor und stieß damit auf großes Interesse bei den Teilnehmenden. Studierende werden entsprechend qualifiziert und tragen als Multiplikatoren zielgruppennah für eine langfristige Sensibilisierung im Hinblick auf ein riskantes (Suchtmittel)Konsumverhalten bei.

Ein weiterer Ansatz wurde anschließend von Wolfgang Kiehl (Suchtmobil e. V.) vorgestellt. Kiehl macht in sehr authentischen Vorträgen, die geprägt sind durch seine eigenen Erfahrungen mit Drogenabhängigkeit, auf die Gefahren von illegalem und legalem Drogenkonsum aufmerksam.

In einem weiteren Vortrag stellte Stefanie Helmer abschließend das internationale Interventionsprojekt „Soziale Normen Intervention zur Prävention von Alkohol- und Substanzkonsum“ kurz SNIPE vor. Im Zentrum des Projekts stehen eine selbst konzipierte Onlineintervention und deren Implementierung in sechs europäischen Ländern. Die noch ausstehenden Evaluationsergebnisse werden Aufschluss auf die Wirksamkeit der Maßnahme geben.

In der abschließenden Fishbowl-Diskussionsrunde wurde von den Teilnehmenden die Bedeutung des Themas für gesundheitsfördernde Hochschulen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen und Handlungsoptionen diskutiert. Als ein zentraler Punkt kristallisierte sich dabei die Sensibilisierung wichtiger Akteure an der Hochschule für das Thema heraus, die sich dann auch in einer höheren Beteiligung bei zukünftigen Veranstaltungen dieser Art manifestieren sollte.

Der Thementag wurde vom adh in Kooperation mit der Universität Paderborn, dem Arbeitskreis Gesundheitsfördernder Hochschulen und mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse durchgeführt.

Ansprechpartner

Paulus-Johannes Mocnik

Tel.: 06071-208613

Fax: 06071-207578

mocnik(at)adh.de

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