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Hamburger Symposium "Stadtteilentwicklung durch Sport - Wer bringt Bewegung ins Quartier?"

06.11.2017

Die Metropole Hamburg ist die am stärksten und schnellsten wachsende Stadt Norddeutschlands und erwartet in den nächsten 10 Jahren bis zu 200.000 neue Bewohner im Innenstadtbereich, vor allem durch den neu entstehenden Wohnraum in den Quartieren "Neue Mitte Altona", "Holsten Brauerei Gelände" und natürlich der "Hafencity". Daraus resultiert natürlich auch eine Zunahme der Studierenden an den Hamburger Hochschulen, die begleitet wird von einem entsprechenden Wachstum des wissenschaftlichen und administrativen Personals.

Foto: Jörg Förster/Hochschulsport Hamburg

Die Ausrichtung des Sport- und Bewegungsangebotes - im Setting der akademische Ausbildung, durch in der Regel "zentrale" Hochschulsporteinrichtungen, hat sich längst geändert, von dem Fokus auf die Gestaltung von Freizeit- und Ausgleichsangeboten, mit Schwerpunkten im Bereich der Team- und Fitnesssportarten, hin zum Anbieter von vielfältigsten Inhalten und Begegnungs- und Kommunikationsplattformen im Hochschulleben. Immer wichtiger werden vor dem Hintergrund der sich verändernden Lern- und Arbeitswelt, gesundheitsfördernde Bewegungsangebote und die Vermittlung von nachhaltigen Gesundheitskompetenzen, die unter dem Schlagwort "Sportivity" zunehmend den Wert einer Schlüsselqualifikation erhalten.

Die Vermittlung von Sport und Bewegung erhält durch die prognostizierte Entwicklung der Gesundheitskosten in Europa nicht nur eine volkswirtschaftlich relevante „präventive“ Bedeutung, sondern damit einen veränderten Wert als Bildungsinhalt. Die EU-Kommission hat längst schon die besondere Bedeutung von Sport- und Bewegungsvermittlung im tertiären Bildungssektor erkannt und im September anlässlich der Eröffnung der „European Week of Sport“ im Rahmen einer vorgeschalteten Konferenz in Tartu (Estland) deutlich betont.

Für den Hochschulsport gilt aber die gleiche Herausforderung wie für den Sport insgesamt. Sport und Bewegungsangebote brauchen moderne Sportstätten, die sich nicht mehr an der Norm-Sporthalle oder dem Norm-Sportplatz der bisherigen Stadtplanungskonzepte orientieren. Moderne Sportinfrastruktur muss auf veränderte Sportnutzung und Sportinhalte adaptiert sein und darf nicht länger als Appendix von Stadtentwicklung betrachtet werden.

Für neugeschaffene Sportstätten müssen veränderte Nutzungskonzepte entwickelt werden, die institutionelle Grenzen überschreiten, zum Beispiel diejenigen zwischen „Schulsport-Hochschulsport-Organisiertem Sport-Betriebssport“ und nicht zur Abgrenzung zwischen Ziel- und Nutzergruppen führen, sondern zur Integration der Sportinteressierten über diese Grenzen hinweg bewegen.

Die sozialen Potentiale von Sport und Bewegung sind längst bekannt und umfänglich dokumentiert, dennoch ziehen sie bei der Stadtplanung-/entwicklung häufig vor dem monetären Verwertungsinteresse der Kommunen und der Wirtschaft den Kürzeren. Der Hochschulsport Hamburg versteht sich daher in der wachsenden Stadt Hamburg nicht nur als aktiv gestaltender Partner im Kreis der Stakeholder im Themenfeld Sport und Bewegung, sondern auch als Plattform für einen Theorie-Praxis-Diskurs und hat vor diesem Hintergrund die Ausrichtung des Symposiums "Stadtteilentwicklung durch Sport - Wer bringt Bewegung ins Quartier?" am 02. November 2017 übernommen.

Als Mitglied mit besonderer Aufgabenstellung im Hamburger Sportbund (HSB) und bei den TopSportVereinen (Großsportvereine der Metropolregion Hamburg) hat der Hochschulsport gemeinsam mit diesen beiden Institutionen, der Behörde für Inneres und Sport (BIS) und der Stadtentwicklungsgesellschaft (steg) das Symposium konzipiert und in seiner Mitgliedshochschule, der Kühne-Logistics-University, umgesetzt. Der Referentenkreis war so gezielt ausgewählt wie der Veranstaltungsort im größten Hörsaal der Kühne-Logistics-University in der Hafencity und motivierte fast 120 Interessierte zur Teilnahme.

Der Innen- und Sportsenator Andy Grote eröffnete die Veranstaltung mit einem Beitrag zu den Zielen und Prioritäten der Stadtentwicklung. „Für Hamburg als Active City bedeutet Stadtentwicklung daher immer auch Sportflächenentwicklung. Wir investieren deshalb so massiv wie nie zuvor in Sporthallen, Sportplätze und Vereinssportanlagen und wollen Sportbedarfe in Stadtplanungsprozesse zukünftig noch früher und intensiver einbeziehen“, machte er seinen Standpunkt deutlich. Weitere Keynotes leisteten Andreas Klages (DOSB Abteilungsleiter Sportinfrastruktur), Prof. Dr. Robin Kähler (Sportwissenschaft, Christian Albrecht Universität Kiel) und Peter Jorzick (Hamburg Team Gesellschaft für Projektentwicklung). In den „Flashlights“ wurden ausgewählte Sportentwicklungsprojekte in der Stadt mit ihren Herausforderungen und Chancen präsentiert. Im weiteren Verlauf diskutierten die zahlreichen Expert*innen, moderiert von Abendblatt Redakteur Matthias Iken, in verschiedenen Podiumsrunden die Perspektiven der unterschiedlichen Akteure im Thema.

Einig waren sich alle Beteiligten. Die Veranstaltung war ein gelungener erster Aufschlag für einen weitergehenden zielgerichteten Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Diesen Austausch nun fortzusetzen, zu intensivieren und die Impulse der Diskussionsbeiträge aufzunehmen ist nicht nur der Wunsch der Initiatoren, sondern auch eine politische Notwendigkeit, die allen Teilnehmenden bewusst geworden ist.

Ansprechpartner

Malin Hoster

Tel.: +49 6071 2086-13

Fax: +49 6071 2075-78

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