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Seminar „Schlüsselqualifikationen im und durch den Hochschulsport“ in Hamburg

13.12.2017

„Hochschulsport bereichert die Bildungslandschaft“ dieses Zitat aus dem adh-Leitbild wurde im Rahmen der adh-Bildungsveranstaltung am 07. und 08. Dezember zum Thema „Schlüsselqualifikationen“ mit Leben gefüllt. Als Teil des formalen Bildungsangebotes der Hochschule ermöglicht der Hochschulsport innerhalb seiner Handlungsfelder eine Vielzahl an Lernanlässen und beinhaltet ein umfangreiches Bildungspotential zum Erwerb von anerkannten Studienleistungen (ECTS-akkreditierte Angebote).

Durch Impulsvorträge von Mirjam Reale, Leiterin der Abteilung Schlüsselkompetenzen in der zentralen Einrichtung für Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre an der Leibniz Universität Hannover und Dr. Peter Zervakis, Mitarbeiter der Hochschulrektorenkonferenz, wurden einerseits die Herausforderungen bei der Initialisierung solcher Angebote, aber auch Lösungswege für erfolgreiche Strategien zur Akkreditierung solcher Angebote deutlich. Verschiedene Beispiele guter Praxis aus dem Hochschulsport machten deutlich, dass es schon zahlreiche Hochschulstandorte gibt, wo der Hochschulsport einen perspektivreichen Beitrag zielorientierter Lehre leistet.

Das sich verändernde Bildungsverständnis der Hochschulen - nach Bologna – und nicht zuletzt die dynamische Entwicklung in der Gesundheitsförderung an Hochschulen zeigen trotz heterogener Rahmenbedingungen neue Perspektiven und Möglichkeiten für den Hochschulsport auf.  

Jörg Förster, Geschäftsführer des Hochschulsport Hamburg und adh-Vorstandsvorsitzender begrüßte die Teilnehmenden und verwies in seinem Eingangsbeitrag auf wissenschaftliche Studien zu den Auswirkungen von (Hochschul-)Sport auf den akademischen Erfolg  und die „Employability“, im Sinne von grenzüberschreitender Beschäftigungsfähigkeit und arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen, die im Zuge des Bologna Prozesses in den Fokus gerückt und letztlich zu einem der Leitziele wurde. Mit Bezug zur Zukunftsforschung zeigte er zudem auf, dass individuelle Gesundheitskompetenzen perspektivisch zu wichtigen Schlüsselqualifikationen der „Digital Natives“ werden können und verwies auf die klare Positionierung u.a. des EU-Kommissars, Tibor Navracsics, zu den Potentialen und der Verantwortung der Hochschulen in diesem Themenkomplex.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten deuten auf eine positive Wechselbeziehung zwischen Engagement und Teilnahme im (Hochschul-)Sport und dem erfolgreichen Einstieg in die Arbeitswelt, verbunden mit früherer Übernahme von Führungsaufgaben und dementsprechend einem höheren Einstiegsgehalt hin.

Wie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulsport und einer zentralen Einrichtung für Schlüsselqualifikationen erfolgreich gestaltet werden kann, wurde im gemeinsamen Beitrag durch Mirjam Reale und Sebastian Knust zu „Schlüsselkompetenzen an der Leibniz Universität“ deutlich. Nachdem Mirjam Reale den Bologna-Prozess und die Umsetzung von Schlüsselkompetenzen an der Leibniz Universität skizzierte, stellte sie die Strategie und verschiedene Erfolgsfaktoren dar. Hierzu ist neben Vernetzung und Austausch die Entwicklung von Qualitätsstandards sowie die Einbindung von Schlüsselkompetenzen in das Curriculum der Studiengänge von Bedeutung. Die Seminarprogramme für Studierende sollen insbesondere die Methoden-, Sozial-, und Selbstkompetenz fordern und fördern. Ein praxisnahes pädagogisches Handlungsfeld bietet dabei der Hochschulsport. Seit dem Sommersemester bietet dieser an der LUH das Seminar „Denksport“ an. Innerhalb des Seminars kann erfahren werden, wie körperliche Bewegung, Entspannung und Lernen sich gegenseitig beeinflussen und wie darüber hinaus gesundes „Lernen“ funktioniert. Ziele sind neben der Vermittlung theoretischer Grundlagen des Lernens, der Umgang mit Stress sowie die Entwicklung individueller Lernstrategien. Als mögliche Mehrwerte für den Hochschulsport stellte Sebastian Knust, Leiter des Hochschulsports der Leibniz Universität Hannover, heraus, dass die Steigerung der Wertigkeit und Relevanz des Hochschulsports und des Sportprogramms möglich sei sowie die Kommunikation und Bekanntheit nach innen und außen verbessert werden kann. „Daneben wird der Hochschulsport seinem Bildungsauftrag gerecht“ – so Knust.

Wie ausdifferenziert ECTS-akkreditierte Schlüsselqualifikationsangebote im und durch den Hochschulsport sein können, verdeutlichte Cathrin Cronjäger an verschiedenen Beispielen des Hochschulsports der Georg-August-Universität Göttingen. Ob Eventmanagement, Ausbildung Groupfitness, Klettern, Schneesportlehre, Kanu Wildwasser, Journalistische Praxis Printmedien, Outdoor Education oder das Zertifizierungsprogramm „Gesundheitskompetenz: Gesund leben und studieren“  – die Angebote spiegeln das Praxis- und Engagementfeld des Hochschulsports wieder und stellen diesen als erfahrungsorientierte Bildungseinrichtung dar. Insbesondere das kooperative Zertifizierungsprogramm mit der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) im Rahmen des „healthy campus“ der Universität Göttingen, veranschaulicht die Möglichkeiten der Förderung der Studierendengesundheit in Verbindung mit dem Erwerb anerkannter Studienleistungen.          

Der erste Tag endete mit Kurz-Vorstellungen weiterer ECTS-Angebote anhand vorbereiteter Poster und einem Reflexionsspaziergang.

Der zweite Seminartag startete mit einem Workshop zur „Konzeptionierung eines Schlüsselqualifikationsangebotes.“ Verschiedene kreative Angebote wurden hierbei in Kleingruppen erarbeitet und anschließend vorgestellt. Danach rückte Dr. Peter Zervakis die Perspektive der Hochschulrektorenkonferenz in den Mittelpunkt. In seinem Impuls zu „Erfolgsversprechende extracurriculare Angebote für heterogene Studierende in der Studieneingangsphase“ erläuterte er zunächst Elemente und Rahmenbedingungen für Schlüsselqualifikationen, die bei der Konzeptionierung entsprechender Angebote an den Hochschulen eine wichtige Rolle spielen. Nachdem er die Ergebnisse der 21. Sozialerhebung der DSW (2017) - die umfangreiche Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden liefern - darstellte, erläuterte er die Zwischenergebnisse des Projekts „nexus.“ Innerhalb dieses Projekts der Hochschulrektorenkonferenz wird untersucht, welche Faktoren für die erfolgreiche Gestaltung der Statuspassagen bzw. Übergänge (Schule – Studium, Studium – Berufseinstieg) von Bedeutung sind und wie der Studienerfolg verbessert werden kann.

Zervakis unterstrich die Relevanz der fächerübergreifenden Kompetenzvermittlung durch Lernergebnisorientierung und die Ausrichtung des Lernens auf individuelle Lernprozesse. Hochschulbildung ist nach seiner Einschätzung „Sowohl Fachstudium als auch Qualifizierung für den Arbeitsmarkt wobei unter anderem die Persönlichkeitsentwicklung wichtig ist.“ Hier bieten sich dem Hochschulsport Chancen mit entsprechenden Angeboten, die Verantwortung innerhalb der Hochschulen für die Gestaltung und Entwicklung der Rahmenbedingungen für die Studierenden mit zu tragen.

adh-Vorstandsvorsitzender Jörg Förster zieht ein positives Fazit zum Seminar: „Bei diesem Seminar wurde sichtbar, welch großes Potential im Hochschulsport als Lernfeld für studienfachübergreifende Qualifikationen liegt und wie viele Beispiele guter Praxis es bereits an den Mitgliedshochschulen gibt. Die Einladung von Dr. Zervakis an den adh, sich an der Hochschulerektoren-Konferenz zum Thema „Zukunftsfähigkeit der Kompetenzorientierung“ zu beteiligen, unterstreicht, dass es den Teilnehmenden gelungen ist, ebendiese Potentiale auch einem Bildungsexperten gegenüber deutlich zu machen.“

Ein großer Dank gilt dem Hochschulsport der Universität Hamburg sowie allen Teilnehmenden für den inspirierenden Austausch.          

Ansprechpartner

Malin Hoster

Tel.: +49 6071 2086-13

Fax: +49 6071 2075-78

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