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Kategorie: Fortbildung, National

Doping im Hochschulsport - (k)ein Problem?

30.06.2009

An dem Tag, an dem die Medien über das gedopte Turnierpferd von Isabell Werth berichteten, luden adh und Hochschulsport Münster zu einem besonderen Bildungsseminar an den westfälischen Aasee.

Nico Sperle, Dr. Michael Vesper, Jan-Philipp Müller

Unter dem Motto "Doping im Hochschulsport -- (k)ein Problem" versammelten sich neben Dr. Michael Vesper (DOSB) interessierte Übungsleiter und Hochschulsportbeschäftigte aus dem gesamten Bundesgebiet, um mehr über das Thema zu lernen.

Das an den rund 40-köpfigen Teilnehmerkreis gerichtete Grußwort von Dr. Michael Vesper viel kurz und eindeutig aus: "Die Regeln der NADA müssen eingehalten werden." Die einzelnen Vorträge beleuchteten vielfältige Facetten des Themas. Weder fehlte ein historischer Überblick über die Entwicklung des Dopings von der Antike bis in die Gegenwart durch Marcel Reinold (WWU Münster), noch ein Überblick über die verbotenen Substanzen im Sport, den Prof. Clasing dem Plenum ermöglichte. Auch Gründe für den verbotenen Reiz des medizinisch Machbaren, der mit dem Einsatz von Dopingmitteln gegeben ist wurden von Prof. Völker aus Münster dargestellt.

"Die Grenze zwischen Medikamentenmissbrauch und Doping ist häufig kaum zu erkennen und das Dopingproblem schon lange im Breitensport angekommen", sind sich Professor Gerhard Treutlein und Manuel Ruep vom Zentrum für Dopingprävention der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg einig. Als problematisch beobachten beide, dass Menschen durch alle Gesellschaftsschichten immer leichtfertiger mit Medikamenten experimentieren und Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Medikamentenmissbrauch und ein "Alltagsdoping" zur täglichen Leistungssteigerung gehört schon bei vielen Menschen einfach dazu. Treutlein appelliert deshalb schon seit Jahren für einen einheitlichen Präventionskatalog im Breiten- und Spitzensport und fordert: "Wir müssen die Kinder und Jugendlichen stark machen gegen Doping. Das Gleiche gilt für das Umfeld. So eröffnen sich langfristig größere Chancen, dass Sportler sauber bleiben."

An der abschließenden Podiumsdiskussion unter der Leitung von Moderator Sebastian Pähler (WWU Münster) nahmen neben den Medizinern Prof. Dirk Clasing und Prof. Klaus Völker von der Uni Münster noch Henning Schreiber (Innenministerium Nordrhein-Westfalen), Prof. Gerhard Treutlein (Zentrum für Dopingprävention der PH Heidelberg), Bernd Lange (adh-Disziplinchef Triathlon) sowie Martin Wördehoff (adh-Disziplinchef Radsport) teil. Dabei wurde bald Konsens darüber erzielt, dass neben Doping vor allem auch Medikamentenmissbrauch und Nahrungsergänzungsmittel im Hochschulsport ebenso ein Thema ist wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Es entstand eine spannende Diskussion zwischen Referenten und Teilnehmenden, welche Möglichkeiten der Prävention realistisch und schnell umzusetzbar seien. Der Hochschulsport Münster hat mit dieser Tagung dazu einen wichtigen ersten Schritt geleistet.

Ansprechpartner

Julia Beranek

Tel.: 06071-208613

Fax: 06071-207578

beranek(at)adh.de

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