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Kategorie: PdSp, 2017

Die Hochschulen als Ort der Dualen Karriere

05.10.2017

Zwei Tage lang drehte sich in Berlin alles um die Frage der Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport: Am 28. September fand die Tagung der Partnerhochschulen des Spitzensports statt, am 29. September die Fachtagung „Ich kann Studium“. Die gastgebende Hochschule für Gesundheit (HG Berlin) stellte Räume und Infrastruktur zur Verfügung und sorgte für gute Verpflegung und Betreuung der angereisten Teilnehmenden.

v.l.n.r.: Jörg Förster, Prof. Dr. Jochen Zinner und Dr. Sven Baumgarten

Zunächst traf sich die neu gegründete adh-Projektgruppe „Duale Karriere“ , zusammengesetzt aus Dr. Katrin Werkmann  (adh-Vorstandsvorsitzende, Universität Frankfurt), Dr. Christoph Fischer (adh-Generalsekretär), Jörg Förster (Vorstand Finanzen, Universität Hamburg), Dr. Norbert Stein (adh-Wettkampfkommission, Deutsche Sporthochschule Köln) und Marco Gensmüller (Vizepräsident IST Hochschule Düsseldorf). Zur Sitzung waren auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Kreis der Athleten eingeladen, die aus terminlichen Gründen leider nicht teilnehmen konnten.  

Die Runde diskutierte intensiv die Potentiale der adh-Marke „Partnerhochschulen des Spitzensports“ und die damit verbundenen Herausforderungen. Nach einem Rückblick auf die Entwicklung der Inhalte seit 1999 und die Herausforderungen im  Dialog mit den anderen Stakeholdern im System Leistungssport, waren sich die Anwesenden schnell einig, dass dem adh mit dem Grundgedanken ein Vertragswerk zu schaffen, das erstmals eine bundesweite Grundlage für die Förderung der akademischen Karriere parallel zum Leistungssport darstellte, ein wesentlicher Beitrag zur heutigen Unterstützung der Athletinnen und Athleten an den über 100 "Partnerhochschulen des Spitzensports“ gelungen ist. Auch wenn es natürlich zahlreiche weitere Hochschulen gibt, die auf Basis bilateraler Verträge mit OSPs oder BSPs Leistungssportlerinnen und -sportler unterstützen, ist dennoch die adh-Marke als ein Referenzpunkt im Thema zu betrachten. Die dadurch entstandenen Schnittstellen mit dem gesellschafts- und sportpolitischen Umfeld des Verbands machen es sinnvoll, die Marke auf Basis zielführender Evaluationen weiter zu entwickeln und das Programm mit den notwendigen Ressourcen für den Verband auszustatten.  

Am Nachmittag folgte dann die Sitzung der Partnerhochschulen des Spitzensports. Nach den Berichten aus den einzelnen Standorten stellte die Projektgruppe ihre Überlegungen vor und erhielt dafür ein bestärkendes Feedback. Im Anschluss erläuterte der renommierte Wirtschaftspädagoge Prof. Dr. van Buer (Humboldt Universität Berlin) seine Überlegungen zu einer Evaluation insbesondere der „Kernzielgruppe“ für die im Vertragswerk verschriftlichten Fördermaßnahmen an Hochschulen und wissenschaftlichen Herausforderungen, die sich aus der Heterogenität der Hochschullandschaft und damit der Mitgliedschaft im adh ergeben. Denn an den meisten Standorten übernimmt auch heute noch der Hochschulsport die Koordinationsfunktion im Sinne des Promotorenmodells (vgl. Cachay, Borggrefe).  

Der Tag endete mit einem Überblick über das Thema „Duale Karriere“ aus internationaler Sicht. adh-Vorstandsmitglied Jörg Förster, der seit 2010 im Exekutiv-Kommitee des europäischen Netzwerkes "European-Athlete-as-Student“ u.a. die Interessen des adh vertritt, präsentierte eine Entwicklung, die in Darmstadt im Rahmen des EYES 2004 ihren Anfang nahm und über das Athlete2Business Projekt 2012 zu den "European Guidelines of Dual Career“ führte. 

Am nächsten Tag folgten die anwesenden Delegierten der adh-Mitgliedshochschulen der Einladung der Hochschule für Gesundheit Berlin zur Tagung „Ich kann Studium“. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jochen Zinner (HG Berlin) und Andreas Hülsen (Olympiastützpunkt Berlin) diskutierten am 29. September über 50 Teilnehmende, darunter Gewinnerinnen und Gewinner Olympischer Medaillen wie Andreas Kuffner (Rudern) und Expertinnen und Experten von Olympiastützpunkten, Fachverbänden und Hochschulen sowie Vertreterinnen und Vertreter der Senatsverwaltung in Berlin über die Herausforderungen einer "Dualen Karriere“. 

Den Einstieg machte der Olympiastützpunkt Berlin selbst mit einem Beitrag von OSP Leiter Dr. Harry Bähr, der unter dem Titel „Der Weg in die Hochschule“ das Berliner Modell im Bezug auf die Studienwahlbetreuung erläuterte, dabei die engmaschige sowie systematische Betreuung durch die Laufbahnberatenden und die enge Zusammenarbeit mit den Spitzensportbeauftragten der Hochschulen verdeutlichte. OSP-Laufbahnberater Andreas Hülsen stellte den Prozess der Studienwahlentscheidung dar, der im Rahmen eines Projektes an den drei Berliner Eliteschulen erfasst sowie ausgewertet wurde und unter anderem zeigte, dass Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre, Psychologie, Rechtswissenschaften und Sport mit Lehramtsoption favorisiert werden. Eine Blitzumfrage des Abiturjahrgangs 2018 am Schul- und Leistungssportzentrum Berlin bestätigte die Analyseergebnisse brandaktuell. Hülsen endete mit den programmatischen Fazit: "Abschlüsse müssen für Spitzensportlerinnen und -sportler Anschlüsse sein!". Mit diesen beiden Beiträgen wurde die Erfahrung des OSP Berlin im Übergangsmanagement Eliteschule des Sports zur Hochschule deutlich. Prof. André Schneider (HS Mittweida) gab einen Forschungsausblick zum Thema Studienwahlentscheidungen anhand eines Verlaufsmodells. 

Im weiteren Verlauf stellte  Prof. Dr. van Buer seine Überlegungen zu einer systematischen Erfassung der Zielgruppe "studierende Leistungssportlerinnen und Leistungssportler" und möglichen oder unmöglichen Abgrenzung dieser Gruppe von anderen Studierenden mit besonderen Bedarfen, am Beispiel einer bereits durchgeführten Untersuchung in Berlin dar. Er machte deutlich, dass vor allem der strukturelle Veränderungsdruck an den Hochschulen seine Auswirkungen auf alle Studierenden entfaltet und rechtliche Rahmenbedingungen zur Flexibilisierung von Studium für zahlreiche ähnlich abgrenzbare Studierendengruppen gelten müssen. Herausgearbeitet wurden auch die Nachteile, die sich im Bezug auf den verspäteten Berufseinstieg von Sportlerinnen und Sportlern ergeben.

In der abschließenden Podiumsdiskussion mit fünf Athletinnen und Athleten in unterschiedlichem Ausbildungsstatus wurden die ursprünglich geplanten Workshops direkt zusammengeführt. Moderiert von Prof. Dr. Borchert (Universität Leipzig) diskutierte das Podium unter der Fragestellung, "was muss sich verändern", intensiv über Lösungsansätze für die zuvor von Dr. Baumgarten noch einmal aufgezeigten Herausforderungen. Deutlich wurde dabei, dass alle Anwesenden in ihrem Selbstverständnis eine hohe Motivation auszeichnet, Aktiven möglichst optimale Rahmenbedingungen für größtmöglichen Erfolg in beiden Lebensbereichen - Leistungssport und Ausbildung - zu verschaffen.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass der Dialog dieser Tagung in die Zukunft weist und fortgesetzt werden soll und so wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die den Auftrag hat, die Ergebnisse der Tagung zusammen zu fassen und für die weitere Diskussion zwischen den "Stakeholdern" aufzubereiten.

Weitere Informationen zu den Partnerhochschulen des Spitzensports gibt es hier.


Ansprechpartner

Malin Hoster

Tel.: +49 6071 2086-13

Fax: +49 6071 2075-78

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