FISU-Forum: University Sport and Academic Recognition
29.06.2010
Am Freitag, den 25. Juni 2010, drehte sich beim FISU-Forum alles um das Thema “University Sport and Academic Recognition”.
Wie an den vorangegangenen Tagen standen Hauptvorträge sowie Workshops, in denen die Teilnehmenden viel Raum zur Diskussion und zum Austausch hatten, auf dem Programm.
Nach der Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse „Women’s Leadership and (University) Sport“ vom 23. Juni 2010, wurde der Fokus auf die universitäre Anerkennung des Hochschulsports und insbesondere darauf gelegt, wie diese erhöht werden kann.
Nico Sperle, Vorstandsvorsitzender des adh und ebenfalls CESU-Mitglied, hielt den ersten Hauptvortrag des Tages. In seiner Präsentation sprach er über die Chancen und Herausforderungen, die der Hochschulsport aufgrund der Vielfalt seiner Bildungswerte hat. In diesem Zusammenhang stellte er drei Lernfelder dar, die besonders im und durch den (Hochschul)Sport vorhanden sind: Die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens, die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen und -qualifikationen sowie die interkulturelle Verständigung. Im Folgenden betonte er eindringlich die Notwendigkeit der akademischen Anerkennung des Hochschulsports, die für dessen Zukunft essentiell sei. So kann der Hochschulsport Bestandteil der Hochschulprofile sein und damit als Standortfaktor ausschlaggebend für Wahl des Studienorts werden. Gleichzeitig verwies er auf die dringende Notwendigkeit, dass Hochschulsportverantwortliche politisch Handeln und dass die Politikfähigkeit des Hochschulsports national wie international verbessert werden müsse. Um die geforderte und verdiente wissenschaftliche Anerkennung zu erhalten und den Nutzen des Hochschulsports herauszustellen, müssten die Qualitäten und Merkmale des Hochschulsports professionell kommuniziert werden. Nur so können eine möglichst breite Hochschulöffentlichkeit und die Politik von den Bildungswerten des Sports erfahren. Sperle stellte neben seinen Ideen zur Erhöhung der akademischen Anerkennung auch bereits bestehende Modelle vor. Eine Möglichkeit besteht darin, das Engagement im Sport mit Credit Points im ECTS-System belohnen zu lassen. Diese Option erläuterte er am Beispiel eines neu eingerichteten Studienangebots des Hochschulsportzentrums für die Fachhochschule Aachen. In Aachen haben Studierende die Möglichkeit, im Rahmen eines Studienangebots „Eventmanagement“ in Organisationsteams von Hochschulsportevents mitzuwirken und dafür nach erfolgreicher Teilnahme fünf Credit Points gutgeschrieben zu bekommen. Sperle betonte dabei die außerordentlich positive Bewertung des Angebots durch die Studierenden.
Den zweiten Vortrag des Tages hielt Xurxu Dopico, Professor am Department für Sportwissenschaft und Leibeserziehung an der Universität von Coruña. Er stellte eine Studie vor, die das Sportverhalten von Studierenden sowie den Stellenwert des Hochschulsports in den einzelnen Ländern Europas untersucht. Die Studie dient als Grundlage zur Weiterentwicklung des Hochschulsports. Darüber hinaus kann sie genutzt werden, um – basierend auf den ländertypischen Charakteristika des Hochschulsports –, die Hochschulsportentwicklung zu fördern. Im Anschluss stellte Dopico die Hochschulsportmodelle in Kanada, den USA, Australien, Südamerika, Mittelamerika und Europa vor.
In den anshließenden Workshops diskutierten die Teilnehmenden die Bildungswerte des Hochschulsports und erarbeiteten mögliche Wege und Modelle zur Erhöhung seiner akademischen Anerkennung. Weiterhin wurde herausgestellt, welch positiven Einfluss das Engagement im Hochschulsport für die eigenen Lebensläufe und das Berufsleben hat. Gleichzeitig wurde aber auch festgestellt, dass der Wert des Hochschulsports stark von der Politik in den jeweiligen Ländern abhängt und in einigen Nationen nur wenig wahrgenommen wird.
Am Ende des Tages gab es schließlich noch die traditionellen getrennten Meetings der Studierenden und Hauptamtlichen, die dafür genutzt wurden, Themen zu diskutieren, die für die jeweilige Statusgruppe von besonderer Bedeutung sind und von der FISU noch stärker berücksichtigt werden sollten.
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